Tech-Talk, Low Code & Agrar digital: Salesforce B2B Commerce Cloud im Tech-telmechtel [Interview]

Tech Talk Low Code Agrar Salesforce B2B Commerce Cloud
Sven Petzold, Teamlead & Experte für Salesforce B2B Commerce

»Wenn ich groß bin, will ich mal Geschichtenerzähler werden«. Wer, wenn nicht Sven, erzählt die geilsten Stories, schafft es, selbst die abstraktesten Themen und die anspruchsvollsten Projekte so zu verpacken, dass nicht nur alle es verstehen, sondern auch alle es hart feiern. Und heute haben wir ihn im Tech-telmechtel. Krönender Abschluss der Interviewreihe 2020.

Tech-Talk mit Sven Petzold

Hallo Sven. Wer bist du und was machst du bei dotSource?

Ja, das ist so eine dieser Fragen, die gut und gerne in einem zweistündigen Stammtischgespräch enden können.

Also, ich bin Sven, bin hier Teamlead eines 15-köpfigen Entwicklerteams und begleite seit etwas mehr als zehn Jahren unsere Kunden bei der Einführung und Aktualisierung von E-Commerce-Systemen. Aktuell beschäftigen wir uns hauptsächlich mit der Salesforce B2B Commerce Cloud und dem Salesforce Core Platform Stack.

Tech-Talk: Salesforce B2B Commerce Cloud

Salesforce B2B Commerce Cloud und Core Platform Stack: Sven, was steckt dahinter?

Was es so spannend macht und auch von anderen Systemen, die ich bisher so kennengelernt habe, abgrenzt, ist diese Kombination mit dem Platform Stack.

Zuallererst ist Salesforce eine große Plattform,
• auf der du Applikation jeder Art bauen kannst,
• für die du dann ein generisches Backend dazu bekommst,
• wo du jegliche Prozesse abbilden und teilautomatisieren kann.

Und Salesforce bietet auf diesem Sandkasten, den sie bereitstellen, verschiedene Anwendung und eine ist eben die B2B Commerce Cloud. Da gibt es ein paar Sachen – also Anwendungen – die schon drin sind. Du kannst dir dann in deinem Projekt eine davon nehmen, diese lizensieren und an deine eigenen Prozesse anpassen oder: Wenn die Sandkastenteile gar nicht passen, mit dem Platform Stack etwas komplett Neues bauen. Das Schöne ist, da alles in einem System ist, arbeiten eben auch alle mit demselben System und demselben Datenbestand.

Tech-Talk: Low-Code-Plattformen

Keine macht den Datensilos, also 😉 Dieser Sandkasten, von dem du sprichst, das ist – Achtung Buzzword-Alarm – eine Low-Code-Plattform, richtig?

Genau. Das macht Salesforce ja schon immer und jetzt gibt es eben endlich auch einen schönen Namen dafür ^^

Low Code bedeutet also, dass auch Code-Laien, also Menschen, die keine Entwickler sind, mit dieser Plattform oder der entsprechenden Cloud arbeiten können, unabhängig von ihrer Abteilung?

Genau. Es gibt verschieden Ebenen der Anpassung, oder besser: Eskalationsstufen. Dieser Low Code passiert in Form von Prozessautomatisierung und du kannst durchaus auch komplexe Dinge tun, aber es gibt auch Limitierungen. Grundsätzlich lässt sich eben beobachten, dass Commerce-Projekte insgesamt nicht mehr so entwickler-lastig sind.

Doch gerade bei komplexen Datentransformationen und komplexen Cases bist du irgendwann an einem Limit und da kommt dann wieder Code ins Spiel. Dort hast du wieder mehr Freiheitsgrade.

Hast du ein Beispiel dafür? Für solch eine Limitierung der Low-Code-Plattform?

Ja. Thema: Datenmassen. Wenn ich zum Beispiel eine Million Preise importieren will und mich frage: Wie krieg ich die Daten durchsiebt, ohne dass ich jeden Datensatz 1000-fach anfassen muss. Hier musst du an den Code ran. Und zwar algorithmisch. Heißt, ich packe die Low-Code-Schnipsel und diese Datensätze in Häppchen.

