New Work und Corona: Ein Virus beschleunigt den Wandel der Arbeitswelt [5 Lesetipps]

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Quelle: dotSource

»Salut, mes chers, je passe au télétravail!«, postete eine Freundin, die in einem Pariser Designbüro arbeitet, bereits Anfang März. Sie wurde gebeten, wegen Corona ihr Großraumbüro zu verlassen. Télétravail ist das französische Wort für das, wofür wir im Deutschen kein deutsches Wort haben: Homeoffice nennen wir, was echte native speaker eher als »working from home«, »remote work« oder wenigstens, socially distanced, »Homeoffice« beschreiben würden.

Die Wortkomponente »tele« ist auch gar nicht französisch, sondern altgriechisch. Bedeutet: fern. Die Franzosen arbeiten jetzt also diskret aus der Ferne. Zumindest begrifflich lassen sie sich in Zeiten der Ausgangs-, pardon Kontaktsperre, an keinen Ort festnageln, wenn sie nicht von ihrem Büro aus arbeiten.

Egal ob fern, daheim oder mobil: Während die Welt stillsteht, um eine Infektionskurve zu plätten, wandelt sich die globale Arbeitswelt in Wahrheit gerade rasend schnell. Doch was hatte es schon vor Corona mit dem sogenannten New Work auf sich? Warum können solche Impulse gerade für viele Unternehmen, die nun glauben, in eine Krise zu schlittern, große Benefits bringen?

New Work und Corona: Agil arbeiten ist mehr als Homeoffice machen

Ob die Handelskraft Konferenz, die nicht in Stuttgart sondern kurzerhand im Netz stattfand. Ob die Digital Business School, die ihre Weiterbildungen in Videokonferenzen verlegt hat. Oder das dotSource Code Camp, an dem interessierte Schülerinnen und Schüler sich ab heute in Sachen Informatik während der schulfreien Zeit weiterbilden können: Im #digitalisthenewreal geht es gerade darum, produktiv zusammenzuarbeiten oder sich weiterzubilden. Auch wenn alle diese drei Impulse von einer Digitalagentur ausgingen, berühren und inspirieren sie Branchen und Zweige jenseits des IT-Businesses.

Denn, dass die Form des freieren Arbeitens und Managens der IT-Branche vorbehalten sei, ist ein Vorurteil. Ob Shanghai oder Schwetzingen, Vancouver oder Vechta, Dubai oder Düsseldorf: New Work ist mehr als den Mitarbeitern zu erlauben, das Laptop auf die Knie und die Füße aufs heimische Balkongeländer zu packen. Damit ein Unternehmen dauerhaft in einer immer digitaler werdenden Welt bestehen kann, ist ein abteilungsübergreifender Kulturwandel erforderlich.

Agile Grundsätze müssen in eine agile Arbeitsweise überführt werden. Was soll das heißen?

New Work und Corona: Die neue Arbeitsweise braucht gute Vorbilder

Eine der Grundideen agiler Führung ist es, das Ruder aus der Hand zu geben und Verantwortung zu verteilen. Nicht zu fragen: Wer hat die Macht? Sondern: Wer hat die Expertise? Nicht zu fragen: Was kann ich allein schaffen? Sondern: Was schaffen wir im Team?

Vielleicht sind agile Arbeitsweisen für einige Mitarbeiter gar nichts neues – gut so! Sie könnten eine Leuchtturmfunktion für die New-Work-Bewegung innerhalb des Unternehmens einnehmen. Genau jetzt wäre der Zeitpunkt, sich mit interessanten Ideen und gesammelten Erfahrungen zu Wort zu melden und es keinesfalls bei der Erfahrung zu belassen, mal ein paar Wochen im Homeoffice gewesen zu sein. Da geht noch mehr – Stichworte: Change Management, Scrum, digitale Weiterbildung.

New Work und Corona: Es geht nicht ums entweder oder. Sondern ums sowohl als auch!

Homeoffice ist also nur ein Teil des größeren New Work-Komplexes. Denn in den USA fürchten beispielsweise viele Firmen um die Sicherheit ihrer Daten.

Nach 9/11 begannen sie, Geister-Büros anzumieten, auf die man in kritischen Fällen zurückgreifen kann, oder die zusätzlich in Betrieb genommen werden könnten, etwa um den Mindestabstand in Großraumbüros einzuhalten. Besonders angenehm und New Work-inspired wirken die Offices in dieser Reportage allerdings nicht.

Dann also doch lieber Homeoffice, gern auch in Zukunft mehr davon, denn es spart nachweislich CO2. Doch auch wenn Corona vielleicht nachhaltig für weniger Präsenzpflicht sorgt, so freuen wir uns, wenn der persönliche Austausch denn wiederkommen darf.

Unsere 5 Lesetipps der Woche:

Handelskraft 2020 »Digitale Intelligenz« [dotSource]

Remote work als vollkommen neue Erfahrung für die meisten Menschen in China [BBC]

Geheime Großraumbüros für den Katastrophenfall in den USA [BBC]

Ganz nette Reflexion zum Thema New Work [BASICthinking]

Egal ob remote oder persönlich: Gute Tipps für effiziente Meetings [Süddeutsche Zeitung]

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Eine Reaktion zu “New Work und Corona: Ein Virus beschleunigt den Wandel der Arbeitswelt [5 Lesetipps]”

  1. Ja der Virus und die derzeitigen Regelungen, werden mit Sicherheit Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Es empfiehlt sich daher stets ein Online Geschäft zu haben, welches Umsätze weiter generiert. Jedoch bedeutet das auch Arbeit im Homeoffice. Hierzu braucht man Disziplin. Ein sehr guter Artikel. Gutes Thema in jedem Fall. Ich bin froh, dass ich online Geld verdiene und im Homeoffice arbeite.