Video Content & Distribution: Mov(i)e, Sound & Cut [Teil 4]

Video Content Distribution Movie
Quelle: Unsplash
Nachdem wir euch im dritten Teil dieser Artikelreihe mit Best Practices und Tipps zu Licht, Perspektiven und Einstellungen versorgt haben, geht es heute weiter mit How To: »Ran ans Gerät«. Für die Produktion eures Video-Contents stehen daher nun: Bewegung(en), Ton und Schnitt auf der Agenda.

Video-Bewegungen der Kamera – weniger ist oft mehr

Kamerabewegungen sind ein probates Mittel, um für mehr Dynamik im Video zu sorgen. Ganz gleich ob Schwenks oder Kamerafahrten (auch improvisiert mit einem Gimbal) – wenn sich nicht nur im Bild etwas tut, sondern sich auch das Bild selbst bewegt, kann das ein Video ungemein aufwerten.

Aber Achtung: Kamerabewegungen erfordern einiges an Übung. Grundsätzlich sollten solche Bewegungen möglichst weich verlaufen und einen vorher festgelegten Start- und Endpunkt haben. Macht solche Kamerabewegungen erst »trocken« und startet die Aufnahme erst, wenn ihr wirklich sicher seid. Das spart später viel Zeit beim Sichten des Materials und beim Schnitt.

Video O-Ton, Off-Ton, Atmo und Musik – die Mischung macht‘s

Wie bereits im zweiten Artikel dieser Reihe erwähnt, solltet ihr dem Ton (bzw. den Tönen) in euren Videos besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Externe Mikros sind dafür ein absolutes Muss. Da es in guten Videos um mehr geht, als um nur eine Person, die vor der Kamera irgendwas erzählt, braucht es ein Grundverständnis davon, welche Arten von Tönen wie miteinander kombiniert werden sollten.

  • O-Ton | kurz für Original-Ton, umfasst all das, was Interviewpartner oder Darsteller während des Drehs ins Mikrofon sprechen
  • Off-Ton | Ton, dessen Quelle nicht im Bild zu sehen ist, z.B. Kommentar eines Sprechers
  • Atmo | kurz für atmosphärischer Ton, umfasst alle Umgebungsgeräusche, die beim Dreh mit aufgenommen werden

Beim Dreh gilt es, das Mikrofon für die O-Töne möglichst nah an der Schallquelle, also dem Mund des Sprechers, zu platzieren. Nur so gelingt es, den unerwünschten Störschall »auszublenden«. Dafür haben sich vor allem preiswerte Lavallier-Mikrofone oder kostenintensive Kondensator(stab)-Mikrofone bewährt.

Sollte der Ton extern aufgezeichnet werden, lässt man den Sprecher bei laufender Aufnahme am besten einmal in die Hände klatschen. Dieses markante Schallereignis hilft später im Schnitt, Bild und Ton zu synchronisieren.

Beim Schnitt des Videos geht es darum, eine gelungene Mischung all dieser Töne zu kreieren. Dafür braucht es in erster Linie einen Referenzpegel, also ein Anhaltspunkt für die maximale Lautstärke. An diesem Pegel kann man sich dann orientieren und beispielsweise dafür sorgen, dass die Musik im Hintergrund den Sprecher nicht übertönt.

Apropos Sprecher: Dessen Ton kann und sollte in einem Audioprogramm separat bearbeitet werden. Dabei geht es in erster Linie darum, den Pegel zu normalisieren, also auf Kosten der Dynamik ein annähernd gleichbleibend lautes Klangbild zu erzielen.

Ein Wort noch zur Musik: Deren Auswahl sollte zu Beginn des Schnitts erfolgen, da sie die Montage und Dynamik des Videos maßgeblich beeinflusst. Wer auf den gängigen Plattformen wie YouTube oder freemusicarchive.org mit den lizenzfreien Angeboten nicht glücklich wird, sollte eine Investition auf Seiten wie premiumbeat.com, bensound.com oder audiojungle.net in Erwägung ziehen.

Video-Schnitt – keine Frage der Software

Um erfolgreiche Videos zu produzieren, brauchst du nicht das beste Schnittprogramm. Selbst mit dem Windows Movie Maker oder für Apfel-Freunde mit iMovie lassen sich wirklich gute Ergebnisse erzielen. Denn beim Schnitt geht es nicht darum, mit immer neuen Effekten und Blenden Fehler beim Dreh zu kaschieren. Es geht darum, eine in einzelne Einstellungen zerlegte Szenerie, stimmig zusammenzusetzen. Und genau deshalb ist es im Umkehrschluss so wichtig, schon beim Dreh einen Plan vom fertigen Film zu haben.

Eine nicht zu unterschätzende Kunst beim Schnitt ist das Straffen langer Handlungen. Anders als die meisten YouTuber, die dafür in Ermangelung schnittfähigen Materials einfach die Geschwindigkeit des Clips erhöhen, setzen erfahrene Filmemacher dafür auf die Kunst der Montage. Ein Beispiel gefällig? Stell dir jemanden vor, der an einer Töpferscheibe sitzt und aus einem Klumpen Ton eine Vase entstehen lässt.

Wird eine solche Szene filmisch auflösen will, hat beim Dreh unter anderem Nahaufnahmen vom Gesicht, den Händen und diversen Arbeitsutensilien gemacht. Das Töpfern einer Vase, dass in Echtzeit ohne Probleme bis zu einer halben Stunde dauern kann, lässt sich nun auf nur wenige Sekunden verkürzen. Denn der stetige Wechsel der Bildinhalte, Einstellungsgrößen und Perspektiven ermöglicht im Schnitt regelrechte Zeitsprünge.

Während der Tonklumpen in einer der ersten Einstellungen noch in die grobe Form gebracht wird, kann beispielsweise nach einer Nahaufnahme des Gesichts oder nach einer Aufnahme, die den Griff zum Schwamm zeigt, schon der letzte Feinschliff an der Vase erfolgen.
Hier die wichtigsten Schnittregeln im Überblick:

  • Establishing Shot zu Beginn
  • Handlungsachsen beachten
  • Kurze Sequenzen aneinanderreihen
  • Einstellungsgrößen und Perspektiven variieren (no go: Totale an Totale)
  • Kontinuität beachten (Anschlussfehler vermeiden)

Video und erfolgreiches Content-Marketing

Content Commerce WP Ohne Content kein Commerce. Wie ihr eure audiovisuellen Inhalte plant und produziert und was ihr bei der Auswahl der Hardware beachten solltet, haben wir in den vergangenen Wochen hier im Detail besprochen. Im letzten Artikel dieser Reihe steht dann die Distribution eurer Videos im Mittelpunkt. Dafür betrachten wir die unterschiedlichen Hosting-Anbieter und zeigen, wie ihr eure Videos in ein erfolgreiches Content-Marketing-Konzept integrieren könnt.

Einige solcher erfolgreichen Konzepte findet ihr im Whitepaper »Content-Commerce. Mit wertvollen Inhalten aus CMS und Shopsystem die Marke stärken« .

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