Tech-Talk und App-Store-Analogien

Die Salesforce B2B Commerce Cloud ist noch eine relativ junge Lösung, oder?

Hier muss man zwischen zwei Varianten unterscheiden: Es gibt die Salesforce B2B Commerce Cloud Classic, die Salesforce 2018 von CloudCraze übernommen hat. Die ist technologisch etwas anders aufgebaut als die Lightning Variante.

Es gibt ja grundsätzlich drei Wege, wie du etwas reinbekommst in die Plattform.

  • 1: Die Plattform bringt‘s mit. Vergleichbar ist das mit Smartphones und App Stores. Wenn du dir ein neues Handy kaufst, sind bestimmte Apps schon vorinstalliert. Das wäre im Fall von Salesforce zum Beispiel die Sales oder Service Cloud.
  • 2: Du holst dir was aus dem App Store. So hast du früher die B2B Commerce Cloud bekommen.
  • 3: Ich customize mir etwas im Projekt. Also ich schreibe direkt Code und konfiguriere über Low Code, meine Plattform so, wie ich sie brauche.

Wenn ich das – um bei der App-Analogie zu bleiben – über die App aus dem App Store mache, dann hat das eben bestimmte Limitierungen … Salesforce hat die B2B Commerce Cloud also neu aufgesetzt und Mitte diesen Jahres die Initialversion gelauncht.

Tech-Talk: Benefits der Salesforce B2B Commerce Cloud

Wo siehst du die größten Vorteile bei der Salesforce B2B Commerce Cloud?

Klar ist, die Plattform als solche entfaltet ihr Potenzial, wenn du die Clouds wirklich zusammen benutzt. Salesforce kann Cloud. Cloud-only ist der rote Salesforce Faden.

Dadurch beglücken die sie ihre Kunden mehrfach im Jahr mit Updates. Du hast also tatsächlich das, was im Vertrieb von den Herstellern versprochen wird. Keine riesigen Initialkosten und ein System, das du from scratch entwickeln kannst. Und du wirst immer mit Updates versorgt. Du kannst da also nicht nicht mitlaufen.

Tech-Talk: B2B-Agrar-Commerce

Apropos Mitlaufen: Du warst mit deinem Team im letzten Jahr viel im Bereich Agrar unterwegs. Es scheint, als sei die Salesforce B2B Commerce Cloud sehr beliebt in dieser Branche, oder?

Digitalisierung spielt im Agrarsektor schon lange eine große Rolle und die haben auch schon viel gemacht. Aber der letzte Schritt: also die Kundenbeziehungen, E-Commerce per se, das steckt noch in den Kinderschuhen.

Und ja, gerade Unternehmen, die erst dabei sind, sich e-commerce-seitig dahingehend aufzustellen, profitieren von Plattformen wie Salesforce und Lösungen wie der B2B Commerce Cloud.

Der letzte Schritt ist in dem Sinne ja auch wieder ein erster Schritt 😉 Der erste Schritt in Richtung erfolgreiche digitale Kundenbeziehungen. Danke, Sven.

Tech-telmechtel Gäste im Podcast

Ihr wollt noch mehr von Sven? Dann schaltet heute Abend 17.00 Uhr ein in die letzte Afterwork Special Folge 2020 des Handelskraft. Digital.Business.Talk. Mit dabei ist übrigens auch Mirco, der hier die Premiere des Tech-telmechtels eingeläutet hat. Kann nur großartig werden.

Wir freuen uns auf euch.

Tech-Insights: Salesforce Multicloud bei KWS SAAT

Service und Shopping KWS SAAT Salesforce MulticloudWenn Sven nicht am Podcast Mikro sitzt, hatte er, wie ich gehört und ihr jetzt gelesen habt, in diesem Jahr viel mit Agrar zutun. Unter anderem mit unserem Kunden KWS SAAT. Wie es der Vorreiter im B2B-Agrar-Commerce, unter anderem, geschafft hat, B2C-Standard ins B2B zu übersetzen erfahrt ihr in der brandneuen Success Story: »MVP für ein höheres Service-Level: KWS launcht DXP Salesforce Multicloud«.

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