Social-TV-Startups kranken auch an Fehleinschätzung des Second Screen-Trends

Second Screen
Foto: Robert S. Donovan
Seit etwa zwei Jahren wird viel über das Thema Second Screen diskutiert, was wohl einer der Gründe ist, warum das TV-Werbebudget vieler Pure-Player aktuell explodiert. Smartphone, Laptop oder Tablet parallel zum TV zu nutzen, ist heute selbstverständlich.

Nun wurde bekannt, dass gleich zwei Berliner Social-TV-Startups, TunedIn und Zapitano, Insolvenz anmelden. Wie passt das zueinander?

Zum Beitrag
(4 Bewertung(en), Schnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Twitter wird zum Spiegel des Erfolgs für TV-Sendungen und Werbespots

Dass soziale Medien und das Fernsehen mehr und mehr zusammenwachsen, ist nichts Neues und hat bereits einen Namen: Social TV. Heißt so viel wie: Flimmerkiste an und das Gesehene fleißig auf Facebook, Twitter & Co. kommentieren. Erst am vergangenen Wochenende wurde dahingehend ein neuer Rekord aufgestellt: Der Super Bowl fand laut Bluefin Labs 30,6 Millionen Erwähnungen in sozialen Netzwerken, das sind 150 Prozent mehr als im vergangenen Jahr!

Jaja, die Amis, möchte man meinen. Aber auch in Deutschland ist der Second Screen auf dem Vormarsch. Zahlreiche Fernsehformate zeigen, dass auch hierzulande Smartphone, Tablet oder Laptop beim Fernsehen griffbereit liegen. Vor allem Twitter wird laut Business Insider gerne parallel zum Fernsehen genutzt.

Zum Beitrag
(4 Bewertung(en), Schnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Convenience siegt: Der Kunde legt die Füße hoch bei Smart TV & Second Screen

Innovationen im Bereich Smart & Social TV haben vor allem eines im Blick: Der Zuschauer soll das Sofa nicht verlassen müssen, um sich mit Gleichgesinnten virtuell zu vernetzen oder spontan etwas zu kaufen. Wer angesichts der zahlreichen fortschrittlicheren Unterhaltungsmöglichkeiten denkt, Fernsehen habe seine besten Zeiten gesehen, irrt. Der durchschnittliche Fernsehkonsum ist 2012 mit 242 Minuten pro Tag gegenüber dem vergangenen Jahr sogar leicht gestiegen.

Second-Screen Fernsehkonsum ist sehr weit verbreitet
Grafik: (c) dotSource GmbH
Zum Beitrag
(5 Bewertung(en), Schnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Home24, Görtz, Thalia: Es geht rund im deutschen Versandhandel [5 Lesetipps]

Home24, Thalia, Baur LogosMan könnte meinen, pünktlich zum Ende des Sommers weht auch in der Versandhandelsbranche ein frischerer Wind. Die Umgestaltung der Branche geht in großen Schritten weiter.

Erkennbar ist das nicht nur am Weggang des E-Commerce-Leiters des angeschlagenen Schuhhändlers Görtz, sondern auch an folgenden Meldungen, die aktuell die Runde machen:

  • Home24.de will die Online-Alternative zu IKEA werden und bläst zum Angriff auf die stationären Möbelhäuser. Der Werbespot dazu ist jedenfalls schon mal ein Anfang, der es mit seinem frechen Witz mit den Spots der Schwester Zalando aufnimmt.

  • Schon seit Monaten stehen Douglas und Thalia zum Verkauf, nun könnte sich die Suche nach einem Käufer erledigt haben. Laut excitingcommerce liegt ein Übernahmeangebot von US-Finanzinvestor Advent International vor, wobei eine anschließende Zerschlagung und strategische Neuausrichtung als wahrscheinlich gilt.
  • Besser stehen die Karten aktuell für Otto und Tochter Baur. Der Fokus auf die Shop-Optimierung für mobile Endgeräte trägt erste Früchte. Die stark optimierte Performance, was Ladezeiten und Konversion angeht, schlägt sich positiv auf den Umsatz nieder.

