Die virtuelle Einkaufsmeile von MyLane

Verfasst am 17. März 2009 von .

MyLane soll die Fußgängerzone ins Internet hieven. Eine virtuelle Einkaufsmeile im Stil von SimCity. An sich ist diese Idee wirklich großartig, weil vor allem kleinen Händlern, die sich den Einstieg in den Online-Handel nicht trauen, hier eine Möglichkeit dazu geboten wird.

Hierzu können Kunden auf einer grafischen Oberfläche durch die Einkaufsmeile im wahrsten Sinne des Wortes bummeln.

meile

Für Händler ist vor allem die wirklich einfache Bedienung attraktiv. Ein simples unkompliziertes und verdammt günstiges (weil gratis) Interface. Händler ohne Onlineshop können hier schnell mit wenigen Klicks einen Shop eröffnen. Und die Shopseiten sehen zwar minimalistisch aus, haben aber eine gute Usability und sind leicht erschließbar. Mit mehr Funktionen wären diese durchaus interessanter.

Nicht in Ordnung ist das Feld der Passwort-Eingabe, das unverschlüsselt angezeigt wird.

Keine Einrichtungsgebühren, keine monatlichen Zusatzkosten und keine Mindestlaufzeiten. Und Geld verdient der Anbieter damit, dass er 5% der ersten 1.000 Euro Umsatz einsackt und sich Provisionen für die Umsätze allgemein auszahlen lässt. Ist in Ordnung so.

Was aber überhaupt nicht geht, ist der optische Aspekt. Die virtuelle Einkaufsmeile sieht furchtbar aus, schlimmer als SimCity, und ohne den Kultfaktor. Ich möchte sogar so weit gehen, unabhängig von der wirklich guten Idee, und sagen, dass man sich dank der Optik auch MyLAME hätte nennen können. So werden sich in dem eh schon umkämpften Segment der Online-Einstiegshilfe nur wenige durchsetzen. MyLane wird dazu nicht gehören, wenn man weiterhin so aussieht. Dann werden kaum Plätze „vermietet” sein und wenn doch, dann wird es Tante Omas Marmeladenladen sein, für den sich niemand interessiert.

Gerade Visual Shopping und Produktpräsentationen, mehr noch Shoppräsentationen spielen eine große Rolle beim Aufenthalt. Im Internet ist schnell was weggeklickt, Alternativen sind schneller erreichbar.

Vom Aufbau und von der Gestaltung gefällt mir da Pixeltown ganz gut:

pixeltown

(3 Bewertung(en), Schnitt: 5,00 von 5)
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6 Reaktionen zu “Die virtuelle Einkaufsmeile von MyLane”

  1. Barbara Gölz

    Am 17. März 2009 um 14:27 Uhr

    In der Tat eine nette Idee und in der Tat leider optisch nicht ansprechend. Ein weiteres “LAME” Kriterium ist, dass ich auf einen Blick nicht mal sehen kann, was mir da so alles geboten wird. Und jedes Mal die Maus drüberbewegen, warten bis das Popup kommt und dann entziffern, worum es gehen könnte – das funktioniert leider nicht sehr gut (auch das macht Pixeltown weitaus besser).

  2. Sebastian (Handelskraft)

    Am 17. März 2009 um 15:30 Uhr

    Ich schätze, da muss mal noch ein gescheiter Designer ran :). Das mit den Popups ist in der Tat sehr schade. Generell ist es schade, dass viele gute deutsche Ideen so schlecht in der Umsetzung, in diesem Fall die optische Umsetzung, sind.

    Ich fasse diese Art der Arbeit als B2B auf, da es für die “Shopbetreiber” ja durchaus ansprechend ist (das Interface) und simpel ist. Aber so generiert man keine potentiellen Kunden. Gerade wenn man das Bummeln beim Einkaufen als Impuls für die Umsatzgenerierung gewählt hat, darf man nicht vergessen, dass von zuhause shoppen zwar bequemer ist, aber in keiner weise unter dem optischen Standard des realen Geschäfts liegen darf. Sonst fließt auch kein Geld.

