Das Ende des Appstores – warum es auch in der digitalen Innenstadt enger wird

Verfasst am 2. Mai 2017 von .

Quelle: dotSource

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Circa 50 Milliarden Euro setzte der deutsche Einzelhandel 2016 online um. Das entspricht einem Anteil von knapp 10 Prozent. Die Prognose für 2020 beträgt circa 75 Milliarden Euro, also 15 Prozent. Diese Zahlen widerlegen die These, dass Online den stationären Einzelhandel ersetzen wird. Also, alles in Butter?

Mit kanalübergreifenden Einkaufserlebnissen Marktanteile sichern

Für stationäre Läden gelten die drei »L« der Immobilienwirtschaft: Lage, Lage, Lage! Wer seinen Standort fernab der Zielgruppe wählt, hat keinen Erfolg. Sichtbarkeit zählt auch im Netz, beispielsweise als Lage in den Suchergebnissen: Ranking, Ranking, Ranking!

Doch der Platz auf Seite 1 der Google-Suche ist ebenso begrenzt wie der Platz in den Streams und E-Mail-Postfächern der Nutzer. Von deren begrenzter Aufmerksamkeit ganz zu schweigen. Anders gesagt: Es wird eng in der digitalen Innenstadt. Das Stichwort »Flächendruck« wird digital. Händler müssen ihren Claim abstecken, verteidigen und ausbauen.

Die von Offline-Einzelhändlern beklagte Verdrängung durch Online findet nun auch in der Online-Sphäre selbst statt. Um eine Chance zu haben, von 10 Prozent der Online- sowie 90 Prozent der Offline-Umsätze zu profitieren, müssen Händler und Hersteller ihre Vertriebskanäle, ihr Marketing und ihre Services konsequent integrieren und auf den Omnichannel-Kunden ausrichten. Im Netz ebenso wie stationär!

Das kanalübergreifende Einkaufserlebnis ist die einzige Chance für Händler, nicht aus der Innenstadt – online wie offline – vertrieben zu werden.

Das Ende des Appstores?

Für viele Händler und Marken gilt die eigene App als Königsdisziplin der Mobile-Strategie. Doch Erfolg haben nur die wenigsten. Warum? Weil man selbst von den bis zu 28 Apps auf dem Home-Screen gerade einmal sechs regelmäßig benutzt. Zwei davon sind der Kalender und der Wecker.

Die Zielgruppe der eigenen App ist schmal. Außerdem soll das mobile Geschäft via Mobile-Website nicht kannibalisiert werden. Die Aufwände, die App technisch aktuell zu halten sowie die Inhalte mit den anderen Kanälen zu kombinieren, sind enorm.

Apps sind etwas für Power-User oder befriedigen ein spezielles Bedürfnis einer schmalen Zielgruppe. Für alle anderen gilt: Die App gerät schnell in Vergessenheit oder wird durch Wettbewerber ersetzt. Was den Kunden antreibt, ist Bequemlichkeit!

Siegeszug der Messenger

Der beste Beweis für das Ende des Appstores ist das chinesische, international erfolgreiche WeChat. Zunächst als Messenger gestartet, verlassen die Nutzer die Plattform mittlerweile nicht mehr. Egal, ob ein QR-Code gescannt werden soll oder man sich die Taxi-Rechnung mit Freunden teilt – WeChat bietet die Lösung in der Plattform.

Im Hintergrund verwaltet der Messenger die Funktionen – gern auch mit Hilfe von Bots – für die man sonst die App wechseln muss. Musik abspielen, Arzttermin vereinbaren, Zahlungen tätigen, Informationen finden und Produkte kaufen.

Google versucht nun mit Google Instant Apps vom WeChat-Erfolg zu lernen. Vor der App-Nutzung kommen schließlich die Auswahl, der Download und die Installation. Mit Hilfe von vorgeladenen App-Teilen erhält der Nutzer eine Live-Preview bzw. das gewünschte Ergebnis ohne die App tatsächlich installieren zu müssen.

Auch Apple und Facebook bohren die eigenen Messenger auf. Kleine Apps sollen auch hier die Funktionsvielfalt erhöhen und nützliche Services bieten. So intuitiv und umfangreich wie WeChat ist das allerdings noch lange nicht! Eines steht jedoch fest: Die Zeiten des »There’s an app for this.« sind vorbei.

Welche Plattform ist die richtige für das eigene Business?

handelskraft2017-trendbuch-cover Apps, Mobile-Sites, Self-Service-Portale. Welche Strategie ist die richtige für Händler und Hersteller? Und wie setzt man sie erfolgreich um? Dabei helfen die Commerce Manager der dotSource.
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