Amazon passt Richtlinien für Produktrezensionen an – mehr Vertrauen?

Verfasst am 6. Oktober 2016 von .

Quelle: Greg Rakozy | Edit: Handelskraft

Quelle: Greg Rakozy | Edit: Handelskraft

Amazon ist der Platzhirsch im Onlinehandel. 99% der Onlinekäufer haben schon bei Amazon gekauft. Grund dafür sind nicht nur der Preis sowie Liefer- und Retourenbedingungen. Auch die Menge an Produktrezensionen besticht. Der Verbraucher verlässt sich auf das Urteil Dritter. Dass es sich dabei um Fakes handeln könnte, verdrängt man hoffnungsvoll. Gegen gekaufte und bestochene Produktbewertungen will Amazon mit angepassten Richtlinien vorgehen.

Fakes sind billig!

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Amazon kämpft weiterhin mit Produktfälschungen, insbesondere auf seinem Marktplatz. Jetzt will man etwas an der Rezensionsfront unternehmen.

Bewertungen im Netz zu kaufen weit verbreitet. Egal ob Facebook-Likes, Twitter- und Instagram-Follower oder positive App-Bewertungen. Für wenig Geld kann man sein Profil oder sein Produkt aufwerten. Was in den sozialen Netzwerken nach Reputation aussieht beschert Amazon-Verkäufern ein besseres Ranking – und das generiert mehr Umsatz!

Fake-Rezensionen werden schwieriger

Amazons Kampf gegen Fake-Rezensionen umfasst drei Schritte:

  • Kampf gegen kommerzielle Anbieter:
    2015 klagte man erstmalig gegen über 1000 Anbieter von Fake-Rezensionen
  • 50$ Grenze:
    Rezensieren können Kunden erst, wenn sie einen Warenkorbumsatz von mindestens 50$ haben. Zusätzlich auch nur ein Kunde pro Haushalt. Wann die Regelung außerhalb der USA umgesetzt wird, ist noch unklar.
    Ebenso die Wirkung. 50$ sind eine recht überschaubare Grenze. Fraglich bleibt außerdem, wie Amazon ehrliche Produktbewertungen von Kunden mit kleineren Warenkörben kompensieren will.
  • Verbot incentivierter Produktbewertungen:
    Kunden, die kostenlose oder verbilligte Testmuster von Herstellern erhalten, dürfen keine Rezensionen mehr dazu verfassen. Diese fielen in der Regel positiver aus, als die Bewertungen durch Vollzahler. Damit stärkt Amazon auch seinen Dienst Vine. Angehörige Produkttester können hier weiterhin rezensieren.

Produktbewertungen sollten – egal, ob bei Amazon oder dem Wettbewerb – grundsätzlich nicht überbewertet werden. Sie sind ein guter Indikator und in den Texten finden Käufer häufig auch ihr persönliches Anwendungsziel wieder. Enttäuschte Kunden können ja weiterhin retounieren.

(4 Bewertung(en), Schnitt: 5,00 von 5)
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