Internationaler E-Commerce: Vor- und Nachteile von Marktplätzen [5 Lesetipps]

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Quelle: Photo by Robin Spielmann on Unsplash

Der Cross-Border-E-Commerce boomt. Konsumenten kaufen immer mehr online und werden zunehmend von ausländischen Marken und Händlern angezogen. Der grenzüberschreitende Handel stellt deshalb derzeit eine große Chance für Marken und Händler dar, die auf der Suche nach Wachstum sind. Doch in diesen Markt einzusteigen, ist nicht einfach und erfordert eine umfangreiche Vorarbeit.

Eine der Fragen, die man sich vorab unbedingt stellen sollte, ist diese: Welcher Kanal bietet die größten Chancen im Zielmarkt? Setzt man von Beginn an auf die internationale Version des eigenen Onlineshops oder testet man Marktplätze wie Amazon oder Tmall?

Der Einstieg in den internationalen E-Commerce via Marktplatz lohnt sich nicht nur wegen der geringeren initialen Kosten. Es gibt auch Länder, in denen sich Marktplätze wegen der Nutzerpräferenz lohnen. In China, wo Tmall und JD die Marktführer sind, findet Onlinehandel in erster Linie auf Marktplätzen statt. Tatsächlich haben Marken wie Burberry, Estée Lauder, Swarovski oder RayBan, und andere schon länger einen eigenen Store auf Tmall eröffnet. Außerdem vervielfachen Händler über internationale Marktplätze ihre Kundenbasis.

Die Tür zu Marktplätzen durch Schnittstellen

Die Integration des Marktplatzes mit dem eigenen Backendsystem kann vereinfacht werden, indem man eine Schnittstelle einbindet. So muss der Kanal nicht separat gepflegt werden, sondern Daten werden zwischen der jeweiligen Commerce-Lösung und dem Marktplatz live ausgetauscht. Für die Entwicklung einer Schnittstelle oder der Verwendung einer geeigneten Marktplatz-Middleware empfiehlt es sich, mit einer erfahrenden Digital-Agentur zusammenzuarbeiten.

Schlüsseldaten einer Marktplatzschnittstelle sind Produktdaten, Bestelldaten und Statusdaten:

  • Produkte und Kategorien mit ihren Informationen (Preise, Bilder und Beschreibung).
  • Bestelldaten (Adress- und Zahlungsdaten).
  • Statusdaten (Verfügbarkeit und Bestellstatus).

Marktplätze versuchen hingegen, nur wenig Daten an Unternehmen preiszugeben. Insbesondere Kundendaten und Analysedaten rücken sie häufig nicht freiwillig heraus. Um einen ordentlichen Bestellablauf garantieren zu können, muss natürlich auch der Bestellstatus mit übertragen werden, da die Anbieter, wenn sie nicht auf Dropshipping setzen, den Versand selbst übernehmen. Diese Weitergabe der Bestelldaten ist von Marktplatz zu Marktplatz sehr unterschiedlich.

Welche sind die wichtigsten Vor- und Nachteile von Marktplätzen?

Für internationale E-Commerce-Projekte kann es zunächst gut sein, über einen Marktplatz einzusteigen, um Fuß zu fassen – insbesondere, wenn man zunächst nicht über ein sonderlich großes Budget verfügt.

Wir haben einmal die Vor- und Nachteile eines Marktplatzes für internationale E-Commerce-Projekte zusammengefasst:

VORTEILE

  • Geringerer Aufwand und geringeres Risiko
  • Planbare Kosten
  • Bekanntheit und Reichweite der Marktplätze
  • Neue Märkte können getestet werden
  • Schnelle Testergebnisse unterschiedlicher Preisstrategien
  • Niedrige technische Einstiegshürden

NACHTEILE

  • Die Kundendaten gehören dem Marktplatz
  • Weniger Kontrolle über das eigene Markenerlebnis
  • Abhängigkeit vom Marktplatz in den Faktoren Design und Service
  • Kundenerwartungen müssen marktplatzgerecht bedient werden: Serviceanfragen, Lieferzeiten, Retoure
  • Anpassung von Schnittstellen und Aufbereitung von Produktdaten nach Marktplatzvorgaben
  • Vergleichbare Produkte unterliegen großem Wettbewerb und Preisdruck

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Quelle: eMarketer
Laut einer neusten Studie von eBay und ECC stimmen 79 Prozent der Befragten zu, dass Online-Marktplätze gegenüber Online-Shops Vorteile bieten, weil der internationale Verkauf von Produkten erleichtert wird. Doch auch die Verbraucher-Gewohnheiten auf dem internationalen Markt müssen berücksichtigt werden. Insbesondere für den chinesischen Markt bietet es sich an, über Marktplätze zu handeln, weil chinesische Konsumenten im Gegensatz zu europäischen Kunden selten Onlineshops besuchen, sondern über Online-Marktplätze wie Tmall (Alibaba) oder JD.com einkaufen.
 
Amazon und eBay spielen in China hingegen keine Rolle, im restlichen internationalen Handel jedoch schon. Tatsächlich verkauft alle 1,7 Sekunden ein Händler aus Deutschland etwas auf eBay ins Ausland.
 
 
 

Dein Business erfolgreich internationalisieren

Doch auch wenn Aufwand und Risiko höher sind als beim Einstieg in neue Märkte via Marktplatz, kann ein Onlineshop der lohnendere Schritt sein. Eine Kopie des Onlineshops in der jeweiligen Landessprache kann als initialer Test dienen. Langfristig ist eine Anpassung des Shops an lokale Standards natürlich unerlässlich.

Beispielweise muss man nicht nur die Sprache, sondern auch die offizielle Währung und die meistgenutzten Zahlungsmethoden in Betracht ziehen. Man muss im Marketing den Ton treffen. Und auch Content-Management und Produktdaten spielen bei der Eroberung des internationalen Marktes eine große Rolle. Genauere Best-Practices und Tipps für die Internationalisierung eines Onlineshops können hier gefunden werden.

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