Windows 7-Vorverkauf nimmt auf Amazon groteske Züge an, über 100 Kundenmeinungen gelöscht

amazonPünktlich um neun Uhr heute morgen, brach zur Vorbestellaktion von Windows 7 auf Amazon, ein bemerkenswerter Ansturm los, der nur fünf Minuten später in einer kleinen Kundenmeinungs-Katastrophe endete, in deren späteren Verlauf bis zu 100 negative Kundenmeinungen einfach entfernt bzw. gelöscht wurden. In einer Sonderaktion konnte man heute (für den Bruchteil einer Sekunde) das neue Windows-Betriebssystem Windows 7, welches offizielle ab Oktober erhältlich ist, für knapp 50 Euro, statt der geplanten 120 Euro kaufen.

Das Ergebnis für fast alle Neubesucher und Bestandskunden, welche das Betriebssystem in der Version Home Premium erwerben wollten, ist ernüchternd. In der Regel konnte das Produkt in den Warenkorb gelegt werden. Wollte man dann den Bestellprozess starten, gab es für die meisten nur noch die Meldung “Http/1.1 Service Unavailable“. Nach 5-10 Minuten wiederholter Anzeige der Fehlermeldung war das Produkt letztlich ausverkauft.

Logische Konsequenz – die gewillten Käufer bringen ihre Enttäuschung und Frust über das Angebot über verschiedene Shop-Funktionen, welche Amazon zur Verfügung stellt, auf der Webseite zum Ausdruck. Diese waren jedoch nicht lange zu sehen…

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Gab es Um 9.35 Uhr noch 134 Kritiken (ein Stern), waren es eine halbe Stunde später nur noch 85 negative Kritiken. Irgendwann waren es nur noch 42. Mittlerweile ist es lediglich eine, die verblieben ist und 4 Sterne hat (Stand: 13.20 Uhr).

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Der Ansturm war abzusehen, Komplikationen ebenfalls und auch mit massiver Kritik seitens frustrierter Kunden war zu rechnen. Aber das Amazon Kundenmeinungen löscht und teilweise gar nicht erst veröffentlicht, ist schon ziemlich bemerkenswert. Amazon hat sich bereits dafür entschuldigt. Die Kundenmeinungen sind weiterhin verschollen.

Hat ein Onlineshop oder ein Versandhaus das Recht auch massive Kritik zu löschen? Teilweise ja, teilweise nein. In diesem Fall war es jedenfalls sehr ungünstig. Irgendwann kippt der Frust nämlich, wenn man Kritiken an Systemmängeln löscht. Dann ziehen sich nämlich viele daran hoch, dass gelöscht wird. Ein sonderlich gutes Bild liefert man als Shop natürlich nicht ab.

Dass Amazon mit diesem Protest nicht gerechnet hat, verwundert mich enorm. Dennoch scheint der Versand-Riese Fehler noch vor einer „offiziellen” Entschuldigung einzugestehen. Nach mehreren Berichten, die das Löschen anprangerten, stellte man eben jenes auch ein. Wirklich seltsam.

Enttäuscht bin ich einerseits, dass Amazon keine Angaben über die vorhandenen Stückzahlen veräußert, andererseits ärgere ich mich über Microsoft, die wesentlich mehr zur Verfügung hätten stellen können.

Und was das Löschen angeht:
Amazon hat gezeigt, wie sensibel auf dieses Thema reagiert wird. Das ist vielleicht auch den Ereignissen der letzten Monate geschuldet, dass die Alarmglocken schrillen. Dem Umsatz wird es nicht schaden. Dem Image schon.

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