Virtual Reality – Eine “Ich hab’s euch ja gesagt”-Technologie?

Verfasst am 24. August 2016 von .

Es ist die Woche nach der GamesCom – der größten Messe der Gaming-Branche. Uninteressant für alle, die nicht einmal Angry Birds oder Hype-gedrungen Pokemon Go auf dem Smartphone daddeln? Falsch! Wenn man als Nicht-Gamer eines von der Gaming-Messe mitnehmen kann, ist es der Erwartungsdruck der auf erweiterten Realitäten liegt.
 
Nie zuvor waren Virtual und Augmented Reality gefühlt so gehypt wie jetzt. Und das obwohl die beiden Technologien laut Gartner Hype Cycle “demnächst” die Produktivphase erreichen. Was bringt dieser Hype aber dem E-Commerce? Und müssen sich Shopbetreiber damit überhaupt befassen oder gehen erweiterte Realitäten einen ähnlichen Weg wie die ebenso hochgejubelten Wearables?

 

Wie ist der Stand?

Fakt ist, dass die Spieleentwickler innerhalb eines Jahres einen großen Sprung hinsichtlich der Virtual Reality geschafft haben. Waren auf der GamesCom 2015 nur kleinere Demos und kurze Level mit Hilfe der VR-Brillen spielbar, so konnten die Besucher 2016 schon in komplette Welten eintauchen. So lies der Entwickler CCP die Messebsucher Raumschlachten im EVE-Universum schlagen – nichts für einen flauen Magen.

Auch große Hersteller, beispielsweise Ubisoft, intensivieren die Entwicklung rund um erweiterte Realitäten. Nicht zuletzt der Erfolg von Pokemon Go zeigt die vermeintliche Marschrichtung an. Wenn erweiterte Realitäten ins Wohnzimmer kommen, dann in Form von Videospielen. Als Hürden gelten jedoch die immer noch nicht ganz ausgereifte Technik und die teils hohen Preise für VR-Brillen. So kostet die Oculus Rift 700 Euro, wobei für bisherige Casual-Gamer eventuell noch Kosten für einen leistungsfähigen PC hinzukommen.

Ich spiele nicht, ich verkaufe!

Und was ist für den E-Commerce drin? Dass sich Kunden eine Brille aufsetzen und virtuell einen Laden betreten ist doch noch Zukunftsmusik – nein, halt… Alibaba entwickelt sowas schon und kann bereits erste Erfolge aufweisen. Der Marktplatzbetreiber versucht mit Buy+ sogar ein eigenes VR-Shopsystem zu etablieren.

Schon amüsant wenn sich Online-Pure-Player demnächst Gedanken über die Einrichtung eines stationären Stores in der virtuellen Realität machen müssten – Vorteil für die gebeutelten Omni-/Multi-Channel-Händler? Vielleicht. Neben den VR-Brillen sind vor allem Handschuhe mit Drucksensoren für ein neues Onlineshopping-Gefühl interessant. Diese Handschuhe üben Druck an den entsprechenden Stellen aus und der Nutzer hat das Gefühl den Gegenstand, den er durch die VR-Brille sieht, tatsächlich zu berühren.

Eine “Ich hab’s euch ja gesagt”-Technologie?

Skeptiker einer solchen zukünftigen E-Commerce-Welt kann man im Übrigen nicht böse sein. Denn ähnlich gehypt waren vor einigen Jahren auch Wearables, wie die Google Glass oder diverse Smartwatches. Dem Hype konnten diese Geräte allerdings nicht gerecht werden. Als Gegenbeispiel zu den Wearables sind allerdings Hype-Themen wie beispielsweise Smartphones, soziale Netzwerke oder die Cloud zu nennen – Technologien, die sich in den Alltag eingenistet haben.

Also liebe Onlinehändler und Shopbetreiber: Bitte tut erweiterte Realitäten nicht als Humbug ab. Zwar ist die Marktreife noch ein wenig entfernt, doch mit ein bisschen Engagement verpasst man nicht “ausversehen” diesen Game Changer und man muss sich auch nicht von den Digital Natives im Unternehmen anhören: “Ich hab’s euch ja gesagt!”

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