Warum Micro-Influencer wichtig sind [5 Lesetipps]

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Quelle: pexels.com

Influencer Marketing ist kein Hype mehr, sondern ein fester Bestandteil der Kommunikationsstrategie vieler Unternehmen. Der Grund ist einfach: Influencer werden als Idole verehrt und beeinflussen somit ihre Follower. Das Ziel der Unternehmen ist klar: Über Influencer wollen sie die eigene Markenwahrnehmung steigern und neue Zielgruppen erreichen – man denke nur an die Kampagnen etablierter Firmen wie Adidas mit Kendall Jenner.

Jenseits solcher Top-Influencer aber stellen auch Micro-Influencer eine Alternative als Werbeträger dar. Eine solche Person muss nicht eine Million Follower haben, um einflussreich zu sein, wie Micro-Influencer-Marketing beweist. Anhand erster Use-Cases nehmen wir dieses neue Phänomen unter die Lupe.

Wer sind Micro-Influencer?

Micro-Influencer haben nur ein paar Tausende Follower. Von diesen werden sie für ihr Wissen und ihre Expertise zu einem bestimmten Thema geschätzt. Ihre Social-Gemeinde ist deshalb zwar kleiner, aber sie sind auch sehr engagiert. Deshalb können sie umso wertvoller sein, wenn es um die Promotion einer Marke geht.

Beispielweise sind Shewan Art (@projekt27) und speedzilla (@speedzilla_official) sehr hohe Engagement-Rates gelungen. Der erste ist ein Fotograf, Filmemacher und Grafikdesigner mit knapp 10.000 Followern. 47,5 Prozent der Follower haben auf Bewegungen in diesem Instagram-Konto reagiert. Der letztere begeistert sich für Motorräder – zum Beispiel von BMW. Auch er hat etwa 10.000 Follower und erreicht der Likometer-Statistik zufolge stets etwa 23 Prozent seiner Fangemeinde mit einem Post.

Beide haben zwar weniger Reichweite als ein weltbekannter Fotograf oder ein Rennfahrer-Profi, aber sie sind als Influencer für Marken auch viel leichter und vor allem für kleinere Budgets als Influencer zu gewinnen.

So wertvoll sind Micro-Influencers

Micro-Influencer haben ein spezifisches Nischenpublikum und sind tief mit ihnen verbunden. Sie beeinflussen nicht global, sondern eher regional. In diesen Zusammenhang kann die Zusammenarbeit mit Micro-Influencern sehr effektiv sein. Allerdings lassen sich im Vergleich zu größeren Influencern auch einige Nachteile benennen.

Vorteile

1. Sie haben ein hohes, sehr motiviertes Following

Follower vertrauen ihnen, schätzen sie und interagieren regelmäßig mit ihnen. Sie neigen stärker dazu, das vom Influencer präsentierte und diskutierte Produkt zu mögen und mehr darüber erfahren zu wollen, als es bei Influencern mit einem Publikum von über 700.000 Followern der Fall ist. Dessen Fangemeinde schenkt einem Post vielleicht ein „like“, mehr aber auch nicht.

Tatsächlich sind Micro-Influencer-Inhalte 6,7-mal effizienter als größere Influencer, was beweist, dass sie trotz ihrer geringeren Fangemeinde viel für eine Marke leisten können.

2. In der Regel sind sie billiger

Da sie nicht so viele Follower haben, kassieren sie nicht so viel. Micro-Influencer sind also weitaus kostengünstiger als Werbeträger. Laut einer Studie berechnen 84 Prozent der Micro-Influencer weniger als 250 Dollar für einen einzelnen, werbebezogenen Instagram-Post.

Mit diesem Tool kann man diese Aussage überprüfen:

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Quelle: Influencer Marketing Hub

Dieselbe Studie ergab, dass 70 Prozent der Micro-Influencer jedes Jahr an weniger als fünf Marketingkampagnen arbeiten. Das bedeutet: weniger Werbung und größere Resonanz.

Neben den niedrigeren Kosten gibt es also auch einen geringeren Wettbewerb.

3. Der Content ist authentisch

Micro-Influencer interessieren sich wirklich für ihre Nische, sie leben sie und produzieren so Inhalte, die relevanter und einzigartiger sind.
Hello Kitty setzt zum Beispiel bereits seit Jahren auf Micro-Influencer als digitale Content-Producer, um ihre Marke zu stärken.

Doch Micro-Influencer-Marketing ist kein anspruchsloses Business. Es erfordert einiges an strategischer Planung auf beiden Seiten – aufseiten des Markenengagements und aufseiten der Influencer, die ihre soziale Fangemeinde ausbauen und begeistern wollen. Deswegen hat Sanrio, der Lizenzinhaber von Hello Kitty, die “Hello Kitty Gang” ins Leben gerufen: eine Gruppe von 200 Micro-Influencer, die zwischen 10.000 und 100.000 engagierte Follower auf Social Media haben und so ein Millionenpublikum erreichen, obwohl sie dafür nicht dezidiert von Hello Kitty bezahlt werden.

Die Mitglieder der Hello Kitty Gang sind vielmehr echte Fans von Hello Kitty, die Hello Kitty-Produkte limitiert oder vorab erhalten und so dazu eingeladen werden, ein exklusiver Teil der Marke zu sein und darüber auf Social Media zu berichten – was Sanrio wiederum mit wertvollen Informationen versorgt, welches Produkt bei Hello Kitty-Kunden welche Reaktion ausgelöst hat.

Nachteile

Wie schon erwähnt, haben Micro-Influencer per se eine kleine Community. Auch über das aktivste Netz an Micro-Influencern wird es für Unternehmen schwer, so viele Menschen zu erreichen wie es mit Superstars möglich wäre. Außerdem sind Micro-Influencer oft noch nicht so professionell darin, Promotions mit Marken durchzuführen.

Und doch: Der smarte Einsatz von Micro-Influencer ermöglicht es Marken heutzutage, die ROI immens zu steigern und potentielle Kunden besser anzusprechen. Micro oder Macro, Einfluss oder Reichweite? Das ist eine strategische Entscheidung, abhängig vom obersten Unternehmensziel.

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