Digitalisierung der Pharma-Branche: Was ist dran an »Beyond the Pill«?

Digitalisierung Pharma Branche
Quelle: pexels / pixabay

Seit Jahren ist die Rede davon, dass Pharmaunternehmen ihre Strategien »Beyond the Pill«, also über die Pille hinaus, entwickeln sollen. Die Vision: Pharmaunternehmen werden vom Arzneimittelhersteller zum Gesundheitsanbieter. Einige Leuchtturmprojekte gibt es bereits, aber auch viele halbherzige Initiativen, die ins Leere laufen.

Wir erklären die Begrifflichkeit kurz und knapp und verraten, warum es nicht so wichtig ist, wie man den Wandel nennt, solange man die richtigen Fragen stellt – und vor allem, welche beiden grundlegenden Entscheidungen jedes Pharmaunternehmen hinsichtlich »Beyond the Pill« treffen muss.

Digitalisierung aka »Beyond the Pill«

Der Begriff »Beyond the Pill« bezeichnet die Erkenntnis, dass das traditionell produktzentrierte Pharma-Geschäftsmodell nicht mehr greift. Lösungsansatz: Investitionen in Services und digitale Technologien, die über das Arzneimittel hinausgehen und damit die Bedürfnisse der Patienten stärker in den Blick nehmen.

Das kommt bekannt vor? Richtig, denn im Moment schwirren verschiedene Begriffe umher, die alle in dieselbe Richtung zielen – ob von der »digitalen Transformation« die Rede ist, oder von »Medicine as a Service«. Beschrieben wird ein Paradigmenwechsel, der alle Akteure im Gesundheitssystem betrifft. Pharmaunternehmen müssen sich auf ein verändertes Marktumfeld einstellen und mehr Verantwortung für den »Patient Outcome«, also die Impulse der Patienten selbst, übernehmen.

Digitalisierung im Pharma-Bereich immer noch eine Herausforderung

Pharma-Außendienste schrumpfen zusehends in den letzten Jahren und sind typischerweise immer noch nach den Zielgruppen Arzt, Klinik und Apotheke fokussiert. Nicht nur deswegen steht das althergebrachte Vertriebsmodell infrage. So wird heute die Abgabe eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels in 80 Prozent aller Fälle in der Apotheke entschieden. Dies ist u.a. der Generikaquote in Deutschland und den damit verbundenen Rabattverträgen geschuldet. Weil der Preis zunehmend entscheidend ist und der Außendienst verschreibungspflichtiger Medikamente deswegen an Bedeutung verliert, werden neue Modelle in Betracht gezogen, die sich in den Begriffen »Beyond the Pill«, »Patientenzentrierung« oder »Key Account Management« widerspiegeln.

In der Realität gehen die Vertriebsmodelle der Pharmaindustrie jedoch selten über die Bewerbung des Arzneimittel hinaus und unterscheiden sich im Wettbewerb nur wenig.

Digitalisierung kann das gesamte Gesundheitssystem unterstützen

Wenn man schaut, wie Innovationen »Beyond the Pill« konkret aussehen, dann wird deutlich, wie eng der Wandel mit der digitalen Transformation verwoben ist. Smarte Kontaktlinsen, die den Glukosespiegel von Diabetespatienten messen, Apps die zur korrekten Einnahme des Medikaments motivieren, digitale Assistenten die mithilfe von künstlicher Intelligenz Symptome erkennen oder Pillen, die einen integrierten Chip haben, um die Adhärenz zu messen, sind typische, digitale »Beyond the Pill« Lösungen.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Anforderungen und Bedürfnisse der Kunden und Patienten, die ihre digitalen Erfahrungen aus anderen Branchen zunehmend auch auf den Apotheken- und Pharmaziemarkt übertragen. Die altbekannte Flexibilität und Bequemlichkeit, die Onlineshopping im Allgemeinen bietet, erwartet man zusehends auch von Apotheken.

Laut einer Studie von Bitkom bestellen 58 Prozent der deutschen Verbraucher Medikamente bereits online. Tendenz steigend. Der Online-Versandhandel ist jedoch nur ein Baustein bei der Digitalisierung von Apotheken. Vielmehr geht es um die Förderung von digitalen und technologischen Lösungen und die Vernetzung des Gesundheitssystems, aber auch um Datennutzung und Akzeptanz.

Ein Paradigmenwechsel im Pharma- Geschäfts- und Vertriebsmodell mit stärkerem Fokus auf »Patient Outcomes« ist daher aus unternehmerischer Sicht unverzichtbar. Vereinzelt machen es Arzneimittelhersteller heute bereits vor und zeigen beispielsweise mit Risk-Sharing Modellen oder Adhärenz-Programmen, wie die Branche ihrem Anspruch dem »Patient Outcome« verpflichtet zu sein, gerecht wird. Gesamtwirtschaftlich wird das den gesunden Wettbewerb beflügeln und zu einer effizienteren Arzneimittelversorgung beitragen.

Digitalisierung für Apotheken und Gesundheitswesen: Patienten- und Zukunftsorientiert

Und nun? Was heißt das konkret? Und was könnt ihr jetzt tun?

Zum Beispiel persönliche, digitale Beratungsangebote schaffen – gerade in Zeiten von Corona gefragter denn je. Oder durch ein generalüberholtes CRM-System Patienten und Kunden zur richtigen Zeit mit passgenauen pharmazeutischen Angeboten überzeugen. Oder mit der richtigen Content-Marketing-Strategie potenzielle Neukunden durch umfassende Informationen über bestimmte Medikamente informieren. Oder den Onlineshop fit fürs E-Rezept machen, welches 2021 kommen wird.

Oder, oder, oder. Möglichkeiten, die Weichen jetzt Richtung Digitalisierung zu stellen gibt es viele. Lasst euch noch heute von unseren Branchen-Experten beraten und macht euch fit für die digitale Zukunft. Denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Digitale Trends und mehr im Handelskraft Trendbuch 2021 

digitale freiheit trendbuch handelskraft 2021 cover ctaDie Digitalisierung greift seit vielen Jahren nicht nur in der Pharma-Branche um sich, sondern ist als allumfassende, allgegenwärtige Chance zu verstehen, sich für die Zukunft fit zu machen.

Greift diese Chance beim Schopfe und ladet euch noch heute kostenlos das neue Handelskraft Trendbuch herunter!

(7 Bewertung(en), Schnitt: 5,00 von 5)
post ratings loaderLoading...

Schreibe einen Kommentar