Kundenbindung und Blockchain: das neueste Experiment von Björk [5 Lesetipps]

Verfasst am 13. November 2017 von .

Der Begriff Blockchain ist in diesem Jahr in aller Munde und wird als revolutionär bezeichnet. Klar ist, dass die Technologie großes Potenzial hat, aber bisher ist das Thema umgeben von unrealistischen Versprechungen, vielen Spekulationen und unkonkreten Inhalten. Heute möchten wir dennoch auf die neuste Innovation der experimentierfreudigen Sängerin Björk verweisen. Es geht nicht nur um Bitcoins, sondern auch um Kundenbindung, Belohnung und Musik.

Blockchain: von Zentralisation zu Dezentralisation

Für alle, denen die Bedeutung von Blockchain noch nicht ganz klar ist, hier eine kurze Erläuterung:

In der physischen Welt kann man zur Bäckerei gehen, ein paar Doppelbrötchen fürs Frühstück bestellen und an der Kasse den entsprechenden Preis dafür zahlen. Dasselbe passiert auch im Internet, aber mithilfe dritter Instanzen, wie Banken oder Zahlungsanbietern wie PayPal oder Klarna. Die verwendete Währung ist in beiden Fällen zentralisiert.

Dieses Szenario verändert sich jedoch dramatisch, wenn die Währung virtuell ist und nicht von einem Finanzinstitut oder einer Regierung ausgegeben wird. Die Integrität und Verbindlichkeit von Transaktionen werden dann nach dem Konsensprinzip sichergestellt.

Laut Goldman Sachs steht der Begriff Blockchain für:

“eine Datenbank von Transaktionen (zwischen zwei oder mehr Parteien, die Nodes genannt werden), die in Blöcke gegliedert ist (wobei jeder Block Details der Transaktion, wie Verkäufer, Käufer, Preis, Vertragsbedingungen […], enthält), die vom gesamten Netzwerk über Verschlüsselung validiert werden, indem die üblichen Transaktionsdetails mit den spezifischen Signaturen zweier oder mehrerer Parteien oder Nodes kombiniert werden”.

Dieses neue dezentrale Verständnis von Transaktionen, das durch die enormen Fortschritte in den Bereichen Software, Kommunikation und Verschlüsselung gefördert wird, ermöglicht es Unternehmen, Behörden und Menschen, Informationen beziehungsweise smarte Verträge transparenter und sicherer zu verbreiten.

Die bekannteste Verwendung der Blockchain sind Kryptowährungen wie Bitcoin, aber auch neue Konzepte entwickeln sich. YouTube und Apple denken beispielsweise über die Zulassung von Musicoin, einer speziellen Kryptowährung für Musikprodukte, als Zahlungsmittel nach.

Das klingt sicher interessant, aber könnte es am Ende auch die wertvolle Aufmerksamkeit der Kunden auf sich ziehen? Schwierig. Aber hier kommt die neue innovative Idee von Björk ins Spiel und diese könnte sogar die sterbende Musikindustrie beleben!

Blockchain als Belohnung

Kürzlich hat Musically berichtet, dass Björk es ihren Fans ermöglichen will, ihr neues Album ‚Utopia‘ mit Kryptowährungen zu bezahlen. Aber wie?

Die Sängerin hat sich mit dem britischen Blockchain-Startup Blockpool zusammengetan. Das Start-up arbeitet an einem Krypto-Checkout-Plugin für den Onlineshop. Damit verarbeitet es die Vorbestellungen des Albums nicht nur via Kreditkarte oder PayPal, sondern auch via Bitcoin, AudioCoin, Litecoin und Dashcoin.

Egal welche Zahlungsmethode ausgewählt wird, jeder Fan erhält 100 AudioCoins als Belohnung für die Vorbestellung. Dieser Betrag wird von Blackpool in einer E-Wallet für den jeweiligen Fan eingezahlt.

Die Idee hierbei ist, dass Fans die virtuellen Münzen durch andere Kryptowährungen austauschen können, sie als Investition halten oder sie in gängige Währungen, wie Euro oder Dollar umtauschen können. In den nächsten zwei Jahren können sie außerdem noch mehr AudioCoins verdienen, abhängig davon, wie viel die Fans mit Björks Musik, Live-Events und digitalen Aktivitäten interagieren.

Diese Aktion geht über klassisches Marketing hinaus. Damit möchten Björk und Blockpool die Blockchain-Technologie bekannt und zugänglich für die Fans machen. Sie möchten auch zeigen, welche anderen effektiven Anwendungsmöglichkeiten diese komplexe Technologie bietet.

Der Geschäftsführer von Blockpool, Kevin Bacon, äußert sich wie folgt:

“Why not reward your fans for engaging with what you do, and reward them in a meaningful way?”

In Zukunft könnte man dieses Belohnungsmodell in anderen Umgebungen und in Kombination mit anderen vielsprechenden Technologien wie Virtual Reality anwenden. Tatsächlich könnte man bei Gelegenheit diese Aktion für VR-Inhalte nachbilden. Da Björk bereits zuvor mit VR experimentiert hat, könnte sie damit beim nächsten Mal die Fans verwundern.

Unsere 5 Lesetipps der Woche

Transparent Transactions: How Blockchain Payments Can Make Life Easier For B2B Companies [Forbes]

How blockchain technology is changing the security landscape in the banking sector [Economic Times]

Vom Bitcoin-Boom zur Wirtschaftsrevolution [ZDF]

Bitcoin Einmaleins [Kassenzone]

Guest Post: Understanding the Limits and Potential of Blockchain Technology [Bitcoin Magazine]

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Eine Reaktion zu “Kundenbindung und Blockchain: das neueste Experiment von Björk [5 Lesetipps]”

  1. Thomas

    Am 14. November 2017 um 14:39 Uhr

    Das Bild sieht ja mal sehr verwirrend und zugleich vielaussagend aus 🙂
    Aktuell gibt es ja einen weiteren Ableger “Bitcoin Cash”, welches den großen “Bruder” schon einige Kurs-Punkte gekostet hat. Vielmehr ist gerade eine ständige Kurs-Achterbahn zu beobachten

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