Coldplay, Good Will und Greenwashing [Netzfund]

Coldplay, Good Will und Greenwashing
Quelle: Unsplash | Aditya Chinchure

Sommer is schon was Geiles. Urlaub in Sicht, Konzerte aufm Plan, Stimmung ganz oben. Konzertliebhaberinnen und -liebhaber sind voll aus dem Häuschen. Endlich wieder die Lieblingsband live erleben und in der Crowd abzappeln. Besser geht’s kaum.

Spoiler: Irgendwas ist ja immer. Denn so richtig nachhaltig ist das Ganze nicht. Kann es aber sein, wenn man es macht wie Coldplay und ihre Fans. Denn die britische Band will zeigen, dass Konzerte genießen und Umwelt schonen, sich nicht mehr ausschließen müssen. Im Gegenteil.

Coldplay löst Nachhaltigkeitsversprechen ein

Coldplay gehört seit fast 30 Jahren zu den erfolgreichsten Bands weltweit. Tickets gehen über den digitalen Ladentisch wie warme Semmel. Selbst Corona ist da kein Showstopper. Im wahrsten Sinne des Wortes. 2019 kündigte die Band an, erst wieder auf Tour zu gehen, wenn diese nachhaltiger und umweltfreundlicher umsetzbar ist.

Drei Jahre später setzen Chris Martin und Co genau das um und damit ein enormes Zeichen. Denn es geht, wenn man will. Die komplette Welttour »Music Of The Spheres« wird mit erneuerbaren Energien betrieben. Ob Solaranlagen, kinetische Stadionböden, Verzicht auf Plastikflaschen, stromerzeugende Fahrräder im Konzertgelände oder ein Baum pro Ticketverkauf – Coldplay zieht durch. Die Fans feierns. Die Medien auch.

Coldplay und Neste: Greenwashing?!?

Möglich machen‘s moderne Technologien und Teamspirit. Klingt genauso schön wie die Musik der Band. Wäre da nicht die böse Falle des Greenwashings, in die nun auch Coldplay getappt ist. Denn abseits aller wirklich guten und vorbildhaften Maßnahmen, sorgt die Kooperation mit Neste – laut eigenen Angaben: weltweit größter Produzent nachhaltiger Biokraftstoffe – für heftige Kritik.

Wie jetzt? Was, wenn nicht erneuerbare Energien könnten den Nachhaltigkeitsbestrebungen der Band einen zusätzlichen Push geben? An sich schon. Wäre da nicht die üble Sache mit 10.000 Hektar gerodeten Wäldern, die Miliedefensie (Friends of the Earth Netherlands) kürzlich in einer Studie enthüllte. Irgendwas ist ja immer. Wir sagten es bereits.

Coldplay. Good Will

So viel Gutes wie Coldplay tun wollte, so viel Negatives fällt wegen der Neste Sache nun auch auf die Band zurück.

Nichtsdestotrotz finden wir die Aktion von Coldplay genial. Die Jungs haben ein Versprechen gegeben und gehalten. Kann schon sein, dass der Fanbonus uns befangen macht und wir der Band deswegen nicht unterstellen, von den Aktionen ihres Partners gewusst zu haben.

Doch was war, das war. Daran können weder wir, noch Coldplay, noch Neste etwas ändern. Dass sich auch das finnische Ölunternehmen bemüht, nach so einer Scheiss Aktion, Gutes zu tun, ist doch das, was zählt. Greenwashing hin oder her.

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Über Franzi Kunz

Nach ihrem Magister an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, legte Franzi das Journalisten-Diplom an der Freien Journalistenschule Berlin ab. Seit knapp acht Jahren übersetzt Franzi nun als Digital Business Analyst die gelernte Theorie sowie ihre Leidenschaft für Trends in gelebte Praxis. Von und für Unternehmen aus B2B und B2C. Das Versprechen der Marke Handelskraft ist Franzis Mantra: So bringt sie Trends, Analysen und Klartext als Techlead der Marke Handelskraft, Moderatorin von Konferenz und Podcast sowie Autorin für Blog- und Trendbuch auf die Bühne, vor die Kameras sowie aufs (digitale) Papier.