    Wenn darauf hofft, Provisionen einzusacken, dann muss man sich darum kümmern, dass die Kunden (also die Shopbetreiber) auch Kunden aktivieren können. Das ist dann im Endeffekt nicht das Bier der Shopbetreiber, sondern das von MyLane.

  3. michael

    Am 17. März 2009 um 19:04 Uhr

    Mir fehlt neben einer besseren grafischen Darstellung auch noch eine Suchfunktion. Wenn mal mehrere Shops dargestellt werden möchte man nicht alle öffnen!

  4. Sebastian (Handelskraft)

    Am 18. März 2009 um 09:23 Uhr

    @michael
    Ein guter Punkt. Und wenn nicht eine Suchfunktion, dann sollten sie Geschäfte nach Kategorien eingeteilt sein, obwohl das hier ja zum Bummeln “anregen” soll. Ich weiß nur nicht, ob die Macher sich das auch so gedacht haben.

  5. Matthias Prinz

    Am 19. März 2009 um 10:22 Uhr

    Hallo da,

    ich bin Matthias und einer der Gründer von My Lane. Normalerweise halten wir uns aus Kommentaren raus, weil es in der Regel nach hinten losgeht, aber hier herrscht eine ganz angenehme Atmosphäre und deshalb mache ich mal eine Ausnahme 😉

    Also erstmal vielen Dank für das Lob und vor allem für die konstruktive Kritik. Ihr habt in allen Punkten Recht! Wir sind ein kleines StartUp aus Studenten und haben das ganze Ding in einem Jahr und ohne jedwedes Kapital aus dem Boden gestampft. Die Lane ist in dieser Form seit ca. 3 Wochen online. Ich hoffe, ihr versteht, dass wir da noch nicht alle Features auffahren konnten, einfach aus Zeit- und Kapitalgründen.

    Wir sind und bleiben auch erstmal ein StartUp, das heißt, dass wir neue Features Schritt für Schritt implementieren. Dazu gehört eben auch eine Suchfunktion, eine Laden-Übersicht und vor allem eine Runderneuerte Lane mit RICHTIG GEILEN Läden. Man darf nicht vergessen, das unter dieser oberflächlichen Einkaufsmeile auch ein mächtiger und einfach zu bedienender Ladensoftware für kleine und mittelgroße Händler steckt, die uns in der ersten Phase jetzt wichtiger war als eine perfekt ausgestaltete Einkaufsmeile.
    Wir müssen ja auch erst mal ausloten, was gut ankommt, was die Kunden wollen und wo es noch hakt.

    Von daher sind solche Beiträge wie von euch für uns Gold wert! Danke nochmals hierfür!

    Ansonsten würden wir uns freuen, wenn ihr öfters mal vorbeischaut. Vielleicht sieht es in 2 Monaten wieder ganz anders aus 🙂

    Wenn ihr noch andere Ideen und Vorschläge habt: Immer her damit!

    So, das war jetzt wieder etwas viel. Aber ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in unsere Philosophie liefern.

    Viele Grüße
    – Matthias Prinz (My Lane)

  6. Sebastian (Handelskraft)

    Am 19. März 2009 um 18:58 Uhr

    Dafür, dass ihr das ohne Kapital selbst gemacht hat, gebührt euch auch wirklich Respekt. Denn alles hinter der Karte sieht zwar noch nicht ganz attraktiv aus, aber sauber und übersichtlich. Und die schrittweise Implemetierung von Features ist auch keine so falsche Idee. Viele Online-Shops oder ablegende Ideen reagieren zu schnell und zu aggressiv auf die Trends und bomben ihre Seiten mit Features voll, mit denen die meisten User (noch) nichts anfangen können. Schrittweise ist gut. So wird man auch schnell herausfinden, was gewünscht ist und was nicht. Vielleicht ist die Rücksprache mit euren Kunden auch gar keine schlechte Idee. Was erwarten die sich von euch, etc.? Oder was fänden sie gut? Da wäre es von Vorteil eine Art ganz kleines Forum zur Verfügung zu haben, wenn sich der Traffif spürbar macht.

    Wir haben euch in unserem Blickwinkel und wünschen euch weiterhin viel Glück und Erfolg beim weiteren Aufbau und beim Umdesignen von SimCity 😉 .

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