UX-Trends 2020: Die Zukunft der User Experience ist jetzt

UX Trends 2020
Quelle: pixabay

UX – zwei Buchstaben, die es in sich haben. Denn alles ist UX, beziehungsweise in der digitalen Welt sollte alles auf diese zwei magischen Buchstaben ausgerichtet sein: auf die User Experience, die Nutzererfahrung. Denn wir alle sind nicht nur Menschen, sondern eben auch Nutzer – wir benutzen Dinge seit Urzeiten, um weiterzukommen. Zwischen dem Faustkeil und einem iPhone11 liegt, philosophisch gesprochen, also vor allem jede Menge User Experience.

Es hat sich jedenfalls herumgesprochen, dass wer eine angenehme User Experience bietet, Nutzer bindet. Wie man mit exzellentem User Experience Design für eine positive Nutzererfahrung sorgen kann, das haben wir an anderer Stelle für euch ausführlicher aufgeschrieben. Heute soll es darum gehen, welche fünf UX-Trends Digitalprofis 2020 auf dem Schirm haben sollten.

UX-Trend N° 1: Schnelligkeit

Unsere Welt ist schnelllebig – und wird immer schneller. 2020 sind neben UX nämlich noch zwei andere Zeichen in aller Munde: 5G. Der Ausbau des Mobilfunknetzes um diese Technik wird das mobile Surfen noch flinker machen, und Mobile Devices werden ihren Share im Traffic weiter steigern.

Reagiert eine Seite langsam und baut sich nicht binnen Bruchteilen von Sekunden auf, werden Nutzer dies als schlechte User Experience wahrnehmen – und sich abwenden. Page Speed ist also das Signalwort schlechthin. Wie man für Geschwindigkeit sorgt, erfahrt ihr unter anderem hier.

Ein Trick kann es auch sein, Elemente so anzuordnen, dass Nutzer das Gefühl haben, es hätte sich schon etwas aufgebaut, obwohl es im Hintergrund noch was zu laden gibt – Stichworte: Progressive Web Apps und Skeleton Loading. Was aber 2020 niemand mehr sehen will, es sei denn, man will bewusst für eine schlechte UX sorgen und Nutzer vergraulen, sind Wartehinweise à la »your page is loading…«.

UX-Trend N° 2: Minimalismus

User Experience Designer beschäftigen sich natürlich auch mit Design im Sinne von »gut aussehen«, »schön gestaltet sein«. Doch auch hier geht es nicht um persönlichen Geschmack, sondern darum, was bei Nutzern gut funktioniert.

Seit Jahren besteht ein Trend, der auch 2020 wichtig bleibt. Ob Webseiten oder Digital Devices, Apps, Flyer oder Corporate Identity: weniger ist mehr. Für Webdesigner bedeutet das: Schmeißt eure Hintergrundfarben in die Tonne! Ist ein Relaunch angestrebt, sollte das Design unbedingt frisch und clean daherkommen. Black and White, oder Black or White sind hier quasi gesetzt. Farbliche Akzente in Pastell sorgen für nordische Noblesse, kräftige Farben stehen für Aufbruch. Aber Achtung: Keinesfalls zu viele verschiedene Farben auf einmal verwenden!

Ähnliches gilt auch für die Typographien. Auch hier liegen im Jahr eins nach dem großen Bauhaus-Jubiläumsjahr, in dem überall über minimalistische Gestaltung gesprochen wurde, weiterhin schlichte Schriftartenfamilien im Trend, die bewusst hier und da mit fancy fonts aufgepeppt werden.

UX-Trend N° 3: A/B-Testing

Doch wie findet man eigentlich heraus, was bei Nutzern funktioniert? Ganz einfach, über Nutzer-Forschung. Dies ist kein einmaliges Vorhaben, sondern ein andauernder Prozess. Einer der wichtigsten Trends 2020, um die Nutzerfreundlichkeit zu optimieren, lautet daher: Tests durchführen.

Ein Conversion-Booster schlechthin ist das sogenannte A/B-Testing. Hierbei wird manchen Webseitenbesuchern eine abweichende Version einer Landingpage ausgespielt. Dort ist zum Beispiel die Größe und Farbe eines »Newsletter hier abonnieren«-Buttons anders oder bewegliche Elemente werden moderner eingesetzt.

Mit einer eigenentwickelten Test-Software oder mithilfe eines Drittanbieters wird so Version A gegen Version B getestet und es kann eine statistische Aussage getroffen werden, welche Variante beliebter, nutzerfreundlicher ist. Die Nutzer selbst merken, anders als bei einer Umfrage, nicht, dass sie gerade Teil einer Erhebung sind. Mit A/B-Testing und Usability Tests lässt sich datenbasiert ermessen, welche UX-Design-Feinheiten bei welcher Zielgruppe derzeit erfolgreich sind.

Global Player wie Booking.com schreiben Testing schon seit Jahren mit einer eigenen Testabteilung groß. Kleinere und mittlere Unternehmen sollten diesem Beispiel 2020 folgen, um ihre UX datenbasiert via Tools von Drittanbietern zu optimieren.

UX-Trend N° 4: Farbverläufe

Ein Thema, über das in der UX-Designer-Szene gerade viel gesprochen wird, ist der Trend zu Farbverläufen, »gradients« genannt. Auf immer mehr Flächen wird nicht eine einzelne Farbe verwendet, sondern ein Farbverlauf – was Nutzer offenbar viel mehr anspricht.

Nachdem man mit relativ starken Shifts experimentiert hat – und gefühlt jede App, die was auf sich hielt mit Regenbögen hinterlegt war – geht der Trend auch hier zu minimalistischerer Gestaltung.

Angesagte Gradienten verlaufen derzeit eher zwischen zwei sehr verwandten Farben – etwa von Türkis zu Blau oder Rot zu Lila – oder es machen gar Farb-in-Farb-Verläufe das Rennen, bei denen das Auge auf den ersten Blick gar keinen Farbwechsel wahrnimmt, durch eine Hell-dunkel-Gradientenvariation das Design aber insgesamt an Tiefe und somit Dynamik gewinnt.

UX-Trend N° 5: Bewegliche Elemente

Apropos Dynamik: Panta rhei, alles fließt. Heraklits Diktum, von Platon in seinem berühmten Satz Pánta chorei kaì oudèn ménei (Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln) verschriftlicht, traf wohl zu fast jeder Zeit den Nerv der Zeit, aber im Digitalzeitalter gilt dies ganz besonders – und sogar im doppelten Sinne. Denn was digitale Entwicklungen und damit auch UX-Trends derzeit wirklich ausmacht, ist der Wandel vom Statischen ins Bewegliche.

Die Rede ist von beweglichen und interaktiven Elementen wie Motion Graphics oder Motion Effects. Sie sind wohl der UX-Trend schlechthin, weil sie besonders auf mobilen Seiten für eine tolle User Experience sorgen – und damit schließt sich auch schon wieder der Kreis zu Trend Nummer eins: Ohne Speed, Speed und nochmals Speed funktionieren auch sie nicht.

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