Nachgefragt: froodies.de gibt Einblicke in den Online-Lebensmittelmarkt

Froodies Logo

» Wir haben uns gesagt: Ein zentraler Ansatz kann es nicht sein, wir müssen mit lokalen Händlern kooperieren. «

Während sich der Onlinehandel mit Lebensmitteln in der Schweiz mit LeShop und in Großbritannien mit Tesco etabliert hat, läuft dieser hierzulange gerade erst an. Einige Anbieter wie Froodies.de, Rewe mit seinem Service Rewe Express oder Edeka mit Edeka24, versuchen mit ihrem Lieferservice Marktanteile zu sichern. Seit einigen Wochen hat Amazon sein Sortiment erweitert und vereint einige Anbieter für Lebensmittel auf einer Plattform.

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Froodies.de: Lebensmittelversand im Internet

froodiesLebensmittelversand über Internet? In Deutschland gibt es seit März dieses Jahres einen neuen Versuch dazu: das Dortmunder Startup froodies.de, das sich momentan in der Beta-Phase befindet.

Das Konzept:
Froodies hat einen Dortmunder Lebensmittelhändler an der Strippe. Geht auf froodies.de eine Bestellung ein, so wird auf dessen Sortiment zurückgegriffen. Das ist an sich wirklich gut, da man sich so Investitionen in ein eigenes Lebensmittellager sparen kann. Logistisch lief es bisher so, da man frisch liefern muss, wurde bisher nur der Dortmunder Raum mit Frischwaren beliefert.
In Restdeutschland konnte man dennoch Waren bestellen, die nicht gekühlt geliefert werden müssen. Aber man arbeitet bereits an einem Konzept (könnte man sich auch bei Saftfabrik.de abschauen; die haben sich diesem logistischem Problem bereits erfolgreich angenommen). Geliefert wird in Dortmund dreimal am Tag, wer vor 12 Uhr bestellt, hat abends 18 Uhr seine Bestellungen (oder sagen wir besser Einkäufe) an der Tür. Die Preise und Lieferpreise sind überraschend günstig: 4,90 Euro Versand im Dortmunder Raum, 6,90 Euro in Restdeutschland. Das ist okay.

Aber wozu das alles? Spannend ist diese Idee nicht, geht es hier um den gewöhnlichen Lebensmittelerwerb. Lutz Preußners, Gründer von froodies.de (zusammengesetzt aus „fresh food deliveries”), äußerte sich deutsche-startups.de gegenüber folgendermaßen:

Der Versand von Lebensmitteln ist das letzte große Potential, das im Online-Bereich noch nicht bedient ist. «

froodies2

Zwei Dinge seien hierzu angebracht: Es gibt, erstens, schon eine ganze Reihe von Anbietern, die Lebensmittel über das Netz vertreiben, überwiegend natürlich Selbstmix-Portale wie MyMuesli, Saftfabrik oder Chocri. Ob diese Portale momentan profitabel arbeiten bzw. eine Aussicht darauf haben, ist noch mal ein ganz anderes Paar Schuhe. Qualitativ sind diese jedoch top. Und zweitens: Der Bereich des richtigen Lebensmittelversandes, wie es froodies.de anpeilt, gab es bereits mal. Erfolglos. Die Handelskette Tegut unternahm 2001/2002 bereits einen großen Versuch, der aber recht schnell wieder eingestampft wurde. Tegut ist mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro kein Leichtgewicht.

Was liegt also näher als das Argument: Das war 2002 so, wir haben jetzt 2009. Ja, das Internet ist mittlerweile in fast allen Bevölkerungsgruppen populär geworden, aber reicht das aus, um dem Supermarkt an der Ecke Konkurrenz zu machen bzw. um erfolgreich mit so einer Idee zu werden? Ich persönlich glaube nicht daran. Und auch die Begründungen des froodies-Geschäftsführers klingen leicht gutgläubig:

» Wir geben Menschen die Möglichkeit, sich in ihrer Freizeit mit schönen Dingen zu beschäftigen anstatt mit Einkaufen!” – “Mein Opa surft im Internet und ist längst keine Seltenheit mehr in dieser Generation! «

Und sich dann im Ausland an funktionierenden Vorbildern zu orientieren halte ich für gefährlich, insbesondere den USA-Dienst freshdirect, die anders als tegut, seit mehreren Jahren im New Yorker Raum konstant geblieben sind. Jedoch kennen die Amerikaner, insbesondere die New Yorker, nicht den klassischen Supermarkt wie wir. Das Angebot freshdirect bedient also eine Nische, ähnlich wie gourmondo.de hierzulande. Das Konsumverhalten ist dort drüben ganz anders, des Weiteren ist die dortige Internetbevölkerung weitaus weiter was Vertrauen und gestandener Geschäftsmodelle angeht.

Auch das englische Lebensmittelportal tesco.com lässt sich schwer als vergleichbare Idee anbringen, da hinter tesco.com ein Supermarktkonzern mit einem Umsatzvolumen (2008) von 52,5 Milliarden Euro steht. Vor allem in Irland gibt es zu Tesco kaum Alternativen. Und was den Schweizer Food-Shop LeShop.ch angeht: Hier steht das größte Schweizer Detailhandelsunternehmen hinter (Migros), das 2008 rund 17,1 Milliarden Euro umgesetzt hat. Es sind oftmals auch nicht unbedingt die Marken an sich, die ausschlaggebend sind, sondern vor allem auch die Ketten, in denen man einkaufen geht. Viele Discounter und Ketten haben ein bestimmtes Image an denen man sich orientiert und die man im Stadtbild auch durch Präsenz wahrnehmen kann. Bei einem reinen unabhängigen Lebensmittel-Onlineshop stelle ich mir das schwieriger vor.

