Mobile App als neuer Absatzkanal: Strategie und Design in 4 Schritten

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Quelle: UX Indonesia | unsplash

Sie sind unsere ständigen Begleiter im Alltag: Mobile Apps auf dem Smartphone zählen unsere Schritte, verwalten unsere Fotos oder schlagen uns vor, was wir essen und wen wir dabei daten sollten. Ganz besonders haben Verbraucherinnen und Verbraucher die Vorzüge von Shopping-Apps zu schätzen gelernt: Einkaufen überall und zu jeder Zeit – unterwegs in der Bahn oder ganz entspannt zwischen zwei Espressi im Lieblingscafé.

Inzwischen werden mehr als die Hälfte aller Online-Einkäufe auf mobilen Geräten getätigt. In Deutschland hat sich der Umsatz mit mobilen Apps allein zwischen 2018 und 2021 somit fast verdoppelt, auf mehr als 3 Milliarden Euro. Nutzt also das Potenzial einer eigenen Mobile App und geht damit einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Omnichannel-Strategie.

Unternehmen wie Sonderpreis Baumarkt mit der »Macher«-App zeigen, wie es geht. Sie steigern mit einer eigenen Mobile App die Verfügbarkeit ihrer Dienste und bieten ihren Kundinnen und Kunden zusätzliche Mehrwerte.

Mobile App für eure Kunden:

    1. Strategie und Konzeption
    2. Mobile-App-Design
    3. Kundenbindung to go
    4. Success Story: Sonderpreis Baumarkt

Mobile-App-Strategie und Konzeption

Eure User davon zu überzeugen, eure App auf ihren mobilen Geräten zu installieren, ist die eine Sache – dass sie diese nicht sofort wieder deinstallieren eine andere. Darum sollte sie zusätzlichen Service bieten, reibungslos funktionieren und natürlich optisch ansprechend gestaltet sein. Integriert daher eine gut durchdachte, sinnvolle Mobile-Strategie in die bestehende Unternehmensvision und berücksichtigt die Bedürfnisse eurer Zielgruppe. Eine strategisch gut geplante und optisch ansprechende App ermöglicht euch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen der Branche.

Zunächst solltet ihr dabei definieren, welchen Zweck die App erfüllen und welche Mehrwerte sie eurer Zielgruppe bieten soll. Sie kann beispielsweise den Einkauf im Geschäft unterstützen, als zusätzlicher Onlineshopping-Kanal dienen oder eurer Zielgruppe neue Inspirationen wie etwa Rezepte oder DIY-Anleitungen liefern. Manche Apps kombinieren sogar mehrere dieser Möglichkeiten. Auch Use Cases wie das Scannen von QR-Codes, mobile Push-Benachrichtigungen bei Sonderangeboten oder sogar Augmented-Reality-Funktionen können das Shoppingerlebnis eurer Kunden verbessern.

Legt dafür bereits in der Konzeption konkrete Touchpoints fest, an denen die App die Interaktion mit eurer Kundschaft unterstützt. Um die Customer Journey zu verbessern, kann es mitunter sogar sinnvoll sein, bisherige Kundenkontaktpunkte ganz durch die App zu ersetzen.

Um eine optimale Mobile-App-Strategie für euer Digital Business zu entwickeln, solltet ihr diese vier Schritte absolvieren:

Schritt 1: Analyse von Markt, Kunden und Wettbewerb

Damit eure App den Anforderungen eurer Nutzerinnen und Nutzer optimal gerecht wird, gilt es vor der Entwicklung ein möglichst umfassendes Verständnis für eure Zielgruppe zu entwickeln:

  • Wer genau soll die App nutzen?
  • Welche Teile eures bisherigen Kundenstamms möchtet ihr ansprechen?
  • Welche neuen User wollt ihr mit dem Zusatzangebot erreichen?

Hierbei empfiehlt es sich, konkrete Personas zu definieren – also hypothetische User, die eine Zielgruppe mit ihren typischen Eigenschaften und Nutzerverhalten repräsentieren. Auch ein genauer Blick auf die App-Stores hilft euch dabei, das Angebot an mobilen Applikationen eurer Wettbewerber zu überblicken. Welche Features, die für eure Zielgruppe wichtig wären, hat eure Konkurrenz nicht bedacht?

Könnt ihr diese Frage beantworten, punktet ihr mit echten Mehrwerten und erweist so eurer Brand und den Usern eurer App einen großen Dienst.

Schritt 2: Targeting und Sichtbarkeit

Auch die besten Mehrwerte müssen vom User erst einmal wahrgenommen werden. Darum gehören zu eurer Mobile-App-Strategie auch konkrete Maßnahmen, um die App zu bewerben – zum Beispiel direkt in den großen App-Stores für iOS und Android oder auf Social Media.

