Social Media Trends 2021: 10 Tipps, wie du aus »Social« Commerce machst [5 Lesetipps]

Social Media Trends
Quelle: pexels / Cristian Dina

Ohne soziale Medien funktionieren Branding und Kundenansprache nicht mehr. Messenger sind die neuen Kundenhotlines, Influencer die neuen Superhelden und Online-Tutorials die neuen Kochbücher und Ratgeber. Wie Marketer das digitale Einkaufserlebnis gestalten, ohne dass es als störende Werbung aufgenommen oder mit einem Augenrollen weggeklickt wird, bleibt auch zukünftig ein heißer Tanz.

Es ist also an der Zeit, dieses sich unglaublich schnell ändernde und innovative Geschäftsfeld genauer zu betrachten und nach Antworten auf die Frage zu suchen, wie »social« in Commerce weiterentwickelt werden kann.

Social Media als unterhaltsames Kauferlebnis

Die Pandemie hat viele Bemühungen um klassische Offline-Kundenerlebnisse zunichte gemacht. Plötzlich gab es keine im Geschäft erhältliche Muster und attraktiven Schaufenster mehr, keine Rabattschlachten und keine Kundenberatung durch fachkundiges Personal.

2021 können Marketer mit Social Media-Ads den ROI durch neue Kunden immer noch kurzfristig erhöhen. Sie müssen aber auch innovative Online-Erfahrungen bieten, die beim Aufbau von Beziehungen und Markenbindung helfen. Mit kurzen Social Media-Videos schafft man beispielsweise Markenbindung, man kann aber auch den Verkauf fördern. TikTok hat bereits mit In-App-Käufen begonnen. Und auf Taobao, der größten E-Commerce-Plattform Chinas, enthalten mittlerweile schon 42 Prozent aller Produktseiten Kurzvideos.

Livestream-Events eröffnen Marken, Experten, Influencern und Kunden ebenfalls neue Wege, sich miteinander zu verbinden. In China fand ein Livestream-Event von Tommy Hilfiger 14 Millionen Zuschauer und schaffte es, innerhalb von nur zwei Minuten 1.300 Kapuzenpullover zu verkaufen. In den USA sollen Shopping-Events via Livestream laut Prognosen bis 2023 Umsätze in Höhe von 25 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Social Media Tipps von Crosschannel bis Live-Sessions:

ROI vervielfachen durch das Bespielen von mehr Kanälen
Jeder weitere Kanal kann den ROI und die Effektivität von Kampagnen bis zu 35 Prozent verbessern. Beginne damit, nutzergenerierten Content aus den sozialen Medien in E-Mail-Marketingkampagnen zu integrieren. Oder Such- und Social Media-Ads zusammenzuführen.

Inspiration in Umsatz umwandeln
Hole etwas von dem Spaß am Kaufprozess zurück, indem du Instagram Live oder Pinterest als virtuelle Verkaufsräume nutzt. Inspiriere deine Fans, indem du ihnen Dinge vorstellst, von denen sie noch gar nicht wussten, dass sie sie brauchen oder wollen.

Soziales Element zurück in den Einkauf bringen
Veranstalten Live-Sessions. Arbeite mit Influencern zusammen. Teile nutzergenerierte Inhalte. Mit all diesen Methoden kannst du das Vertrauen in ein Produkt erhöhen, das der Kunde weder sehen noch berühren kann.

Kundenbindung
Soziale Medien verknüpfen Unternehmen mit ihren treuesten Kunden. Betreibe proaktives Social Listening. Arbeite dann mit anderen Teams in deinem Unternehmen zusammen, um wesentliche Beschwerdegründe zu bereinigen.

Social Media als Kommunikationsmedium verstehen

Manchmal sollten Unternehmen lieber zuhören statt zu reden. Schließlich nutzen die Menschen in Krisenzeiten soziale Medien in erster Linie dazu, sich abzulenken und unterhalten zu lassen. Und sie wollen miteinander und nicht mit Marken in Verbindung treten.

Im Durchschnitt geben 32 Prozent der Generation Z, der Millennials, der Generation X und der Baby-Boomer an, dass ihr Hauptgrund für die Nutzung von Social Media das Entdecken witziger oder unterhaltsamer Inhalte ist. Aktuelle Daten zeigen zudem, dass nützliche und unterhaltsame Werbung am ehesten zum Kauf motiviert.

Die erfolgreichsten Kampagnen 2020 waren dabei behilflich, Verbindungen zwischen Menschen herzustellen – oder sie sorgten für dringend benötigte Augenblicke voll Ungezwungenheit und Spaß. Dies sind genau die Gründe, warum die meisten Menschen in den sozialen Medien aktiv sind.

Beispiel: Ocean-Spray-Challenge. Sie begann, als Nathan Apodaca ein TikTok postete, das ihn beim Gleiten auf seinem Longboard zeigte, während er lippensynchron »Dreams« von Fleetwood Mac trällerte und aus einer großen Flasche Ocean Spray trank.


Das Video wurde schnell zum viralen Hit. In echter TikTok-Manier stellten Menschen aus aller Welt die Szene nach. Prominente, Influencer, amerikanische Gouverneure und sogar Bandmitglieder von Fleetwood Mac sprangen auf den Trend auf. Nur Ocean Spray hüllte sich mehr als eine Woche in Schweigen.

