»Made in Europe« – Das Label für die Zukunft

Europa
Quelle: pixabay

Das einst so anerkannte Qualitätsmerkmal »Made in Germany« kam in den letzten Jahren ins Wanken. Manipulierte Autos, kuriose Datenschutzgesetze und fehlender Innovationsdrang bei staatlichen Behörden und Unternehmen brachten die deutsche IT-Branche ins Hintertreffen. Doch die gefühlte Übermacht aus China und Amerika ist nicht unantastbar. Zusammen mit Europa müssen wir uns auf unsere Stärken berufen und das Gütesiegel »Made in Europe« attraktiv machen. Und dafür braucht es vor allem eines: neues Vertrauen.

Datensicherheit Made in Europe

Die im letzten Jahr in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union sorgte für viel Kopfschütteln. Bürger standen ab sofort mehr Mittel als bisher zur Verfügung, um zu erfahren, welche Daten Unternehmen über sie speichern und um diese löschen zu lassen.

Doch das Gesetz traf nicht die großen Player auf Markt, die mit wenig Aufwand eine DSGVO-gerechte-Lösung in ihr System implementieren, sondern eher kleine Arztpraxen oder mittelständische Unternehmen, welche sich jetzt mit noch mehr Bürokratie beschäftigen dürfen.

Und der Verbraucher? Der kann jetzt mit erheblichem Aufwand die Reise seiner Daten nur teilweise nachvollziehen. Eine generelle globale Datenbank gibt es nicht.

Diese bisherige Lösung der DSVGO ist alles andere als smart und zukunftssicher. Es müssen Ideen und Spielregeln her, die Datenschutz und Innovationsmöglichkeiten in Einklang bringen, damit sich die Verbraucher bei der Nutzung von digitalen Produkten sicher fühlen und die Unternehmen Rechtssicherheit beim Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten, ohne dabei in Bürokratie zu versinken.

Künstliche Intelligenz Made in Europe

Mit 20 Milliarden Euro bis 2020 will die EU zusammen mit der Wirtschaft in die wohl revolutionärste Technik unserer Menschheit investieren: In die Künstliche Intelligenz. Sie soll uns in den kommenden Jahren lästige Arbeit abnehmen und unser Leben effizienter gestalten.

Anders als bisherige Künstliche Intelligenz soll sich die europäische Intelligenz mit Small Data statt Big Data zufriedengeben. Das könnte am Ende der dringend benötige Wettbewerbsvorteil sein, um den Enteilten aus Übersee und Asien noch die Stirn zu bieten. Hier benötigen die schlauen Algorithmen bekanntlich dutzende Datenberge. Mit weniger persönlichen Informationen und mehr Sicherheit könnte das Vertrauen der Europäer in Künstliche Intelligenz steigen und die Herzen der Verbraucher gewinnen.

Log-In Made in Europe

Die deutschen Plattformen Verimi und netID machen die ersten richtigen Schritte zu einer von Google– oder Facebook-unabhängigen Lösung. Doch die aktuellen Nutzerzahlen gehen noch nicht durch die Decke. Es bedarf  mehr als einer nationalen Initiative, um zeitnah eine kritische Nutzerzahl zu erreichen, die an die Marktmacht der amerikanischen und asiatischen Riesen herankommt. Ein Bündnis vieler großer etablierter Unternehmen aus ganz Europa könnte die Nutzerzahl erheblich erhöhen und so die Bekanntheit steigern.

Social Media Made in Europe

Trotz des riesigen Skandales um die Datenweitergabe an Cambridge Analytica schreiben Mark Zuckerberg und Facebook weiter beeindruckende Zahlen. Wenig Aufklärung und viele zurückgelassene Fragezeichen in unseren Köpfen: Was genau passiert mit unseren Daten?

In Europa wächst langsam die Skepsis gegenüber dem geschlossenen sozialen Netzwerk, was sich auch in den Nutzerzahlen wiederspiegelt. Wäre jetzt nicht der perfekte Zeitpunkt für ein offenes Netzwerk mit smarten Datenschutz Made in Europe? Das internationale Team um openbook mit Sitz in den Niederlanden versucht genau dies auf die Beine zu stellen.

Interesse wecken

Unternehmen müssen die Vorteile europäischer Produkte klar kommunizieren, damit potentielle Kunden von den Mehrwerten erfahren. Vor allem in den Punkten Datensicherheit und Qualität kann ein wichtiger Wettbewerbsvorteil entstehen. Hier setzen wir Europäer bekanntlich unsere Prioritäten und dass müssen Unternehmen ausnutzen. Großangelegte emotionale Werbekampagnen mit dem Ziel der Aufklärung könnten ein effizientes Mittel zu Kundenneugewinnung sein. Der nächste Datenskandal der Internetriesen ist sicher nur kurze Zeit entfernt, aber genau dann müssen die neuen Plattformen zuschlagen und ihre Chance nutzen.

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