„Man muss E-Commerce überhaupt erst einmal denken lernen“- Interview mit Martin Groß-Albenhausen von bevh

Verfasst am 12. April 2016 von .

Unsere Gesellschaft entwickelt sich rasend schnell. Für Unternehmen heißt das über kurz oder lang, dass sie dem Innovationsdruck durch Onlinehandel und Digitalisierung gerecht werden müssen, um erfolgreich zu sein. Die heutigen Herausforderungen erfordern fähiges Personal, das in der Lage ist alte Strukturen und Prozesse aufzubrechen und durch intelligente, digitale Lösungen zu ersetzen.

Martin Groß-Albenhausen, Stellv. Hauptgeschäftsführer beim bevh

Martin Groß-Albenhausen, Stellv. Hauptgeschäftsführer beim bevh

Darum erfreuen sich Projekte wie die Digital Business School (DBS) und E-Commerce Experts Exchange (.EXE), die am 26. und 27. April in Hamburg stattfindet, immer größerer Resonanz, denn beide Veranstaltungen verfolgen einen klaren Praxis-Ansatz.

Im Interview mit Handelskraft erklärt Martin Groß-Albenhausen, stellv. Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh), warum geschultes und innovationsfreudiges Personal für Unternehmen so wichtig ist. Außerdem zeigt er, was die .EXE so einzigartig macht und wie die Veranstaltung die Teilnehmer dabei unterstützt zu verstehen, was im E-Commerce wirklich Einfluss hat.

Bildung ist die Basis jeder Gesellschaft, im digitalen Zeitalter wahrscheinlich sogar umso mehr. Warum brauchen Unternehmen Ihrer Meinung nach während der digitalen Transformation qualifiziertes Personal?

Digitale Transformation verlangt beides: Handwerkszeug – also Knowhow – und ein Verständnis für das, was sich im Kern ändert, und wie man das eigene Geschäft entsprechend transformieren muss – also „Know-what“. Man muss E-Commerce überhaupt erst einmal denken lernen.

Erst dadurch ist man in der Lage, die Fundamente des eigenen Geschäftes auf ihre Belastbarkeit auch in einer digitalen Gesellschaft zu überprüfen. Sonst versucht man, mit neuen Techniken überkommene Modelle zu verlängern. Bildlich gesprochen: Man würde eine optimierte Postkutsche bauen, aber kein Automobil.

Die Digital Business School ist ein ambitioniertes Bildungsprojekt, das der bevh als Partner unterstützt und in das Sie persönlich als Referent involviert sind. Wie nehmen Sie das Unterrichten von E-Commerce für Digital-Business-Professionals Jahr für Jahr wahr? Welche Herausforderungen gibt es?

Mir wird bewusst, wie „ungleichzeitig“ E-Commerce doch ist. Einerseits gibt es bestimmte Prozesse und Verfahren, die sich grundsätzlich erhalten. Man nehme beispielsweise Produktdaten- oder Performance Marketing. Tatsächlich ändern sich jedoch innerhalb eines Jahres viele der Logiken, weil die beteiligten Partner (Suchmaschinen, SSPs, Social Networks etc.) ihre Prozesse modifizieren. Oder weil neue Player im Markt auftauchen, die das Verfahren verändern. Oder weil die Kunden ihr Verhalten schneller als erwartet mit neuen Technologien ändern, was wiederum Antworten der Plattformen nach sich zieht und worauf sich schließlich die Händler einstellen müssen.

Jegliche Art von „Curriculum“ muss also gleichzeitig belastbar und flexibel sein. Die Digital Business School ist genau so ausgerichtet, weil die Referenten ja auch jeden Tag in der Praxis stehen. Sie rennen, wiederum bildlich gesprochen, nicht jeder neuen Sau nach, die durchs Dorf getrieben wird – aber wenn es besseres Futter zum Mästen gibt, dann probieren sie es sofort aus.

In einem Monat richten Sie die spannende Workshop-Konferenz für interaktiven Vertrieb und Handel, die .EXE, in Hamburg aus. Was haben die .EXE und die Digital Business School gemeinsam?

Die unbedingte Ausrichtung an der Praxis. Wir haben den Anspruch, dass die Teilnehmer auf der „E-Commerce Experts Exchange“ lernen, was im E-Commerce wirklich wirkt. Dadurch gibt es spannende Konstellationen, wenn man beispielsweise im Workshop zu Content-Marketing einem der führenden Experten für strategisches Content-Marketing begegnet, dann aber eine Zalando-Managerin erläutert, wie solche Strategie unter harten Performance-Kriterien eigentlich gerechnet werden. Oder wenn ein Facebook-Manager die Möglichkeiten von Targeting durch Sponsored Stories bei Lookalike-Audiences präsentiert, dazu ein Händler die notwendige Beobachtung und Steuerung des Kundenwertes aus der Praxis erläutert. Das macht die .EXE-Konferenz unique.

Die Verbindung von Theorie und Praxis ist bei der .EXE von großer Bedeutung. Können Sie uns einen Überblick über die Workshop-Konferenz geben? Was will der bevh mit diesem Konzept erreichen?

Die .EXE richtet sich an Shop-Manager und konzentriert sich daher stark auf Onsite- und Offsite-Maßnahmen der Neukundenakquise und Kundenbindung. Wir haben 20 Themen identifiziert, die in unseren Arbeitskreisen immer wieder intensiv diskutiert werden.

Diese werden in jeweils knapp dreistündigen Sessions von einem oder mehreren Referenten in detailliert und auch mit praktischen Workshop-Elementen vermittelt. Das Spektrum reicht von Analytics und Attribution über Conversion-Optimierung zu e-Mail-Marketing, Pricing-Strategien, Targeting und auch ganz wesentlichen, oft unterschätzten Themen wie richtigem Testen.

Welche Highlights erwarten die Teilnehmer?

Besonders gespannt bin ich auf einen Block zum „Design Thinking“ und einen weiteren, in dem André Morys zeigt, wie man die Methoden der Conversion-Optimierung für das „Growth Hacking“ eines gesamten Geschäftsmodells und Unternehmenskonzepts nutzen kann. Vielen Dank 😀

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