Reshoring: Zurück ist das neue nach vorn für eure Lieferversprechen [5 Lesetipps]

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Quelle: Anthony Beck | pexels

Wer aktuell etwas bestellen möchte, muss meist damit rechnen, dass es nicht verfügbar ist oder erst in einigen Wochen geliefert wird. Wer sich dennoch für einen Kauf entscheidet, muss auch im Anschluss mit weiteren Lieferverzögerungen rechnen. Verantwortlich dafür ist die eingeschränkte Produktion und verschiedene Restriktionen einzelner Länder, die in Folge der Pandemie den Import verzögern.

Das strapaziert die Geduld der Käuferinnen und Käufer. Dabei haben Unternehmen keinen Einfluss, wenn es Lieferengpässe von Waren und Rohstoffen aus dem Ausland gibt.

Aber was können Unternehmen tun, um ihr Lieferversprechen trotzdem zu halten und die Loyalität der Käuferinnen und Käufer zu sichern?

Reshoring: zurück zum Ursprung

Um die Abhängigkeit von ausländischen Produktionsstandorten und Zulieferern zu senken, fertigen Unternehmen zunehmend wieder im eigenen Land oder zumindest im nahgelegenen Ausland (Nearshoring genannt).

Die Herstellung in der näheren Umgebung verringert nicht nur die Schnittstellen an denen Lieferprobleme entstehen, sondern erhöht außerdem die Flexibilität bei veränderter Nachfrage. Auch individuell konfigurierte Produkte wie Küchen oder Autos können somit zeitnah an Käuferinnen und Käufer übergeben werden.

Reshoring: Die Digitalisierung macht´s möglich

Die Strategie scheint erstmal ungewohnt, nachdem jahrzehntelang das Credo galt: »Offshoring is the way to go«. Die digitale Weiterentwicklung bringt aber auch dieses in wanken und schafft neue Voraussetzungen, die ein Nachdenken über heimische Fertigungs- und Logistikstandorte sinnvoll machen.

So haben laut einer McKinsey-Studie 80 Prozent der Supply-Chain-Verantwortlichen weltweit in den letzten zwei Jahren in digitale Technologien investiert. Hocheffiziente Prozesse machen die Produktion immer kostengünstiger und können von wenigen aber geschulten Arbeitskräften betreut werden. Die Entwicklung und Umsetzung stark automatisierter Fertigungs- und Lieferprozesse könnte aufgrund mangelnder Ausbildungsmöglichkeiten im Ausland schwerfallen.

Deswegen hat auch unser Kunde STIHL bereits 2009 einen Teil der Motorsägen-Produktion in die Waibilinger Werke verlagert. Somit sind neue Arbeitsplätze in Deutschland entstanden und das Unternehmen konnte zusätzliche Kosten durch Steuern und Zölle einsparen.

Reshoring bietet mehr als Flexibilität

Neben der besseren Kontrolle des Produktions- und Lieferprozesses bietet Reshoring weitere Vorteile. So steht das Label »Made in Germany« noch immer für Qualität und gilt als überzeugendes Verkaufsargument. Außerdem kommt die Standortstrategie der Umwelt zugute. Nicht nur da aufgrund der verkürzten Transportwege weniger CO2-Emissionen entstehen, sondern auch, weil in Deutschland strengere Vorschriften bezüglich des Schadstoffausstoßes herrschen als in vielen anderen Ländern.

Somit ist Reshoring definitiv eine Option, über die Unternehmen zukünftig nachdenken sollten.

5 Lesetipps

Reshoring – Zurück in die Zukunft [Made in Germany GmbH]

Wie Reshoring die Umwelt schont [fairles.de]

US-Firmen holen Produktion zurück [Deutsche Welle]

C&A stellt nachhaltige Kleidung in Deutschland her [FashionUnited]

Nearshoring macht widerstandsfähig [Logistik Heute]

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