Xing vs. LinkedIn – David gegen Goliath?

Verfasst am 14. Juni 2017 von .

Fernab der Cat-Content-Portale Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter, gibt es natürlich noch die sozialen Netzwerke LinkedIn und Xing. Weniger für den Freizeitspaß, mehr für das Networking im Internet gedacht, haben die beiden Unternehmen dieses Jahr richtig Gas gegeben. Sowohl LinkedIn als auch Xing feierten im deutschsprachigen Raum große Erfolge was das Nutzerwachstum angeht.
 
Anscheinend hat die Übernahme LinkedIns durch Microsoft dem Erfolg von Xing keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Das auf Deutschland, Österreich und die Schweiz fokussierte Netzwerk sieht sich dem Konkurrenten LinkedIn überlegen. Man gibt sogar öffentlich an, dass LinkedIn sich in eine ganz andere Richtung bewegen würde als Xing. Stand heute haben die beiden Netzwerke rund die Hälfte ihrer Zielgruppe im deutschsprachigen Raum erreicht. Was bringt die Zukunft: Koexistenz oder Monopol?

Markt zur Hälfte gesättigt

Die Entwicklung der Nutzerzahlen von Xing und LinkedIn lässt die seit Jahren bestehende Fehde zwischen den beiden Netzwerken erneut heftig aufflammen. Zum einen hat LinkedIn weltweit die 500 Millionen Marke überschritten. Davon sind 10 Millionen im deutschsprachigen Raum angemeldet. Zum anderen verkündete Xing, dass die Nutzerzahlen im ersten Quartal 2017 auf insgesamt 12 Millionen angestiegen sind.

Und es ist noch viel Luft nach oben: Das Potenzial von Karrierenetzwerken liegt bei 25 Millionen Nutzern – zumindest einer Analyse von LinkedIn zufolge. Glaubt man dieser Zahl, befinden sich LinkedIn und Xing demnach in der Kabine zur Halbzeitpause.

Pures Karrierenetzwerk?

Unabhängig davon, ob es früher oder später zu einer Monopolstellung von Xing oder LinkedIn kommt, müssen die Netzwerke in Zukunft noch mehr bieten als bisher. Die Weiterentwicklung der jeweils 14 Jahre alten Netzwerke nimmt rapide an Fahrt auf. Schon vor der Akquisition von LinkedIn durch Microsoft hat das US-amerikanische Netzwerk die Grenzen des reinen Networkings verlassen. So können auf LinkedIn eigene Artikel erstellt und dementsprechend geteilt werden. Vom Karrierenetzwerk zum Publisher. Und auch bei Xing gibt es – wenn auch nicht für alle Nutzer – die Möglichkeit eigenen Content zu erstellen, beispielsweise über die Kategorie Klartext.

Die Veröffentlichung eigener Artikel ist aber nur ein Baustein der aktuellen Strategie der Karrierenetzwerke: Mit SlideShare bietet LinkedIn eine Plattform zum Austausch von Präsentationen an und bei Xing findet man unter “Projekte” die passenden Freelancer für das eigene Vorhaben. Und so könnte man die Liste weiterführen: E-Learning, Personalbeschaffung, Studentenberatung etc. LinkedIn und Xing ähneln somit schon mehr Content-Plattformen, als dass sie noch als pure Karrierenetzwerke wahrgenommen werden (wollen).

LinkedIn vs. Xing

Tatsächlich existieren die beiden Netzwerke nun schon seit mehr als 10 Jahren nebeneinander und versuchen Marktführer im deutschsprachigen Raum zu werden beziehungsweise zu bleiben. Die Situation erinnert ein wenig an die VZ-Netzwerke. Diese sind mit breitgeschwellter Brust gegen Facebook angetreten, hatten sogar ein Übernahmeangebot, nur um dann am Ende in die Pleite zu rauschen. Ähnliches versucht Xing womöglich zu verhindern.

Aber ist die Doppelanmeldung langfristig eine Lösung? Nun ja, hat man primär deutschsprachige Personen im eigenen Netzwerk reicht Xing sicherlich aus. Doch gesellen sich dazu eine handvoll internationaler Kontakte kommt man um LinkedIn nicht herum. Und schon fügt man die Kontakte der letzten Termine in beiden Netzwerken hinzu… nervig. Aus Nutzersicht wäre ein – wie auch immer geartetes – Monopol sicherlich die beste Lösung.

Wer aber nun am Ende das Rennen macht? Das kann man nicht sagen. Xing scheint sich in der David-Position wohlzufühlen und trotzt der Microsoft-Akquise weiterhin vehement, was die Zahlen bestätigen. 10 von 500 Millionen LinkedIn-Nutzern sind deutschsprachig – ganze 2 Prozent. Demnach stellt sich natürlich die Frage, wie aggressiv LinkedIn überhaupt gegen Xing vorgeht, wenn es sich augenscheinlich nur um “Peanuts” handelt. Man weiß es nicht. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Xing den gleichen Weg wie die VZ-Netzwerke gehen wird oder nicht.

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2 Reaktionen zu “Xing vs. LinkedIn – David gegen Goliath?”

  1. Kai

    Am 14. Juni 2017 um 15:37 Uhr

    Ich bin auch hauptsächlich nur im XING-Netzwerk unterwegs. Wie im Beitrag von euch schon festgestellt, sind hier nunmal die deutschsprachigen Nutzer fast alle zufinden im Buisness meiner Wahl. Ich hoffe das dies auch so bleibt, ein weiteres VZ-Desaster wäre einfach uncool. Ich weiß in diesem Sinne ist eine Monopolstellung wünschenswert, aber dafür hat man ja eigentlich Facebook 😉

  2. Oscar

    Am 15. Juni 2017 um 11:19 Uhr

    Nun ja, Xing ist mir sehr sympathisch. Ich überlege mir aber schon seit einigen Monaten mein Premium abzumelden. Einerseits ist es in der CH recht teuer geworden und andererseits sind fast alle mir wichtigen Kontakte auch bei LinkedIn.
    Xing hat ein paar gutgemeinte Hürden vielleicht gegen zu aggressivem Kontaktieren wie die Limitierung auch 100 Kontaktanfragen. Des Weiteren, wenn ich einen Link teile, will ich wählen welche Headline rein soll insb. in Verbindung mit Twitter.
    Ausserdem ist Xing komplett abgeschottet vom Rest der Welt. Denn wenn jemanden einen Klout score wichtig ist, dann fliesst da die Xing Aktivitäten nicht rein. Da sollte Xing proaktiv auf Klout zugehen und nicht wie eine Diva abwarten bis sie gefragt werden.

    Ich wäre noch so froh meine LinkedIn Aktivitäten zu reduzieren. Denn seit dem letzten grossen Update wurde es extrem langsam und die UI wurde verschlechtert. Obwohl schon Monate her nerven mich gewisse Sachen immer noch.

    Xing: Es wäre schön wenn man den Anschluss an die Welt machen könnte und die Zusammenarbeit über APIs mit anderen Plattformen verbessern würde. Auch die UI könnte etwas moderner daherkommen aber dies bloss am Rand.

    LinkedIn gibt Gas und Facebook mausert sich je länger je mehr auch zu Business Plattform. Ich habe auf FB 2 Profile. Ein privates mit Badehosen und oben ohne Fotos (verborgen) und ein Business komplett offen für alle.

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