» In den USA gibt es freshdirect, in England tesco.com, in der Schweiz LeShop.ch – die Zeit ist jetzt auch bei uns reif. «

Nein, würde ich so nicht unterschreiben. Die Idee ist an sich nicht schlecht, aber das Einkaufen von Lebensmitteln gehört zu den banalen Alltagsübeln. Habe ich Feierabend, gehe ich auf dem Heimweg am Supermarkt vorbei. Oder wenn ich was spezielles Essen will, dann gehe ich eben spontan einkaufen. So kann ich mich vor Ort auch noch mal umentscheiden oder eine andere Auswahl treffen. Wer garantiert mir, dass die Lieferung frisch ist. Das ist weitaus problematischer als eine Saftlieferung, auf die ich nicht angewiesen bin. Und auch wenn die Lieferung günstig ist und die Preise fair, an der Supermarktkasse bezahle ich trotzdem weniger.

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JustHunger.com bald auch im gesamten deutschen Raum

Tasche in die Ecke, Kühlschrank auf und feststellen, dass dieser leer ist, ist eine Sache, die nicht schön ist. Und da man als normaler Mensch den Berg Werbung aus seinem Briefkasten sofort entsorgt (oder auf Nachbarbriefkästen verteilt), steht man dann doof da, wenn der Heißhunger zuschlägt. Dann sucht man sich im Netz einen Pizza-Lieferservice raus und gut ist.

Es geht auch attraktiver.

just-hunger

Die Bestellcommunity JustHunger.com hat ein tolles Konzept entwickelt, das bis vor kurzem lediglich in Bayern und Österreich erfolgreich war. Aufgrund der großen Nachfrage expandiert man mit seinem Angebot nun auch im deutschsprachigen Raum (nichts gegen Bayern 🙂 ). Kohldampf 2.0 gibt es mittlerweile auch in Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und in Teilen von Nordrhein-Westfalen, berichtet deutsche-startups heute am Morgen:

» Über eine Postleitzahlensuche können hungrige Zeitgenossen bei JustHunger nach Restaurants in ihrer Nähe stöbern und bestellen. Dem jeweiligen Bringdienst wird die Bestellung per Fax, E-Mail oder Telefon mitgeteilt. «

meinemahlzeit

Ich kenne dieses Konzept zum Teil von Meine-Mahlzeit.de, nur dass man da nicht direkt bestellen konnte. Was mir an JustHunger besonders aufgefallen ist, dass die Tag Cloud in solch einem Web-Angebot wirklich Sinn macht. Das ist selten der Fall, meistens stören diese nur oder reißen die Website optisch aus ihrem Konzept. Hier klickt man einfach auf ein Gericht in der Tag Cloud und prompt werden alle Restaurants in der Umgebung angezeigt, ob sie bereits geöffnet haben und so weiter. Sollten diese noch geschlossen haben, so kann man vorbestellen. Hervorragend.

justhunger2Einfach einen virtuellen und äußerst übersichtlichen Bestellzettel ausfüllen und ab die Post.

Auf diesem kann man übrigens, ähnlich einem Warenkorb (man merkt, dass die Macher hier clever Online Shop Elemente und Social Commerce Funktionen (Bewertungenen, lokale Bookmarks, Profile, Blog, Chats, Freunde finden, Events gestalten) für den Service eingebunden und kombiniert haben), mehrere Sachen hinzufügen und wieder entfernen, wobei ein Zähler für die Rechnung mitläuft.

Der Communityfaktor, den deutsche-startups besonders gelobt hat, kann ich so (noch) nicht als gut einschätzen. Wer möchte auf einer Bestellcommunity mit anderen flirten? Einen Flirtaspekt sehe ich überhaupt nicht. Die Seite ist zwar optisch ansprechend gemacht und auch Live-Elemente kommen hier gut zum Tragen (z.B. wer zuletzt beim besuchten Restaurant bestellt hat, wer generell aus der Nachbarschaft bestellt hat, usw.), aber auf einen Communityaufbau würde ich vorerst verzichten.

Ich habe versucht im Raum Jena eine Bestellung aufzugeben, leider ist das Gebiet Thüringen noch nicht erschlossen. Aber ich weiß jetzt, dass wenn es bald erschlossen ist, dass mir zum aktuellen Zeitpunkt bald 369 Restaurants zur Verfügung stehen werden in denen ich virtuell bestellen, mich beliefern und diese bewerten lassen kann. Nützlich an dieser Community ist vielleicht, dass man Erfahrungen über Essensqualität austauschen kann.

Im Großen und Ganzen finde ich dieses Startup als Idee sehr gelungen und bisher fantastisch umgesetzt. Schließt schnell die geographischen Lücken, dann passt das. Wie verdient JustHunger sein Geld? Ich hätte da schon einige Ideen.

Und ich empfehle allen Döner-Läden und amerikanischen Fastfoodketten sich einen Lieferservice zuzulegen, denn ich schätze, wenn die Idee weiter so toll umgesetzt wird, dann kann man auch hier lukrativ ein paar Brötchen verdienen.

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Onlinemarkt für frische Lebensmittel: Zweiter Anlauf?!

leShop online lebensmittel kaufen supermarkt internetDa erreichte mich aufgrund meines Urlaubs erst diese Woche die Information, dass Amazon anfängt mit frischen Lebensmitteln zu handeln. Zwar vorerst nur in den U.S.A. und auch dort nur in Seattle. Ein Test also.

Interessant fand ich diese Information vor dem Hintergrund, dass der Bereich des Online-Supermarktes noch nicht durch große Bekannte ausgetreten ist. Gourmet-Onlinehändler tummeln sich im Markt und neben Gourmondo.de gibt es auch weitere interessante Händler in diesem Segment. Doch

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