Dann ließ das Unternehmen seinen CEO die Longboard-Szene auf TikTok nachstellen. Dann schenkte er Apodaca einen neuen Truck (beladen mit Ocean-Spray-Flaschen). Dass die Firma dem ursprünglichen Macher des Videos etwas zurückgab und nicht nur aus der kostenlosen Werbung Kapital zu schlagen versuchte, brachte Ocean Spray viele positive Reaktionen ein.

Die cleversten Marken werden 2021 begreifen, wie ihre Social Media-Auftritte ins Leben ihrer Kunden passen. Und sie werden kreative Wege finden, sich in die Konversation einzubringen, statt sie beherrschen zu wollen.

Social Media Tipps zwischen Hype-Train und passivem Konsum

Social Listening
Es ist nicht ganz einfach, Konversationen auf Instagram Stories, LinkedIn, TikTok oder Messaging-Diensten im selben Maße zu überwachen wie auf Twitter oder Facebook. Nichtsdestotrotz sollte man immer wissen, auf welchen Hype-Train man aufspringen sollte und wovon sich Fans und Kunden inspirieren lassen.

Nutzergenerierte Inhalte > kostspielige Content-Erstellung
Nutzergenerierte Inhalte sind sowohl billig wie nützlich für den Aufbau von Vertrauen. Laut Edelman Trust Barometer hören Verbraucher eher auf Gleichgesinnte als auf die Marke selbst.

Passiver Content-Konsum ist auch Konsum
Der durchschnittliche Facebook-Nutzer hat in den vergangenen 30 Tagen nur einen Post geteilt. Reichweite und Reaktion sind wesentlich realistischere Engagement-Ziele als eine massenhafte Teilnahme. Liefere also den Menschen, die deinen Content sehen, einen Nutzwert, statt sie nur zu Reshares zu bewegen.

TikTok ist auch businessrelevant
Muss man dazu noch mehr sagen? Wer in die Zukunft investieren möchte, baut sich jetzt schon eine feste Community auf dem chinesischen Videoportal auf. Heute schon an morgen denken. Die Zahlen sprechen für sich!

Social Commerce B2B denken

Influencer werben und vermarkten nicht nur in den Bereichen Fashion, Beauty oder Lifestyle, sondern auch im B2B. Dort sind nicht unbedingt hohe Reichweiten der Profilseiten und Blogs relevant, sondern vor allem die fachlichen Inhalte und Spezialisierungen der Influencer. Wichtig dabei ist, dass Produkte und Services ebenso emotional wie inspirierend veranschaulicht werden, wie es die Nutzer aus dem B2C gewohnt sind.

B2B-Influencer werden vor allem nach Relevanz der Inhalte (58 Prozent), persönlicher Reputation (50 Prozent) und qualitativer Reichweite (47 Prozent) ausgewählt. American Express geht mit gutem Beispiel voran und engagierte jüngst eine einflussreiche Bloggerin aus der Design-Branche, die Unternehmen und Shops dabei unterstützte, die Akzeptanz von Amex-Kreditkarten mittels kleiner Sticker bekannter zu machen. Die Kampagne brachte es auf einen beachtlichen Wert von über fünf Millionen Impressions auf den Social-Media-Kanälen.

Bestes Beispiel und Vorreiter für B2B-Influencer-Marketing ist die Business-Plattform LinkedIn. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Business-Netzwerk 2020 zehn Prozent mehr Umsatz und 27 Prozent mehr User-Sessions. Dank neuer Features werden hier für Unternehmen auch authentische Influencer-Marketing-Maßnahmen immer interessanter – besonders LinkedIn-Gruppen eignen sich, um relevante Branchenthemen anzustoßen und die Expertise von Business-Influencern einzubringen.

Oberstes Ziel für LinkedIn-Gruppenaktivitäten sollte in der Regel »Thought-Leadership« sein. Thought-Leader gelten als Experten auf ihrem Gebiet, deren Fachwissen sowohl in der Öffentlichkeit als auch in Branchenkreisen einen besonderen Stellenwert hat. Hier muss der Fokus in der Gruppenaktivität nicht auf Eigenwerbung liegen, sondern eher darauf, Impulse zu geben und interessante Fragen zu Branchenthemen zu stellen. Erst dann kann ein Austausch auf Augenhöhe mit potenziellen Zielgruppen stattfinden.

Um die richtigen Maßnahmen zu gestalten, muss auch klar sein, welche Influencer für welche Unternehmen in Frage kommen – diese müssen zur Marke und zur Nische passen. Nur wer sich seiner Nische bewusst ist und passende Thought-Leader akquirieren kann, wird in Business-Netzwerken als Inspirationsquelle wahrgenommen.

Social Media Tipps B2B Content:

Thought-Leader finden
Nur mit einem (oder mehreren) Thought-Leader(n) erreichst du deine Zielgruppe auf B2B-Plattformen. Sie schaffen es, deine Ideen weiterzuentwickeln und den richtigen Leuten authentisch zu präsentieren.

Mit LinkedIn zahlungskräftige Neukunden ansprechen
Das soziale Netzwerk hat zuletzt einen Ratgeber für erfolgreiches Content-Marketing in Form eines »Tactical Plans« herausgegeben, in welchem verschiedene Möglichkeiten vorgestellt werden, mit denen Unternehmen ihre Ziele verfolgen können.

Dass LinkedIn eine vielversprechende Option zur Erreichung einer relevanten Business-Zielgruppe ist, überrascht wenig. Jedoch profitieren nur diejenigen, die es vermögen, sich innerhalb des Netzwerks gekonnt in Szene zu setzen.

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