Konzerne lernen von Startups

Verfasst am 25. April 2017 von .

Quelle: pexels

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Konzerne gelten als behäbig und bürokratisch. Wie ein riesiges Schiff lässt sich ihr Kurs nur langsam korrigieren, während die Fahne jahrzehntelangen Erfolgs stolz im Wind weht. Entscheidungen werden auf der Brücke getroffen und von oben nach unten durchgereicht. Rammt man einen Eisberg, geht das ganze Unternehmen unter. Startups hingegen gelten als agil, wandlungsfähig und entscheidungsfreudig. Kleine, möglichst unabhängige Einheiten steuern auf dasselbe Ziel zu, können ihren Kurs jedoch individuell korrigieren. Scheitert eine Einheit, bleibt die restliche Organisation handlungsfähig.
 
Nun erregen Player, wie Daimler, Porsche und Dr.Oetker aufsehen mit ihren Berliner Digitalzentren.

Digital-Units bringen Tradition und Disruption zusammen

Kein Wunder, dass Daimler-Chef Zetsche Aufsehen erregt hat, als er verkündete, der global agierende Automobilkonzern mit über 284 000 Mitarbeitern weltweit solle zukünftig wie ein Startup arbeiten. Damit meint er vor allem den Umbau der strengen Hierarchien in eine Schwarmorganisation. Ein dringend notwendiger Schritt, denn die Digitalisierung des Verkehrs, autonomes Fahren, Shared Mobility und Elektrifizierung hätten das Potential, die Automobilbranche – und somit auch Daimler – grundlegend auf den Kopf zu stellen.

Lean Management, also die intelligente Organisation, die auf überflüssige Schritte in allen Bereichen verzichtet, ist nicht allein der Schlüssel zum Erfolg. Die Innovationskraft gewinnen so organisierte Unternehmen durch die erwünschte Zusammenarbeit verschiedener Akteure und den regen Austausch zwischen den beteiligten Gruppen. Dabei strebt man nicht nach Perfektion, sondern folgt dem Zyklus von Machen, Messen und Lernen. Methodische Unterstützung dafür liefern Design-Thinking sowie der MVP-Ansatz.

Neue Denke für traditionelle Unternehmen

Design-Thinking ist eine branchenunabhängige Methode für Produkt- und Service-Innovation, die den Nutzer in den Mittelpunkt stellt. Kreative und analytische Ansätze werden kombiniert, um in fachübergreifender Zusammenarbeit konkrete Problemlösungen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dabei wechselt die unternehmerische Perspektive von kurzfristigen Gewinnen zu nachhaltigem Erfolg.

MVP steht für Minimum Viable Product. Der MVP-Ansatz propagiert »Think small« anstatt »Think big« und ermöglicht Startups ebenso wie Großunternehmen neue Produkte, Services und Geschäftsmodelle nach dem Trial-and-Error-Prinzip zunächst auf ihren Bedarf zu prüfen. Erst nach erfolgreichem Test wird weiter investiert und entwickelt, was das Investitionsrisiko senkt. Der Nachteil: Gutes Storytelling ist zwingend erforderlich, denn ohne perfekt durchgestyltes Produkt müssen Investoren und Kunden zunächst von einer Vision überzeugt werden.

Design-Thinking und der MVP-Ansatz unterstützen Unternehmen nicht nur bei der Positionierung im Markt, sondern ebenso beim internen Transformationsprozess. Der Kunde im Mittelpunkt ist in diesem Fall die Organisation und ihre Mitarbeiter. Dem Motto folgend »Erst die Strategie, dann die Technik!« benötigt unternehmerisches Change-Management für die Re-Organisation der Unternehmensprozesse, der Einführung digitaler Systeme, sowie der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle alle Ideen an einem Tisch!

Wie gut sind Unternehmen auf die digitale Revolution vorbereitet?

handelskraft2017-trendbuch-cover Leider lässt sich die digitale Transformation nicht einfach installieren oder das Unternehmen über Nacht updaten. Die Arbeit lohnt sich jedoch und gerade MVP-Ansätze lassen Raum für Experimente. Welche Entwicklungen außerdem das Digital Business für Händler und Hersteller 2017 bestimmen, zeigen wir im Trendkompass “Handelskraft 2017 »Von Menschen und Maschinen«”. Jetzt kostenlos herunterladen.
 
 

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