Arcandor verabschiedet sich von Shoppingportal myby

Verfasst am 21. April 2009 von .

Der angeschlagene und taumelnde Handels- und Touristikkonzern Arcandor will die Insolvenz abwenden und sich im Zuge der Konsolidierung auf profitable Kernbereiche konzentrieren, zu denen Primondo, Thomas Cook und Karstadt gehört. Wie gestern auf der Arcandor-Pressekonferenz bekannt wurde, hat Karstadt einen Umsatz von 40 Millionen Euro generiert.

arcandorWeiterhin, so liest es sich in der gestrigen Arcandor-Pressemitteilung, sei es Ziel “[…] die Nicht-Kerngeschäfte in zukünftigem Vorstandsressort ATRYS weiterzuentwickeln”, was auch für das 2007 gestartete Shoppingportal myby gilt:

Durch die Tätigkeit von ATRYS wird die Reduzierung der durchschnittlich jährlichen negativen Cash Flows in Höhe von rund 300 Millionen Euro (Durchschnittswert mehrerer Jahre) gemanagt. Ziel von ATRYS ist es, diesen Negativ-Betrag möglichst schnell auf Null zurückzuführen.

Arcandor benötigt zusätzlich zu den bald fällig werdenden 900 Millionen Euro an Krediten, weitere 900 Millionen Euro, nach Adam Ries 1,8 Milliarden Euro. Unter diesen Vorraussetzungen sieht es für einige Töchter des Konzerns nicht rosig aus, denn, so heißt es weiter:

Auf der Basis ihrer sehr unterschiedlichen Voraussetzungen werden für alle ATRYS-Geschäfte die jeweils besten Optionen geprüft und innerhalb der kommenden Jahre umgesetzt. Dazu zählen u.a. der Verkauf, strategische Partnerschaften, Management Buy-Outs, Sanierung oder auch Schließungen.

Der Axel Springer Verlag hält derzeit 25,1 Prozent am Shoppingportal myby. Eine Übernahmevon myby durch Axel Springer wird zwar aktuell nicht ausgeschlossen, dennoch ist es fraglich, ob man sich negativen Cash Flow aufhalsen möchte, obwohl das Berliner Medienunternehmen erst Ende Februar den höchsten Konzernüberschuss der Unternehmensgeschichte bekannt gab, trotz Krise.

[Bildquelle: internetworld.de]

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6 Reaktionen zu “Arcandor verabschiedet sich von Shoppingportal myby”

  1. i. A. von E.B.

    Am 21. April 2009 um 14:20 Uhr

    logisch wäre das “AUS” für myby, doch mit Logik konnte Arcandor seit Middelhoff nicht wirklich glänzen. Nach der Verlustmeldung von myby hätte jeder normale Mensch den Stecker gezogen oder zumindest das Management ausgetauscht….jeder normale Mensch…aber dort sitzt die gleiche Sorte Manager, die von einer Chefposition zur nächsten Eilen, Sanierungspakete verabschieden und schon weg sind bevor einer merkt das die den ganzen Tag nur in der “Nase” gebohrt haben…dann kommt der nächste Sanierer und “Täglich grüßt das Murmeltier”…Daniel Boldin als Geschäftsführer gehört zu den Kategorie Excelsheets u. Powerpoint…von realer Wirtschaft hat er nur aus Lehrbücher gehört…aber jetzt gut…wenn kümmert es eigentlich, wer kennt myby wirklich…einer Eintagsfliege sollte man nicht zu viele Worte widmen…also gibt es denn keine wichtigeren Nachrichten als Arcandor (kennt auch kaum einer) und irgend ein sub joint venture namens myby…ende

  2. Sebastian (Handelskraft)

    Am 22. April 2009 um 13:33 Uhr

    Harte Worte. Myby ist nicht unbekannt und mit 18 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2008 auch nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Aber auch ich habe bereits schon einmal über Myby geschrieben und einiges zu bemängeln gehabt.

  3. Julia

    Am 4. Juni 2009 um 10:40 Uhr

    Nun droht also auch dem nächsten Konzern die Schließung.
    Ich muss sagen, das ich nicht ganz verstehen kann warum sich der Staat weigert unter die Arme zu greifen
    schließlich sind viele Arbeitsplätze betroffen und irgendwann sind alle Großen und langjährigen Unternehmen
    weggewirtschaftet und dann stehen wir da.
    Ich mein GM hat sich auch meherer Jahre mehr schlecht als recht gehalten und die wurden auch in letzter Minute aus Staatsgeldern gerettet.
    Ich finde das kann man auch im Fall von Arcandor machen.

  4. Sebastian (Handelskraft)

    Am 4. Juni 2009 um 11:27 Uhr

    @Julia
    Deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Die Diskussion inwiefern der Staat retten sollte, muss jedoch aus zwei Sichten begutachtet werden. Du hast aus Sicht der Arbeitnehmer gesprochen, und ja, eine Menge Menschen könnten am Ende ohne Job da stehen.

    Der Fall GM ist ein Paradebeispiel. Das Unternehmen hat sich viele Jahre lang geweigert umzustrukturieren. Und jetzt soll der Staat das ausbaden und damit der Steuerzahler. So auch hier in Deutschland. Eine Rettung ist an sich nicht möglich, es kostet Unsummen, was in Zukunft von weniger Arbeitnehmern getragen werden muss. Kann das die Lösung sein?

  5. noni

    Am 8. Juni 2009 um 16:54 Uhr

    @Sebastian: Und wieviel von den 18 Millionen Euro Umsatz gehen wohl auf die vielen Gutschein-Aktionen, die 2008 gelaufen sind?

  6. Sebastian (Handelskraft)

    Am 9. Juni 2009 um 08:13 Uhr

    @noni
    Rhetorische Gegenfrage: Wie viele?

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