Finanzierung von Startups und neue Wege. Zeit für einen Rückblick

Verfasst am 9. Juni 2010 von .

Die Investorenszene steckt nach langer Zeit des Aufschwungs in der Krise. In der Szene mangelt es nicht an Startups, sondern eher an Ideen. Diese werden dringend benötigt, denn mit dem rasanten Wachstum der Online-Unternehmen wächst auch die Unsicherheit darüber, welche sich noch für Investitionen lohnen. Phillip Moehring von Dumont Venture führt gleich drei Gründe für die Flaute in der Startupszene an: Die Finanzkrise, Verschiebung des Fokus auf spätere Phasen und sichere Geschäftsmodelle und die strukturell bedingte Inflexibilität bei Startups. Kritisch sieht auch Jochen Krisch die Investorenbranche. Dabei sah zu Beginn der Online Startups alles noch viel rosiger aus.

Entwicklung des Venture Capitals

Einen interessanten Abriss der Geschichte des Venture Capital liefert Olaf Jacobi von förderland: Bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich der Markt der Investoren in den USA. Bekannte Familien wie die Rockefellers oder Vanderbilts halfen jungen Unternehmen zu ihrem Erfolg. Die ersten Ventures waren die American Research And Development Corporation (ARDC) und J.H. Whitney & Company. Heute kann America auf eine lange Tradition zurückblicken.

Im Netz bin ich auf ein interessantes Projekt gestoßen, das einigen amerikanischen Investoren aus dem Norden Kaliforniens ein Denkmal setzt. Das Regional Oral History Office sammelt seit 1954 Interviews von Persönlichkeiten, die zu der Entwicklung der Region beigetragen haben. Das „Venture Capitalists Oral History Project“ wurde 2008 realisiert, unter anderem mit Beiträgen zu Schülern des VC Vaters und ARDC Gründers George Doriot.
In Deutschland startete 1975 die Wagnisfinanzierungsgesellschaft mit den Venture Capital Geschäft. Im Onlinebereich sind heute Namen wie Holtzbrinck, Team Europe und allen voran die Samwer Brüder gar nicht mehr weg zu denken. Das Platzen der Dotcom-Blase und Marktkonsolidierungen machten die Geschäfte der Investoren nach 2000 nicht gerade leicht. Heute, zehn Jahre später, haben die bekannten Online-Investoren hauptsächlich mit den Vorwürfen zu kämpfen nur Klone aus den USA zu fördern und zu wenig in neue Ideen zu investieren.

Neue Wege

Eigentlich ist es noch viel zu früh für einen Rückblick, dennoch wird in dem momentanen Diskurs deutlich: Investoren sollten sich vermehrt auf neue Konzepte konzentrieren. Seit den letzten Tagen kursieren Nachrichten über das Projekt von Xing-Gründer Lars Hinrichs in diversen Blogs. Zusammen mit der Agentur IDEO hat er HackFwd entwickelt. Das Projekt richtet sich an „Geeks“ mit einer Geschäftsidee, die bereits in der Pre-Seed-Phase nicht nur finanziell, sondern auch mit professioneller Hilfe zum Aufbau eines Unternehmens unterstützt werden. Keine Copycats, sondern neue Ideen sollen hier gefördert werden (siehe Gründerszene). Ähnliche Projekte in Europa gibt es bereits, zum Beispiel das dänische StartupBootcamp. Auch das Exciting Commerce Seed Programm bemüht sich um die Förderung neuer und innovativer Ideen.
Bleibt zu hoffen, dass diese Konzepte in naher Zukunft nicht die einzigen sein werden.

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