Design kontra Massenproduktion – Garmz, Nelou und gestyled.com

Verfasst am 22. September 2010 von .

Mindestens seit Etsy oder DaWanda ist individuelle Kleidung ein fester Bestandteil der Modewelt geworden. Zahlreiche DIY-Produkte finden auf den Portalen ihren Platz. Mit einigen neuen Geschäftsmodellen wird das individuelle Design nun auf ein neues Level befördert. Plattformen wie Garmz oder Nelou (Bewerber E-Challenge 2010) fördern junge Talente, indem sie es ihnen ermöglichen ihre Kollektion zu präsentieren.  Erstere setzt auf das Voten von Skizzen. Erzielt das Bekleidungsstück einen hohen Rang, wird es von Garmz produziert und zum Kauf angeboten. Im Gegensatz zu Garmz bietet Nelou eine Plattform für bereits bestehende Labels. Anders als bei gängigen Fashionshops werden auch hier gezielt noch unbekannte Designer gefördert.

Garmz

Nach meinem Empfinden holt die Demokratisierung des Modedesigns Bekleidung aus der DIY-Nische heraus. Darüber hinaus bergen beide Plattformen ihre Vor- und Nachteile.

Bei Garmz wird nur produziert, wenn das Design auch einen hohen Score erreicht hat. Dies macht den Erfolg des Kleidungsstücks wahrscheinlicher. Dagegenzuhalten wäre jedoch, dass hier bereits vor der Produktion die Skizze veröffentlicht wird und somit Konkurrenten die Möglichkeit bekommen das Gleiche Kleidungsstück bereits vorher herzustellen.

nelou

Davon mal abgesehen wird bei einem Crowdsourcing immer ein selektiver Prozess nötig sein, was auch am Beispiel der „Long Tail-Theorie“ erläutert werden kann. Mit einer großen Anzahl von wenig gefragten Produkten soll mehr Umsatz erzielt werden können, als mit Bestsellern. Dennoch gibt es immer noch klassische Laden- beziehungsweise Onlineshophüter. Und bei einer reinen Nischenproduktion fallen Bestseller in der Regel ganz weg. Hier ist das Geschäftsmodell von Garmz keine schlechte Idee, um die Bekanntheit der einzelnen Labels zu fördern, weil hier potentielle Käufer direkten Einfluss auf die Produktion haben. Das Konzept hat sich bereits ausgezahlt, denn seit kurzem ist das Wiener Unternehmen unter den 12 Gewinnern des Seedcamps 2010 vertreten.

Update: Garmz und Nelou sind leider offline.

Siehe auch:

(5 Bewertung(en), Schnitt: 4,20 von 5)
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5 Reaktionen zu “Design kontra Massenproduktion – Garmz, Nelou und gestyled.com”

  1. Lisa

    Am 23. September 2010 um 12:36 Uhr

    Ich finde es auch sehr toll was sich im mode web 2.0 bereich so abspielt im moment.
    ihr habt da wen vergessen

    http://www.useabrand.com

    die sind nicht mehr in der anfangsphase sondern haben schon sehr viele userdesigns umgesetzt die sie im internet und im eigenen laden in wien verkaufen

  2. Sabine Bartmann

    Am 23. September 2010 um 13:13 Uhr

    In Wien tut sich ja einiges. Dann ist das Konzept von Garmz wohl doch nicht so ganz neu…

  3. Lisa

    Am 23. September 2010 um 13:54 Uhr

    naja, da hast du wohl recht, aber im grunde ist es ja schön wenn sich viel tut in diesem bereich

  4. Gerda Wrobel

    Am 29. September 2010 um 15:17 Uhr

    …interessante Entwicklung

  5. Kai

    Am 1. Oktober 2010 um 14:19 Uhr

    Bin überzeugt vom Erfolg von Boris Berhammer.

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