Die erhöhte Sichtbarkeit eurer Marke und eurer Angebote durch eine Präsenz etwa im Google Play Store ist dabei ein Vorteil, der nicht unterschätzt werden darf. Ähnlich wie bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) gibt es Möglichkeiten, den Eintrag für eure Mobile App möglichst aussagekräftig zu gestalten. Im Rahmen von App Store Optimierung (ASO) werden ein eingängiger Titel, eine passende Beschreibung und ansprechende App-Screenshots hinterlegt. So stellt ihr sicher, dass relevante User eure mobile Anwendung im App-Store finden und den Finger zum Download-Button wandern lassen.

Schritt 3: Monetarisierung

Es gibt verschiedene Ziele, die ihr durch den Einsatz einer Mobile App erreichen könnt. Gewinnt ihr durch die App neue Kunden und bindet bestehende, könnt ihr somit indirekt euren Umsatz steigern.

Aber auch eine direkte Monetarisierung über In-App-Käufe oder Abo-Modelle kann für bestimmte Leistungen sinnvoll sein. Beispielsweise kann ein Fahrradanbieter einen kostenpflichtigen Tourenplaner im App Store anbieten.

Schritt 4: Datenschutz

Ähnlich wie bei Websites gilt: Wollt ihr als Unternehmen eine App betreiben, müsst ihr euch an die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) halten. Die Datenschutzerklärung muss für eure App individuell angepasst werden, damit beispielsweise spezifische Berechtigungen und Verarbeitungsprozesse für den mobilen Use-Case abgedeckt sind. Eine lückenlose Dokumentation bei der App-Entwicklung kann euch dabei helfen, die Datenflüsse später besser nachzuvollziehen und etwaige Sicherheitslücken schneller aufzudecken.

UX-Design für eure Mobile App

Es gilt der Grundsatz: Damit ihr eure strategischen Ziele erreicht, sollte eure App ebenso nutzerfreundlich wie abwechslungsreich aufgebaut und gestaltet sein. Ein gutes User-Experience-Design ermöglicht euren Kunden eine intuitive Bedienung der digitalen Kanäle und schafft eine einheitliche Brand Experience. Hierbei zählt oft schon der erste Eindruck, damit nach dem App-Download nicht schnell die Deinstallation folgt. Neue User müssen also intuitiv finden, wonach sie suchen, während eure bestehenden Kundinnen und Kunden sich Mehrwerte durch innovative App-Funktionen erwarten.

Eine erste Visualisierung der Ideen und Tests verschiedener Nutzungsszenarien zeigen euch bereits vor der eigentlichen App-Programmierung, ob und wie eure Anforderungen umsetzbar sind.

Für das bestmögliche User-Experience-Design euer Mobile App solltet ihr folgende vier Schritte beherzigen:

Schritt 1: User Research

Ermittelt die Bedürfnisse eurer Zielgruppe bereits vor der Entwicklung erster Features. Dabei ist der Kontext relevant, in dem eure User die fertige App später verwenden:

Sind beispielsweise alle Elemente auch dann gut erkennbar, wenn die App im Freien bei hellem Sonnenlicht genutzt wird? Benötigen eure User Ton oder alternativ Untertitel, um gewisse Elemente zu konsumieren?

Die Erstellung solcher konkreten Praxisszenarien und Experience-Maps helfen euch dabei, potenzielle Herausforderungen von Anfang an mitzudenken. Dabei werden alle möglichen Schritte abgebildet, die User in der App gehen könnten, um ihre Emotionen und Painpoints besser nachzuvollziehen und bei der Ausgestaltung proaktiv zu berücksichtigen.

Nachdem dann klar ist, welche Anforderungen eure Zielgruppe hat, könnt ihr konkrete Inhalte festlegen. Welche Art von Content benötigen die User in welcher Form und wie viele Seiten benötigt die App insgesamt?

Schritt 2: Prototyping

Im Anschluss daran können diese Inhalte in einem digitalen, bereits interaktiven Prototyp sichtbar gemacht werden. Nutzt diesen als Grundlage für erste Evaluationen und Nutzer-Tests – die Probe aufs Exempel quasi, am echten Menschen. So könnt ihr zum Beispiel bereits vor der eigentlichen Programmierung überprüfen, wo welche Elemente in der App bestenfalls platziert sein müssen, damit User diese intuitiv nutzen können.

