Online-Baumärke: Zum Sterben verdammt?!

max bahr onlineshop

Mit Erstaunen hab ich heute bei unseren Kollegen vom E-Commerce-Blog die Schließung des Online-Auftritts der Baumarktkette Max Bahr zu Kenntnis genommen. Interessanterweise schließt sich Max Bahr damit dem Reigen von Obi@Otto an. Wobei sich Otto mit Hagebau einen neuen Partner für den Bereich der Baumärkte organisiert hat.

max bahr

Randbemerkung: Mit Max Bahr geht gleichsam leider auch eine Enfinity-Intershop-Anwendung vom Netz. 🙁

Warum schließen Online-Baumärkte?

Baumärkte sind mir im klassischen Kataloggeschäft bisher nicht wirklich über den Weg gelaufen. Einige Versender haben hier zwar ein Randsortiment aufgenommen, jedoch wirkliche Baufachmärkte in Form eines Katalogs konnte ich bisher nicht ausfindig machen.

Folglich hat sich bisher im Distanzhandel kein qualifizierter Händler aufbauen können. Die Schlussfolgerung, dass es gerade im Internet sehr problematisch ist, dieses Segment zu besetzen, drängt sich nun fast zwangsläufig auf. Der Preisdruck ist heute um ein Vielfaches höher als in den Jahren, in denen Otto und Quelle in Aufbruchstimmung waren. Die Unwegsamkeiten hier Fuß zu fassen sehr groß.

Ich kann mir vorstellen, dass

  • die Budgets ausgeschöpft,
  • die Preise zu hoch,
  • die Lernkurven zu niedrig,
  • die Kundenerwartungen anders gelagert und
  • die Anzahl der Rücksendungen zu hoch

waren.

Die Aufgabe des Versuchs im Bereich des Internets mittels Onlineshops Gold zu schürfen, ist eine Signal in der Baumarktbranche. Denn es trifft mit Obi und Max Bahr keine Unbegabten. Oder doch? Innovativere Konzepte zur Goldgewinnung mittels Internet sollten jetzt an der Front. Denkbar ist alles, was vom Verkauf über Promotions bis hin zu Crowdsourcing führt. Wer sich hier innovativ zeigt, wird gute Chancen haben, einer der Großen im Online-Baumarkt-Geschäft zu werden. Wie auch immer dieses Geschäft letztlich aussehen mag…

Können andere Branchen daraus lernen?

Überträgt man das Scheitern von Obi und Max Bahr auf andere Branchen, so wird schnell klar, dass die Grundvoraussetzungen eines Onlineshops vollendete, optimierte und praktizierte Prozessketten sein müssen. Wer hier auf Jahre voller Erfahrung zurückgreifen kann, ist klar im Vorteil. Konzepte, die bereits im Kataloggeschäft erfolgreich waren, sind damit aussichtsreichste Kandidaten für den Onlineshopping-Bereich. Konzepte, die bisher im klassischen Distanzhandel nicht existierten bzw. nicht erfolgreich waren, tragen ein großes Risiko, auch im klassischen Onlineshop zu scheitern. Hier muss der Onlineshop mit Sicherheit mehr sein, als nur ein digitaler Katalog.

Ich bin in diesem Zusammenhang sehr gespannt, wie sich Hagebau@Otto durchsetzen kann.

Zum Schluss trägt mich die Frage:

Welche Produktgruppen waren/sind im Onlinegeschäft erfolgreich und haben kein Pendant im klassischen Kataloggeschäft?

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