»Innovationskraft steckt in unserer DNA«– B2B DMC 21-Speakerin Claudia Jung, Heidelberger Druckmaschinen AG [Interview]

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Als Traditionsunternehmen bringt die Heidelberger Druckmaschinen AG über 160 Jahre Erfahrung in der Maschinenbraubranche mit. Das Unternehmen hat es sich selbst zur Mission gemacht, die digitale Zukunft der Branche mitzugestalten. Damit die digitale Transformation stetig vorangetrieben wird, befassen sich Claudia Jung und die Heidelberg Digital Unit täglich mit neuen Trends und innovativen Projekten.

Eine der größten Herausforderung ist der laufende E-Shop-Rollout in 36 Länder-Gesellschaften. Auf der B2B DMC 21 spricht Claudia in ihrem Vortrag »Human Factor? Bei einem globalen Software Rollout die größte Herausforderung!« über eben dieses Projekt.

Erste Eindrücke zur Heidelberg Digital Unit, dem Projektmanagement und der Motivation der Mitarbeiter gibt sie uns vorab im Interview.

Innovationskraft: Mit Neugier und persönlichem Austausch zu digitalen Geschäftsmodellen

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat bewiesen, dass es sich nicht ausschließt, ein Traditionsunternehmen und digitaler Vorreiter einer Branche zu sein. Wie schafft ihr es, euch stetig weiterzuentwickeln?

Wir sind zwar ein Traditionsunternehmen und auch als solches bekannt, aber in unserer DNA steckt viel Innovationskraft. Nicht jetzt erst, auch schon in der Vergangenheit haben wir innovative Druckmaschinen mit tollem Design entwickelt und diese Innovationskraft auch schon Anfang der 2000er in das Thema Digitalisierung gesteckt.

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat früh die Zeichen der Zeit erkannt und verstanden, dass das Thema Daten wichtig ist, um neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln zu können. Im Jahr 2018 wurde dann die Heidelberg Digital Unit gegründet, um diese digitalen Geschäftsmodelle und das Thema digitale Transformation im Allgemeinen weiter voranzutreiben.

Unsere Neugierde hilft uns dabei, uns stetig weiterzuentwickeln. New Work spielt hierbei für uns eine große Rolle. Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie arbeiten wir zusammen und wie arbeiten wir auch bereichsübergreifend zusammen. Moderne Kollaborationsmodelle und eine offene Arbeitswelt unterstützen uns dabei, mitzubekommen, was in welcher Abteilung passiert. Generell sind wir open- minded und sprechen vor allem durch unsere neuen Räumlichkeiten auch junge und kreative Köpfe an.

Aber auch der Austausch mit Firmen und Kollegen aus anderen Branchen ist wichtig, um zu wissen, was die aktuellen Themen sind. Veranstaltungen wie die B2B Digital Masters Convention helfen uns, zu verstehen, woran andere Unternehmen gerade arbeiten und was wir für uns daraus mitnehmen können.

Du hast eben von der Heidelberg Digital Unit gesprochen, die die Digitalisierung im Unternehmen vorantreiben soll. Wie ist diese aufgebaut und mit welchen Aufgabenbereichen befasst sie sich?

Bei ihrer Gründung 2018 bestand die Heidelberg Digital Unit etwa aus 30 Leuten. Mittlerweile sind wir um die 60 Mitarbeiter. Sie wurde mit dem Zweck gegründet, die digitale Transformation und das digitale Denken im Unternehmen voranzutreiben.

In der Digital Unit sind verschiedene Abteilungen untergebracht. Zum einen das Marketing. Da wir aus dem Druckbereich kommen, liegt es nahe, auf Printwerbung zurückzugreifen. Trotzdem können auch wir uns nicht vor neuen Online-Kanälen verwehren.

Außerdem sind die Bereiche Sales Excellence, Data Analytics und Digital Ecosystem, den ich verantworte, in der Unit verankert. Wir fokussieren uns auf E-Commerce, die Kundenplattform und das Identity Management, also die Rechte- und Rollenverwaltung der einzelnen Plattformen.

Innovationskraft und Kommunikation führt zum Ziel

Ein globaler Rollout über 36 Länder ist ein anspruchsvolles Wagnis. Was ist euer Konzept, um hierbei den Überblick zu behalten und wie gelingt euch die Umsetzung?

Am Anfang lag unser Fokus auf der Umsetzung der technischen Anforderungen. Dabei haben wir uns sehr stark auf den Pilotkunden konzentriert. Um 36 Ländergesellschaften auszurollen, reicht es aber nicht, sich nur auf die Entwicklung der Plattform zu konzentrieren. Wir brauchen auch für das Projektmanagement einen detaillierten Plan. Nachdem erstem Rollout haben wir also erst mal To-Do-Listen erstellt: Wer macht was bis wann? Wieviel ist schon erfüllt? Wo gibt es Showstopper? Wo Wechselwirkungen?

Dabei haben wir anfangs was sehr Wichtiges vergessen: die Kommunikation. Also haben wir beschlossen, mit den Ländern, die als nächstes mit dem Rollout dran waren, wöchentliche Termine einzuführen, um sie informiert zu halten und die nächsten Schritte zu besprechen.

Je komplexer die Projekte, desto mehr wird das Durchhaltevermögen der Mitarbeiter strapaziert. Was rät die Heidelberger Druckmaschinen AG, um die Motivation der Mitarbeiter auch langfristig hochzuhalten?

Wir haben in der kompletten Phase alle Emotionen durchlebt. Wenn ein wichtiger Meilenstein erreicht wurde, konnten wir dies leider nur kurz genießen und uns auch nicht darauf ausruhen, weil es eigentlich direkt weiter ging. Da haben wir uns schon die Frage gestellt, wie motivieren wir unsere Mitarbeiter weiter?

Auch dabei ist Kommunikation, Wertschätzung aber auch kleine Aufmerksamkeiten wichtig. Da das ganze Projekt während der Pandemie lief, war es zusätzlich schwer, die Mitarbeiter zu erreichen. Mein Kollege und ich haben also irgendwann Care-Pakete geschnürt mit allem, was man so braucht, um neue Energie zu sammeln und den Mitarbeitern nach Hause geschickt.

Das kam super an, weil sie gemerkt haben, dass ihre Leistung gesehen und wertgeschätzt werden. Aber auch das Team an sich ist ein entscheidender Faktor für die Motivation. In jedem Projekt gibt es Highlights und Lowlights und die Täler muss man eben auch gemeinsam durchschreiten.

Du bist zum ersten Mal bei der B2B DMC. Was erwartest du von der Konferenz und was können die Teilnehmer von deinem Vortrag erwarten?

Spannende Vorträge, neue Impulse und hoffentlich zu lernen, dass es bei anderen auch nicht immer optimal läuft. Aber auch zu lernen, wie sind sie mit Problemen umgegangen und welche Hürden mussten sie bewältigen, die uns vielleicht noch bevorstehen.

Auch ich möchte nicht nur über die glorreichen Dinge sprechen, sondern auch darüber berichten, was nicht so gut lief. Zu zeigen, dass es auch Tage gibt, an denen nichts läuft und wie man die Ruhe bewahrt, wenn das System plötzlich down ist.

Innovationskraft auch bei STIHL: Das erwartet euch im nächsten Interview

Kundenzentrierung steht bei der STIHL AG an erster Stelle. Neue digitale Produkte sollen den STIHL-Kunden zusätzlichen Service bieten. Wie das Unternehmen stetig neue Innovationen hervorbringt und Kunden zu Fans werden, erzählt uns Anja Höft im nächsten Interview am 19.10.

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