Um in kürzester Zeit einen solchen ersten Prototypen zu entwickeln, eignen sich übrigens Design-Sprints. Dabei arbeitet ein Team aus den Stakeholdern aus den relevanten Unternehmensbereichen zeitlich begrenzt an der Umsetzung einer bestimmten Aufgabe. Ein dabei entstandener, gut ausgereifter Prototyp verhindert zusätzliche Kosten.

Schritt 3: Unverwechselbar dank Styleguide

Eure Mobile App hat nun also ein nutzfreundliches und zugleich umwerfend schönes Design – aber ist auch direkt erkennbar, dass es eben eure App, dass es euer Design ist? Schließlich sollen eure treuen Kunden gleich im App-Store erkennen können, dass es sich hier um eine Anwendung ihrer favorisierten Marke oder ihres Lieblingsshops handelt. Das schafft Vertrauen und macht Fingerdruck auf den Download-Button gleich noch etwas wahrscheinlicher.

Nutzt einen digitalen Styleguide, um für eure Marke einen solchen Wiedererkennungswert zu schaffen und damit die Bekanntheit eures Unternehmens zu steigern. In diesem werden konkrete Gestaltungsrichtlinien für die gesamte Kommunikation festgelegt – seien es die zu verwendenden Farben und Schriftfarben, bestimmte Schreibweisen oder insgesamt die Art der Kundenansprache: Duzt oder siezt ihr beispielsweise eure Zielgruppe?

Ein solcher Styleguide ist also nicht nur nützlich, um eure App als Kanal zur Kundenkommunikation zu positionieren, sondern sichert euch einen einheitlichen Markenaufritt auf allen Kanälen. Bestenfalls verfügt ihr deswegen schon unabhängig von eurer App-Entwicklung über solche Designrichtlinien und ergänzt diese dann einfach entsprechend für den Use-Case einer unternehmenseigenen Mobil-Applikation.

Schritt 4: App Design weiterentwickeln mit professionellem Audit

Wer rastet, der rostet – ganz besonders gilt das, wenn es um digitale Projekte geht. Denn App-User erwarten, dass sich die von ihnen genutzten Anwendungen stetig verbessern und weiterentwickeln. UX-Audits helfen euch dabei, die Optimierungspotenziale eurer App aufzudecken und diese optimal in eine plattformübergreifende User-Experience eurer Zielgruppe einzubinden. Darüber hinaus könnt ihr mithilfe solcher Audits überprüfen, ob gesetzte Ziele und Vorgaben erreicht wurden und wie ihr diese gegebenenfalls anpassen müsst.

Mobile Apps: Kundenbindung to go

App-User erwarten innovative und nützliche Features, die ihnen Händler und Marken anbieten. Ein Feature, dass in diesem Kontext immer mehr Handelsunternehmen für sich entdecken, sind Kundenbindungsprogramme mit diversen Vorteilen und Vergünstigungen, die in Gestalt von (oder als Feature in) unternehmenseigenen Apps angeboten werden. Ein Service, der ankommt, wie eine aktuelle Konsumentenbefragung der IFH KÖLN zu „Loyalty Apps“ zeigt: 80 Prozent der Befragten nutzen solche Kundenbindungsprogramme in Form von Apps.

Sonderpreis Baumarkt App: Mobiler E-Commerce trifft Servicegedanken

Ein Beispiel für diesen Ansatz bietet die native Mobile App von Sonderpreis Baumarkt, die dotSource für iOS und Android umgesetzt hat. In der App wird unter anderem die Kundenkarte, die so genannte »Macher«-Karte, digital abgebildet.

Die Discount-Baumarktkette, die zur fränkischen FISHBULL Franz Fischer Qualitätswerkzeuge GmbH gehört, ist mit mehr als 300 Filialen inzwischen bundesweit präsent. Seit 2014 betreibt das Unternehmen zudem einen Onlineshop. Um ihren Kunden auch mobil einen bequemen und schnellen digitalen Zugriff auf Angebote und Services zu bieten, war der nächste Schritt für den E-Commerce-Player naheliegend.

Mit der unternehmenseigenen App steigerte Sonderpreis Baumarkt die Kundenbindung. Auch das wöchentliche Angebotsblatt des Baumarkt-Discounters ist in der App unkompliziert abrufbar und mit dem Onlineshop verknüpft. Indem User direkt im Faltblatt ein Produkt anklicken und somit zum Shop gelangen, steigt die Wahrscheinlichkeit zum Kaufabschluss.