Unsere Lesetipps der Woche:

Zum Beitrag
(4 Bewertung(en), Schnitt: 4,00 von 5)
Loading...

TV-Werbung & E-Commerce: Effizienz vor Schönheit

Wenn etwas nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört, dann würde ich sagen: Ich habe keinen blassen Schimmer, wie man einen Werbespot aufbaut; ich bin niemand, der sich mit zirkulärer Dramaturgie auskennt und die Werbespots von Saturn mit Michael Buffer & Co. führen bei mir zu schamhafter Gesichtsröte. Ein kurzer Rückblick auf die Evolution der Saturn-Claims ist angebracht:

  1. Geiz ist geil.
  2. Geil ist geil. (Mein persönlicher Favorit)
  3. Geiler geht nicht.

Das lasse ich jetzt mal so stehen. Und über die Media Markt Werbung spreche am besten auch nicht.

Aber wie ist das mit TV-Werbung für Startups? Lohnen sich solche Investitionen und sind es die richtigen Ziele, die Gründer ins Fernsehen zieht? Geht es um Branding, Umsatzsteigerung, Traffic-Steigerung oder will man die IT im Serverraum in den Wahnsinn treiben?

Zalando hat das Thema TV-Werbung mit sehr viel Druck aufgebaut und scheinbar keine Kosten gescheut, die Spots auch wirklich gut aussehen zu lassen. Wenn ich mir die Werbespots von Swoodoo oder von Fluege.de dazu im Vergleich anschaue, die scheinbar mit sehr viel weniger Budget arbeiten mussten, dann wird klar, was diese Unternehmen, abgesehen vom Budget, in der Zielstellung bei TV-Werbung unterscheidet: Zalando geht den emotionalen Weg, den „schönen“ Weg, bei dem das Branding sehr viel intensiver verfolgt wird.

Für Startups, die den Markt nicht so aggressiv penetrieren können wie Zalando, ist das jedoch nicht unbedingt der richtige Weg. Wenn man sich vor Augen führt, wie schnell die Kosten bei solchen Experimenten explodieren können, bleibt am Ende für Startups primär das Ziel der Umsatzsteigerung interessant.

Wenn ich mir den ersten Werbespot von Swoodoo (als flugsupermarkt.com) anschaue, sehe ich das Ziel der Umsatzsteigerung noch weit vor dem Branding. Und auch wenn der Spot alles andere als schön ist, so bin ich mir sicher, dass das Budget besser angelegt war, als in SEM:

Experimente müssen nicht schön sein. Für den Anfang sollte für Startups die Effizienz im Vordergrund stehen. Wichtig sind dabei vor allem das genaue Reporting und das Messen der Konversion unmittelbar nach der Spot-Ausstrahlung. Davor sollte man sich und die IT (und die Server) gründlich vorbereiten. Denn das ganze Experiment taugt nichts, wenn die Server unter dem Peak zusammenbrechen. Startups, die diesen Weg gehen wollen, sollten vorher also genau abwägen, welche Ziele sie mit Werbespots verfolgen. Effizienz vor Schönheit, Umsatzsteigerung vor Branding sind für den Anfang ein guter Ansatz.

An dieser Stelle möchte ich auch noch mal den Zalando-Spot mit dem FKK-Campingplatz ins Kreuzfeuer nehmen: Oh mein Gott. Ich habe bewusst private Fernsehsender gemieden, damit ich den Spot nicht mehr sehen muss. Waren der erste und die letzten beiden Spots noch ganz witzig, so war der FKK-Spot einfach nicht zu ertragen.

Einen guten Spot zu machen heißt eben noch lange nicht, dass man es für immer kann.

Zum Beitrag
(2 Bewertung(en), Schnitt: 5,00 von 5)
Loading...