E-Food: Was lange währt, wird endlich bestellt [5 Lesetipps]

E-Food und Corona Lesetipps
Quelle: dotSource

Prof. Drosten ist zufrieden. Der Virologe von der Berliner Charité, der mit seinem täglichen Podcast auf NDR Info zu einem Medienstar avanciert ist und dank dem plötzlich hunderttausende Laien Details zu Virenhüllen, PCR-Tests und Antikörper-Seren von sich geben, stellte neulich sinngemäß Folgendes fest: Die Isolation wirkt.

Es scheint, als könne die Ansteckung dank strikter Maßnahmen, wie sie insbesondere Jena als erste Großstadt mit Mundschutzpflicht in Supermärkten und öffentlichen Gebäuden vorschreibt, reduziert werden. Die Letalitätsrate der mit dem Corona-Virus Infizierten in Deutschland könnte sich wegen vieler Tests und freiwilliger physischer Distanz zwischen den Menschen in Grenzen halten. Zugespitzt formuliert: Couch-potatoes save lives!

Im Wort Potatoe steckt allerdings auch schon drin, worin derzeit auch eine Herausforderung besteht: Selbst Stubenhocker müssen essen. Hier schlägt die Stunde der Nahrungsmittel-Lieferdienste. Denn wer gerade wirklich radikal zuhause bleiben will und keine Nachbarn hat, die sich freundlicherweise für ihn in die Schlangen stellen, der tippt bei einer Suchmaschine »Nahrungsmittel Lieferung« ein. Schwups landet er in der sogenannten E-Food-Branche.

E-Food kontaktlos einkaufen möglich

Eine Wendung ist derzeit in Onlineshops sämtlicher Branchen zu lesen: kontaktlose Lieferung. Sie löst in Sachen Beliebtheit quasi kostenlose Lieferung und Retoure ab. Denn in Zeiten, in denen plötzlich jeder zwischenmenschliche Kontakt gefährlich für Individuum und Gesellschaft werden kann, schaut man eher darauf, wie die Versorgung auch ohne Tuchfühlung über die Bühne geht.

E-Commerce bietet da eine gute Gelegenheit. Was der niederländsisch-deutsche Lebensmittellieferdienst Picnic als erster in die Tat umsetzte, ist binnen Tagen Standard geworden.

Darüber hinaus lassen sich Onlinebestellungen leichter wiederholen – egal ob sie via Paketdienst direkt nach Hause geliefert werden oder, Variante B, bereits fertig zusammengestellt im Supermarkt eingesammelt werden. In Zeiten, in denen man ohnehin eher beklommen einkauft als lustvoll, sind Automatisierungsmechanismen ein Segen. Montags immer Möhrensuppe, dienstags Dinkelreis, mittwochs Mangocurry, …

E-Food: Vor der Krise wartete man auf den Durchbruch

Während viele Branchen in den letzten zwei Jahrzehnten entweder genuin online erfolgreich wurden, oder sowohl online als auch offline Umsatzsteigerungen erlebten, tat sich der Lebensmittelhandel lange schwer, sich vom klassischen Retail zu lösen.

Noch 2018 konstatierte eine Studie, dass die Deutschen einfach lieber in den Super- oder auf den Wochenmarkt gingen, anstatt sich ihre Lebensmittel liefern zu lassen. Stichprobenartige Tests, denen zufolge E-Food oft schlecht gekühlt sei und das attestierte Image der Klimasünde erschwerten der Dienstleitung zusätzlich den Durchbruch.

Die derzeitige Krise verändert dies. Zuletzt betrug der Marktanteil zwei Prozent, das IFH Köln prognostizierte bis 2030 einen Ansteig auf neun Prozent. Die vergangenen Wochen stellen diese Berechnungen längst auf den Kopf und Marktforscher werden die Branche womöglich bald ganz neu bewerten.

Wer ohnehin von Berufswegen her ausgezeichnet kühlen kann, so wie der Tiefkühl-Vertriebler bofrost*, der ist dem derzeitigen Allzeithoch an Bestellungen nur gewachsen, wenn er sich auch E-Commerce-Softwareseitig hervorragend aufgestellt hat. Die Online-Vorbestellumsätze fallen laut bofrost* bisher 2020 mehr als doppelt so hoch aus wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ein modernisierter Onlineshop lässt Nutzer das jedoch zu keiner Zeit bemerken.

E-Food: Nutzerfokus ist das A und O beim Onlineshopping

Usability ist zudem ein wichtiges Stichwort, was den Erfolg der E-Food-Branche betrifft. Lebensmittel einzukaufen, ist eine kleinteilige Sache. Es mag Spaß machen, sich durch die limitierten Sneaker der Saison zu scrollen und hochglänzende Fotos sowie nette Produkttexte zu rezipieren. Aber Reissorten digital erlebbar machen? Zucchini? Oder gar rohes Fleisch? Das ist ein schwieriges Unterfangen.

In Sachen Nutzerfreundlichkeit hat sich im E-Food-Sektor allerdings zuletzt viel getan und so kann Online-Lebensmittel-Einkauf sogar Spaß machen. Vor allem derzeit: Denn am Rechner kann man die Mund-Nasen-Maske getrost weglassen. Mehr noch: Den Computer darf man sogar anhüsteln! Aber Vorsicht: Virologische Studien gehen davon aus, dass das Virus auf glatten Flächen zwischen drei und neun Tagen aktiv bleiben kann.

Unsere 5 Lesetipps der Woche

Online-Lebensmittelhändler profitieren von Corona-Krise [Handelsblatt]

Wie sich bofrost* für die Herausforderung hoher Bestellaufkommen gewappnet hat [dotSource]

Prognose des IFH Köln über Marktanteilssteigerungen des E-Foods innerhalb des Lebensmittelsektors [IFH Köln]

Text dazu, welche Strategien zur Kundenbindung der E-Food-Sektor verfolgt [etailment]

Zum Boom der letzten Wochen [handelsjournal]

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