Die Zukunft des Bezahlens ist bargeldlos [5 Lesetipps]

Verfasst am 21. März 2016 von .

Der Zahlungsverkehr wird bargeldlos und unsichtbar. Der Grund: Die Digitalisierung aller Prozesse, in die der banale Akt des Austauschs von Geld gegen Waren involviert ist, und das Aufkommen von schlanken Bezahlvorgängen, Mobile-Payment und Kryptowährungen . Der Aufschwung vernetzter Endgeräte eröffnet einen weiten Horizont und macht Finanz-Technologie zu einer Schlüsselfigur im Internet der Dinge.

Stellt euch vor, Autos könnten in Zukunft in eurem Auftrag Zahlungen an die Tankstelle anweisen. Sind wir bereit, uns von der tiefverwurzelten Gewohnheit, in der Schlange vor der Supermarktkasse Münzen und Scheine zu zählen, verabschieden?

NFC in der Filiale

Stetige Innovation verändert das Bezahlverhalten und die Vorlieben der Verbraucher. Kunden entwickeln sich weg von der allumfassenden und ausschließlichen Verwendung von Bargeld hin zur Zahlung per Rechnung, PayPal, Lastschrift und Debit- oder Kreditkarte, wenn sie online bestellen. Parallel dazu haben Visa (mit dem System Paywave) und Mastercard (Paypass) damit begonnen, kontaktlose Bezahlverfahren zu bewerben, um Händler, Restaurants, Tankstellen und Supermärkte dazu zu bringen, diese neue Technologie einzusetzen. Das Ergebnis: Bis zum Jahr 2017 werden laut Prognosen 56 Prozent der Händler NFC-Technologie einsetzen.

So setzt beispielsweise Aldi NFC-Terminals an allen Kassen ein, damit die Kunden schneller und einfacher per NFC-Karte oder Smartphone bezahlen können. Andere große Supermärkte, wie Kaufland, oder Fast-Food-Restaurants führen die Technologie schrittweise ein. Wie man sieht, verändert sich der Vorgang des Bezahlens aktuell.

Quelle: Faz.net

Quelle: Faz.net

Vorteile

Tatsächlich bieten NFC-Terminals sowohl für Käufer als auch für Verkäufer zahlreiche Vorteile. Kunden können auf schnellere, einfachere und bequemere Art kaufen. In der Konsequenz können Verkäufer höhere Umsätze erzielen, an Reputation gewinnen und Kosten senken, denn Bargeld kostet. Laut einer Studie der Steinbeis-Hochschule Berlin belaufen sich die Kosten für ein Cash-System im Handelssektor auf bis zu 7 Milliarden Euro pro Jahr. Die Systeme erfordern teure Sicherheitseinrichtungen und externe Dienstleister für den Bargeld-Transport. Und schließlich sollte auch die Zeit bedacht werden, die täglich auf der ganzen Welt für das Zählen von Bargeld benötigt wird.

Schwächen

Trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Kunden sind noch immer zögerlich im Umgang mit berührungslosen Bezahlmethoden, da sie diese als weniger sicher wahrnehmen. Sie wissen nicht, wie sicher ihre Daten im Falle von Betrug oder Diebstahl sind. Ein Beispiel: NFC-Terminals akzeptieren Zahlungen bis zu 25 Euro ohne PIN. Viele Verbraucher sorgen sich, dass die Radiofrequenz-Chips in ihren Smartphones oder Karten für andere Leute, etwa in der Straßen- oder U-Bahn, leicht zugänglich sind und dass diese folglich einfach ihre Kartendaten stehlen könnten.

Doch der Finzanz-Technologie-Sektor arbeitet an biometrischer Authentifizierung via Fingerabdruck oder Augenerkennung, um dieses Hindernis zu überwinden und die neue Generation der P2P-Payment-Methoden noch attraktiver zu machen.

Unsichtbarkeit und Machine-to-Machine

Wo bewegen wir uns also hin? Es gibt verschiedene Initiativen, die daran arbeiten, Bezahlvorgänge in Smartphones, Smartwatches oder andere Wearables zu integrieren. Damit schaffen sie die Voraussetzungen für automatisierte Machine-to-Machine-Zahlungen zwischen smarten Geräten.

Google Hands Free ist die neuste Payment-Innovation des Unternehmens, die Bezahlvorgänge über Android Pay ermöglicht, ohne, dass das Smartphone aus der Tasche geholt werden muss. Außerdem beginnen einige Unternehmen damit, Payment-Features in Messenger-Apps zu integrieren. Diese Idee ist vor allem in Asien sehr beliebt, wo die User mit Apps wie WeChat unter anderem Essen kaufen, Taxis bestellen, Rechnungen bezahlen oder ihre Kontoauszüge checken können. Natürlich ist hier auch Apple mit Apple Pay und Apple Watch im Rennen.

Es gibt noch keine eindeutig vorherrschende Payment-Option. Es scheint so, als würden wir zukünftig je nach Situation auf verschiedene Weisen bezahlen. In vielen Fällen wird das Bezahlen „unsichtbar“ und in andere Services integriert sein. Um diesen Effekt auszugleichen, sollten Finanz- und High-Tech-Unternehmen die User dabei unterstützen, ihre Ausgaben über Tools im Blick zu behalten, um so Vertrauen zu gewinnen. Außerdem sollten sie nicht allein auf biometrische Authentifizierung setzen, sondern auch andere sichere Alternativen für Machine-to-Machine-Bezahlvorgänge entwickeln.

Stellt euch vor…

Habt ihr euch während des Lesens schon einen Tag ohne Bargeld vorgestellt? Falls ja, sind euch ja vielleicht ähnliche Bilder durch den Kopf gegangen: Werden wir aufhören, eine Münze zu werfen? Stellt euch Floyd Mayweather, Rap-Musikvideos oder Der Pate ohne Bares vor – Geht das überhaupt?

Unsere 5 Lesetipps der Woche:

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