Wearables – Vom Hype zum Alltag

Verfasst am 19. Oktober 2016 von .

Grafik:Ted Eytan

Grafik:Ted Eytan

Der Gartner Hype Cycle gibt jährlich den aktuellen Stand einer Technologie hinsichtlich der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit bekannt. Eine Technologie, die 2014 und 2015 noch an der Speerspitze des Hype-Trains platziert war, sind Wearables. In diesem Jahr sind Wearables plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Eine Erwähnung im Gartner Hype Cycle bleibt aus.
 
Tatsächlich waren Wearables ein ziemliches Hype-Thema in den vergangenen Jahren: Sei es im E-Commerce oder durch die private Nutzung zur Selbstoptimierung (Stichwort Fitnessarmbänder). Haben Wearables innerhalb eines Jahres den Status von “Peak of inflated Expectations” zu “Plateau of Productivity” geändert oder sind sie schlicht und ergreifend in der Bedeutungslosigkeit verschwunden?

Wearables – Wo seid ihr?

Hat eine Technologie die Gartner-Einschätzung “Peak of inflated Expectations” erreicht, dauert es dem Marktforschungsinstitut nach bis zu 10 Jahre, ehe eine tatsächlich produktive Nutzung erreicht werden kann.


Um so überraschender, dass Wearables 2016 dann weder als Hype noch als “produktiv” eingestuft werden:

Nur weil die Google Glass gescheitert ist, sind alle Wearables in der Bedeutungslosigkeit verschwunden – kann das als Erklärungsversuch durchgehen? Eher nicht. Viel mehr haben Wearables das “Plateau of Productivity” schneller erreicht als erwartet.

Selbstoptimierung als treibende Kraft

Gerade die Wearables zu Selbstoptimierung – also Fitnessarmbänder, Geräte zur Erfassung von Schlafphasen oder Schuhe, die das Sprungtraining aufzeichnen – treiben den Umsatz von Wearables an. So zumindest die Einschätzung der Beratungsfirma A.T. Kearny. Mit Blick auf das Jahr 2020 wird sich der Umsatz von Wearables demnach auf 4 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

Der Hype ist damit keineswegs vorbei, sondern hat sich einfach still und heimlich in den Alltag integriert. Radfahren ohne Strava und passendes Gadget oder laufen ohne Fitnessarmband? Nicht vorzustellen! Und selbst der Augmented-Reality-Hit Pokemon Go verzichtet nicht auf ein eigenes Wearable.

Wearables, IoT, Virtual Reality

Am Beispiel von Wearables kann man übrigens auch Prophezeiungen für IoT-Geräte oder VR-Brillen ableiten. Befremdliche Gegenstände, wie das Amazon Echo oder die Oculus Rift, werden wohl irgendwann einfach bei uns im Wohnzimmer stehen/liegen und zum Alltag geworden sein. Beide Technologien sind dem Gartner Hype Cycle nach schon auf dem besten Wege, die “Produktivität” zu erreichen.

Trends erkennen, Trends verstehen

Bild: dotSource

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“Die nächste Sau durchs Dorf jagen” – So nennt man es, wenn ein Hype von allen aufgegriffen und bis zur Besinnungslosigkeit für die Zukunft einer ganzen Branche genutzt wird. Nicht mit uns! Während das Trendbuch 2017 kurz vor der Vollendung steht, gibt es das Trendbuch 2016 weiterhin als kostenlosen Download. Durchs Dorf gejagte Schweine gibt es zwar nicht, aber dafür mit Zahlen & Fakten belegbare Stoßrichtungen im E-Commerce!
 
 
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