E-Commerce: Wann treten die Hersteller auf den Plan?

Verfasst am 25. Februar 2014 von .

Die klassischen Funktionen des Handels werden zunehmend von anderen Parteien übernommen. Beispielsweise braucht es kaum noch Beratung im Geschäft, da die Informationen im Netz um einiges umfassender zu finden sind. Die Funktion der Sortimentsbildung wird, solange es Amazon gibt, entweder überhaupt nicht mehr benötigt oder muss mit besonderer Kompetenz und Fachwissen einhergehen. Empfehlungen und eine Vertrauensbasis liegen ebenfalls zunehmend außerhalb des Handels: Bei den jungen Kundengruppe bestimmen beispielsweise Modebloggerinnen, statt der angestammten In-Stores à la Abercrombie & Fitch, was angesagt ist.

In diesem Kontext analysierte Martin Groß-Albenhausen, Geschäftsführer des bvh, bereits letztes Jahr auf dem Verbands-Blog, warum der Handel prekär bleibt.

Hersteller übernehmen immer mehr klassische Handelsfunktionen

Hinzu kommt die zunehmende Konkurrenz durch die Hersteller: Diese stellen sich immer breiter entlang der Wertschöpfungskette auf, bemerkt Branchenexperte Joachim Graf auf iBusiness.de. Diese Tendenz ist auch bei Händlern zu beobachten. Durch eigene Prozessketten, Marken und Produkte streben Händler danach, sich unabhängig und nicht durch die Konkurrenz kopierbar zu machen.

Der Druck der Hersteller auf die Händler wächst. Sie sind dabei, gegenüber dem Großhandel verlorenes Terrain zurück zu gewinnen, indem sie eigene Onlineshops eröffnen oder Verteilung und Lagerung selbst übernehmen. Einzelne Branchen scheinen sich in dieser Hinsicht schneller zu entwickeln als andere, zum Beispiel der Automarkt.

Warum Hersteller eigene Shops eröffnen:

  • Vertrauen in die eigene Kompetenz und Marke nutzen
  • Kontrolle über Preis und Marke
  • Wer Produkte auf seiner Webseite präsentiert, kann sie dort auch verkaufen
  • Vertikalisierung verspricht Aussicht auf (internationales) Wachstum

Vor-Ort-Produktion geht noch einen Schritt weiter

In anderen Bereichen geht man noch weiter. Amazon Publishing ersetzt die komplette Verlags-Infrastruktur, künftig können 3D-Drucker auch Produktionsstufen unnötig machen. Der Handel muss also neue Antworten darauf finden, wofür man ihn benötigt.

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