Echte Nachhaltigkeit in der City-Logistik? [5 Lesetipps]

Verfasst am 6. November 2017 von .

Alisa Anton - unsplash.com

Alisa Anton – unsplash.com

Dank des enormen Wachstums des Onlinehandels hat die Menge der Lieferungen in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Tatsächlich wird zum Weihnachtsgeschäft ein neuer Paket-Rekord erwartet. Zusätzliche neue Angebote, um die letzte Meile zu beschleunigen und zu vereinfachen wie Same-Day-Delivery, Zustellung zum Wunschtermin oder sogar One-Hour-Delivery tragen zur Überlastung des Straßenverkehrsnetzes bei und verursachen eine alarmierende Verschlechterung der Luftqualität. Nachhaltige Logistik ist deshalb mehr denn je erforderlich.
 
Welche Lösungen und Initiativen setzen die Top-Zustelldienste bereits um?

Der deutsche Paketmarkt in Zahlen

Die deutsche Paketbranche ist fit und ihr Umsatz nimmt kontinuierlich zu. Im Jahr 2016 wurden 7,2 Prozent mehr Kurier-, Express- und PaketSendungen (KEP) befördert als im Vorjahr. Das Volumen hat erstmals die Drei-Milliarden-Euro-Marke (3,16) geknackt. Das bedeutet, dass in Deutschland pro Zustelltag im Schnitt mehr als 10 Mio. Sendungen befördert wurden. Außerdem stieg der Gesamtumsatz 2016 um 6,2 Prozent auf knapp 18,5 Mrd. Euro. Verglichen mit dem Jahr 2000, sind die KEP -Umsätze um rund 84 Prozent gestiegen.

Sendungsvolumen im deutschen KEP-Markt (2000 bis 2016) - BIEK - KEP Studie 2017

Sendungsvolumen im deutschen KEP-Markt (2000 bis 2016) – BIEK – KEP Studie 2017


Diese Zahlen sind die perfekte Ergänzung zu der DHL-Prognose über das Weihnachtsgeschäft. Laut Einschätzungen des Konzerns werden in der Weihnachtszeit an Spitzentagen bis zu 8,7 Mio. Pakete zugestellt. An normalen Tage liefert der Konzern in Deutschland rund 4,3 Mio. Pakete aus.

Dies zeichnet jedoch ein düsteres Bild in Bezug auf der Ökobilanz großer Städte, das die Logistiker nicht ignorieren sollten. Was können sie dagegen tun?

Mikro-Depots – Die nachhaltigste Paketzustellung

Paketdienstleister, Onlinehändler oder Transportunternehmen suchen sauberere Wege zum Gütertransport in städtischen Gebieten und experimentieren viel mit Mikro-Depots aller Art. Mikro-Depots sind Container oder abgestellte Nutzfahrzeuge, von denen aus Lastenfahrräder oder fußläufigen Transporthilfen bestückt werden.

Die DHL-Tochter StreetScooter GmbH möchte bis Ende dieses Jahres 5.000 umweltfreundliche Scooter auf den Markt bringen. In Sommer waren bereits rund 3.000 im Einsatz.

„Mit dem Einsatz unseres StreetScooters in Berlin untermauern wir unseren Anspruch, Motor der Elektromobilität und Marktführer in der grünen Logistik zu bleiben”, betont Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post – eCommerce – Parcel der Deutsche Post DHL Group.

Anderseits wurden im Rahmen des Forschungsprojekts EMILIA in Österreich neuartige Lasten-E-Bikes, Elektroautos und sogar eine Software zur Routen-Optimierung entwickelt. Hier und dort gibt es schon Experimente in dieser Richtung.

Optimierung der Prozesse mit neuer Software

Die Supermarktkette Billa hat das E-Bike a lá Deliveroo getestet, um Online-Bestellungen schneller und effizienter zu liefern.

Neben Elektromobilität gibt es auch andere Maßnahmen zur CO2-Reduzierung. Billa hat den Weg bereits aufgezeigt: Software zur Tourenoptimierung. Auch UPS setze eine ähnliche Strategie ein, mit der viele Millionen eingespart werden und mehr Pakete ausgeliefert werden können. Außerdem hat das AIT eine Software entwickelt, mit der man die Auslieferung optimieren und auf spontane Bestellungen reagieren kann.

Aber eine erfolgreiche Nachhaltige Logistikbranche braucht auch…

…adäquate politische Rahmenbedingungen und eine starke Kooperationsbereitschaft aller Paketdienstleister. Zu dieser Empfehlung kommt die neueste Nachhaltigkeitsstudie des BIEK. Beispielweise sollten die Regierungen in batterieelektrische Fahrzeuge investieren, so dass diese Art der E-Autos schneller im Markt eingeführt werden kann.

Zusätzlich könnten die Unternehmen der BIEK-Branche gemeinsam mit Herstellern und Wissenschaftlern speziell für die Branche E- Lastenfahrräder entwickeln, um von der Serienproduktion zu profitieren und ein geeignetes Serviceangebot zu bieten.

Unsere 5 Lesetipps der Woche

KEP: Umweltfreundliche City-Logistik darf nichts kosten [Logistik Heute]

Nachhaltige Logistik: Das Ende des Ablasshandels [Internet World Business]

Nachhaltigkeit versus Flächenverbrauch: Der Streit um Deutschlands Böden [Euractiv]

Are Cargo Bikes the Answer to Urban Congestion? This Global Shipper Thinks So [The Drive]

Cities need sustainable goods delivery plans [Green Biz]

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