MCP-Apps im Unternehmen: Vom Chatbot zur interaktiven Arbeitsoberfläche

Eine Frau sitzt glücklich vor einem Monitor und ein Mann schaut skeptisch auf ihren Bildschirm.
MCP-Apps bringen interaktive Benutzeroberflächen diekt in den Chat und erleichtern die Arbeit damit. | Quelle: dotSource

Das Model Context Protocol (MCP) hat die Art und Weise, wie wir KI-Systeme in unsere Infrastruktur integrieren, grundlegend verändert. Es funktioniert wie ein universeller »USB-C-Anschluss« für LLMs und hat es ermöglicht, dass KI-Modelle endlich sicher auf unsere Datenbanken, Dokumente und lokalen Tools zugreifen. Dadurch agieren KI-Agenten deutlich klüger und informierter. 

Doch bisher war diese Kommunikation meist auf Text und strukturierte Daten beschränkt. Wer tiefer in Analysen eintauchen oder komplexe Workflows steuern wollte, musste oft mühsam hin- und her-prompten. Die im Januar vorgestellten MCP-Apps ändern das: Tools können nun direkt interaktive Benutzeroberflächen (UIs) in den Chat bringen. 

Was sind MCP-Apps?

Hinter MCP-Apps verbirgt sich die Erweiterung des Protokolls um eine grafische Ebene. Bisher war MCP darauf spezialisiert, Daten im Hintergrund zwischen Systemen und KI auszutauschen. Der Output für den Nutzer blieb jedoch immer in Textform. 

MCP-Apps machen diesen Austausch jetzt sichtbar und bedienbar. Wenn eine KI via MCP auf ein System zugreift (z. B. eine Datenbank oder ein Projektmanagement-Tool), kann sie nun direkt eine interaktive Benutzeroberfläche in den Chat einbetten. 

Technisch gesehen stellt der MCP-Server eine kleine Web-Anwendung bereit, die direkt im Chatfenster des Nutzers erscheint. Das ermöglicht eine völlig neue Form der Zusammenarbeit: Anstatt komplexe Aufgaben über Hin-und-Her-Prompten zu lösen, nutzt man vertraute Bedienelemente wie Schieberegler, Kartenansichten oder Eingabemasken.  

Die KI und die grafische Oberfläche arbeiten dabei Hand in Hand: Eine Aktion in der App aktualisiert sofort den Wissensstand der KI und umgekehrt. 

Die Vorteile von MCP-Apps im Überblick

Durch die Erweiterung des MCP-Protokolls wird der Austausch von Kontexten und der Umgang mit Informationen nahtloser und interaktiver. Dabei könnt ihr unter anderem von interaktiven Dashboards, reibungslosen Arbeitsflüssen und stetiger Weiterentwicklung profitieren. 

Interaktive Datenanalyse statt Texttabellen

MCP-Apps zeigen Dashboards mit Filtermöglichkeiten direkt im Chat. Ihr analysiert Zahlen selbst, statt euch auf Textzusammenfassungen zu verlassen. Das beschleunigt Entscheidungen und schafft Transparenz. 

Kein ständiger Wechsel zwischen Systemen

Ob KI-Chat, CRM oder Ticketsystem: Eure Mitarbeitenden springen ständig zwischen verschiedenen Anwendungen. MCP-Apps bündeln jetzt Interaktion und Aktion in einer Umgebung. Ihr bleibt im Kontext, arbeitet direkt im Dialog und verliert keine Zeit durch ständige Toolwechsel. 

Stetige Weiterentwicklung für MCP-Fortschritt

Ziel ist es, dass die MCP-Apps in Zukunft überall dort unterstützen, wo MCP bereits im Einsatz ist. Beispielsweise sollen sie auch Entwicklungsteams dabei helfen, interaktive Oberflächen zu erstellen, die in verschiedenen Clients funktionieren. Das reduziert Aufwand und stärkt ein konsistentes Ökosystem. 

Anwendungsbeispiele: So setzt ihr MCP-Apps konkret ein

Durch die Verbindung von KI-Logik und grafischen Oberflächen könnt ihr komplexe Workflows deutlich verkürzen. Hier sind vier konkrete Einsatzszenarien, wie ihr MCP-Apps in eurem Unternehmen nutzen könnt: 

Salesforce: Vom Zahlenoutput zum interaktiven Dashboard

Bisher lieferte eine Salesforce-Anbindung via MCP oft lange Listen von Opportunities oder Umsatzzahlen als Text. Mit einer MCP-App ändert sich die Darstellung grundlegend: Die KI zeigt direkt ein interaktives Dashboard im Chatfenster an. 