Auch das Feature eines digitalen Kassenzettels bietet einen zusätzlichen Service für die Kunden der Baumarktkette: Digitale Kassenzettel können – anders als die althergebrachte Papiervariante – nicht verlegt werden oder verlorengehen, falls doch einmal ein Umtausch nötig sein sollte. Anhand der in der App archivierten Bons lassen sich außerdem frühere Einkäufe im Markt präzise nachvollziehen. Das ist dann hilfreich, wenn etwa längere Zeit nach dem Renovieren einmal Lasur in einer ganz bestimmten Farbe nachgekauft werden muss. Für den schnellen und unkomplizierten Zugriff lässt sich der digitale Kassenzettel auch direkt als Widget auf dem App-Dashboard integrieren.

Mit der App gewinnt Sonderpreis Baumarkt so einen wichtigen Baustein für eine moderne Customer Journey im Omnichannel-Zeitalter.

Progressive Web Apps – die Zukunft der Mobile Apps?

Wir haben festgestellt, dass Mobile Apps euch eine Menge Vorteile als zusätzlicher Kanal für die Kundeninteraktion bieten. Es gehört allerdings auch zur Wahrheit dazu, dass diversen Nutzeranalysen zufolge nur noch ein Bruchteil der Smartphone-User neue Apps installiert – der durchschnittliche User besucht dafür aber sicherlich Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Websites pro Monat.

Warum also nicht diese Reichweite von Websites mit den Möglichkeiten einer Mobile App verbinden? Progressive Web Apps (kurz PWA) schließen quasi diese Lücke zwischen reiner Mobile App und reiner Website.

Progressive Web Apps: Was sie können – und was nicht

Eine Progressive Web App ist, vereinfacht gesagt, eine Website, die viel mit einer mobilen App gemein hat. So kann eure Zielgruppe auch offline auf diesen Web-Content zugreifen. Zudem können PWAs, ähnlich wie herkömmliche Apps, dem Homescreen des Smartphones hinzugefügt werden.

Anders als so genannte native Apps, die für das Betriebssystem des mobilen Endgeräts, also iOS oder Android programmiert sind, wird eine Progressive Web App von einem Webserver bereitgestellt. Nutzerinnen und Nutzer können die App-Anwendung dadurch via Browser auf einer Vielzahl von Geräten abspielen. Die PWA muss dafür nicht installiert werden. Native Apps schon – sie haben aber den Vorteil, dass User mit ihrem einfacheren Zugriff auf Hardware-Funktionen wie etwa die Kamera des Smartphones haben. Allgemein bieten sie oftmals eine bessere Performance.

Progressive Web Apps: Google-Suche statt Google Play

Da bei einer PWA keine Installation nötig ist, finden User sie auch nicht in den üblichen App-Stores. PWAs werden über eine URL abgerufen. Als solche können sie auch leichter gefunden werden, nämlich ähnlich einer Website zum Beispiel über die Google-Suche. Dadurch bietet eine PWA ein immenses Potenzial, um eure Reichweite und somit das User Engagement zu steigern.

Doch wie so viele schöne Medaillen hat auch diese zwei Seiten: App-Stores haben bestimmte Vorgaben – etwa Sicherheits-Guidelines – für die bei ihnen gelisteten Applikationen. Viele User sehen darin eine Art Qualitätssiegel oder geben zumindest einen Vertrauensbonus, den eine einfache URL nicht so einfach für sich beanspruchen kann.

PWAs stecken insgesamt noch weitgehend in den Kinderschuhen – laut Schätzungen sind beispielsweise nur etwa 17 Prozent der Seitenaufrufe in Google Chrome PWA-bezogen. Sie haben aber das Potenzial, das Nutzerverhalten der Smartphone-User entscheidend zu verändern – weg von der klassischen, nativen Mobile App hin zu einer Website im Gewand einer App.

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Wohin die Zukunft der Apps auch geht: Klar ist, dass der Mobile-Kanal weiter an Bedeutung zunehmen wird. Befasst euch also jetzt mit der Frage, ob und wie ihr eure Zielgruppe mit einer eigenen Mobile App ansprechen könnt.

Ein erfahrener Digitalisierungspartner ist bei diesem Prozess enorm hilfreich. Von der Zielgruppenanalyse über die Strategie und Konzeption bis zur markengerechten Gestaltung und Begleitung der Mobile-App-Entwicklung: Als Full-Service-Digitalagentur bietet dotSouce alle relevanten Leistungen aus einer Hand.

Wie ein solches App-Projekt aussehen kann und wie ihr mit eurer eigenen App den Kundenfokus schärfen könnt, erfahrt ihr in der Success Story »Native Mobile App für Baumarkt-Kette: Wie Sonderpreis Baumarkt die Kundenbindung kontinuierlich steigert.« Füllt jetzt das Formular aus und erhaltet euer kostenfreies Exemplar!

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