JIRA: Ticket-Bearbeitung ohne Kontextwechsel

Die Analyse eines Software-Bugs findet oft im Chatbot statt, die Dokumentation jedoch in JIRA. Eine JIRA MCP App bringt das Ticket-Interface direkt in die Konversation

Marketing-Suche: Assets filtern statt beschreiben

Bei der Suche nach Bildmaterial oder Kampagnen-Assets liefert euch die KI normalerweise eine Liste von Links oder Beschreibungen. Eine MCP-App für Asset-Management rendert stattdessen eine visuelle Galerie

E-Commerce: Produkte entdecken und direkt im Chat kaufen

So könnte die Customer Journey der Zukunft aussehen (Stichwort: Agentic Commerce). Der Kunde lässt sich im Chat beraten, und die KI präsentiert nicht nur Textlinks, sondern eine interaktive Produktgalerie

Im B2B-Einkauf müssen oft Angebote verglichen und Mengen angepasst werden. Auch hier könnte eine MCP-App eine Vergleichsansicht verschiedener Anbieter oder Konfigurationen direkt einblenden. 

Wie sicher sind MCP-Apps?

So gut das auch klingt, fragt ihr (oder eure IT-Abteilung) euch zu Recht, wie sicher das Ganze eigentlich ist.  

Sandbox statt unkontrollierter Code-Ausführung

MCP-Apps rendern UI-Komponenten in isolierten, sandboxed iFrames. Das bedeutet: Der ausgeführte Code erhält nur klar definierte Rechte. Kritische Funktionen bleiben geschützt. Für euch als Unternehmen reduziert das das Risiko, dass externe Tools unkontrolliert auf Systeme oder Daten zugreifen.  

Trotzdem gilt: Jede angebundene Quelle benötigt eine saubere Prüfung und Freigabe durch eure IT- und Security-Teams. 

Transparente Kommunikation zwischen UI und Host

Die Kommunikation zwischen Oberfläche und KI-Client läuft über standardisierte, nachvollziehbare Protokolle. Jede Aktion lässt sich loggen und auditieren. Das schafft Nachvollziehbarkeit bei Tool-Aufrufen und Nutzerinteraktionen. Gerade in regulierten Branchen stärkt das Compliance und Revisionssicherheit. 

Kontrolle durch Freigaben und Governance

Hosts können explizite Nutzerzustimmungen verlangen, bevor eine App serverseitige Aktionen ausführt. Ihr definiert also, wann ein Tool Daten abruft oder Prozesse startet. In Kombination mit Rollen- und Rechtemodellen entsteht eine steuerbare Governance-Struktur. MCP-Apps eröffnen also neue Interaktionsmöglichkeiten, sie erfordern aber klare Sicherheitsrichtlinien, definierte Server-Standards und regelmäßige Überprüfungen. 

MCP-Apps machen aus KI echte Interaktion

MCP-Apps verändern die Rolle von KI im Unternehmen grundlegend. Statt isolierter Textantworten entstehen interaktive Arbeitsoberflächen direkt im Dialog. Dashboards, Formulare oder Ticketansichten erscheinen dort, wo ihr sie braucht. Für euch bedeutet das weniger Systemwechsel und schnellere Prozesse, aber auch eine höhere Nutzerakzeptanz.  

Unsere KI-Expertinnen und -Experten unterstützen euch dabei, machbare Use-Cases für MCP und MCP-Apps zu definieren, MCP-Architekturen strategisch zu planen und bestehende Systeme sauber und datenschutzkonform anzubinden. 

Nutzt unser kostenloses Beratungsgespräch, um herauszufinden, wie der Einstieg in die Nutzung von MCP für euch aussehen kann, und um erste konkrete Schritte für euer Vorgehen zu planen.  

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Über Luise Beyer

Nach ihrem Masterabschluss in BWL an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist Luise seit fast einem Jahrzehnt als Digital Business Analyst bei dotSource tätig. Dort treibt sie die digitale Markenkommunikation voran und verantwortet die Content-Strategie der Unternehmenswebsites mit Fokus auf Copywriting und SEO. Luise hat die Digitalbranche wachsen sehen und zahlreiche Trends miterlebt, bewertet und in erfolgreiche Kampagnen übersetzt, sei es für die Kanäle von dotSource oder die Trendmarke Handelskraft.

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