Headless Commerce: Wann sich der Ansatz für euch lohnt und wie ihr ihn erfolgreich umsetzt

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Quelle: dotSource

Beim Onlineshopping können Konsumenten schon mal die Nerven verlieren: Der Onlineshop lädt ewig, der Check-out-Prozess in der App ist umständlich und Alexa hat die Shoppingliste nicht aktualisiert.

Umso wichtiger ist es, dass ihr als Shop-Betreibende einen kühlen Kopf bewahrt und für positive Kauferlebnisse auf allen Kanälen sorgt. Indem ihr euer Frontend vom Backend entkoppelt, könnt ihr Anpassungen schnell umsetzen und für einzelne Geräte und Plattformen individuell ausspielen.

Wie euch all das durch Headless Commerce gelingt, welche Herausforderungen ihr dabei beachten solltet und wie das Konzept in der Praxis aussehen kann, erfahrt ihr im Beitrag.

      1. Was ist Headless E-Commerce und wie funktioniert es?
      2. Für welche Unternehmen eignet sich Headless Commerce?
      3. Worin unterscheiden sich Headless Commerce und Composable Commerce?
      4. Vorteile von Headless E-Commerce
      5. Herausforderungen im Zusammenhang mit Headless E-Commerce
      6. Bekannte Headless-Commerce-Softwares
      7. Headless Commerce im B2B
      8. Mit Headless Commerce in die Zukunft?

Was ist Headless E-Commerce und wie funktioniert es?

Herkömmliche Shop- und CMS-Lösungen bieten ein Paket aus Frontend, also der Gestalt eures Webshops, eurer App oder eines anderen Kanals und dem Backend, also der Geschäftslogik.

Headless E-Commerce entkoppelt das Frontend von den Backend-Prozessen. So könnt ihr mit neuen Benutzeroberflächen experimentieren und zusätzliche Endgeräte und Touchpoints anbinden, ohne die Stabilität eures Gesamtsystems zu riskieren.

Möglich ist das durch eine API, also eine Programmierschnittstelle, die Kopf (Frontend) und Körper (Backend) datentechnisch miteinander verbindet und garantiert, dass die Programmteile einander verstehen. Ganz ohne die Kopfschmerzen, die herkömmliche und starre E-Commerce-Lösungen verursachen können.

Für welche Unternehmen eignet sich Headless Commerce?

Eine Headless Commerce Software eignet sich, wenn ihr zentralisiert Commerce-Logiken an verschiedene Touchpoints anbinden wollt. Habt ihr ein Headless Commerce System im Einsatz, könnt ihr beispielsweise ein klassisches Web-Frontend anbinden, die iOS-App, ein Kundenportal, die Filialsoftware, usw.

Der flexible Ansatz bietet euch die Möglichkeit, innovative Ideen auszutesten, ohne komplexe Anpassungen im Backend vorzunehmen. Dadurch könnt ihr eure digitalen Services permanent weiterentwickeln und eure Präsenz auf verschiedenen Kanälen ausbauen. Diese technische Basis ermöglicht es, euch vom Wettbewerb abzuheben und eurer Zielgruppe kanalübergreifende Erlebnisse mit Köpfchen zu bieten.

Benötigt ihr diese extreme Flexibilität allerdings nicht, sondern sucht eine Lösung, die möglichst viele Funktionen vereint, ist gegebenenfalls ein eher traditionelles Shopsystem die bessere Wahl.

Im Beitrag »Shopsysteme: E-Commerce-Software und –Anbieter im Vergleich« stellen wir euch vor, wann sich welche konkrete Shop-Lösung für euch eignet.

Worin unterscheiden sich Headless Commerce und Composable Commerce?

Übergeordnet zielen beide Ansätze darauf ab, als Unternehmen möglichst flexibel zu bleiben und individuell auf die Anforderungen der eigenen Zielgruppe reagieren zu können.

Composable Commerce setzt das um, indem Systeme und Anwendungen verschiedener Anbieter individuell miteinander kombiniert werden.

Headless Commerce hingegen konzentriert sich darauf, die Frontend-Präsentationsschicht von der Backend-Logik zu trennen, sodass Änderungen in einem Bereich keinen direkten Einfluss auf den anderen haben.

Beide Ansätze basieren dabei auf den modernen Technologieprinzipien API First, Cloud Native und Microservices. Wie diese Prinzipien im Speziellen funktionieren, könnt ihr unter »MACH Alliance für mehr Erfolg im E-Commerce« nachlesen.

Vorteile von Headless E-Commerce

Mit einer Headless-Commerce-Lösung setzt ihr der kopflosen Suche nach Informationen ein Ende. Durch die Entkopplung von Frontend und Backend könnt ihr schnell und völlig flexibel auf die Anforderungen eurer Zielgruppe reagieren. So stellt ihr sicher, dass User auf sämtlichen Kanälen finden, wonach sie suchen und mit zusätzlichen Features verbessert ihr das gesamte Einkaufserlebnis. Bei einer kombinierten E-Commerce-Lösung wäre die Gestaltung zum Beispiel von der Produktdarstellung im Frontend durch bestimmte Funktionalitäten im Backend beschränkt.

Beim Headless-Commerce-Ansatz könnt ihr durch die APIs relativ schnell einfach, neue Benutzeroberflächen in das bestehende Frontend-System integrieren oder Systeme austauschen. Somit verbessert ihr die Skalierbarkeit eurer gesamten E-Commerce-Architektur und könnt bei Unternehmenswachstum oder -veränderungen einfach reagieren.

Vorteile von Headless Commerce im Überblick:

  • einfache Anpassungen im Frontend
  • kurze Time-to-Market für neue Anwendungen
  • verbesserte Customer Experience
  • bestmögliche Skalierbarkeit

Herausforderungen im Zusammenhang mit Headless E-Commerce

Möchtet ihr als Unternehmen von diesen Vorteilen profitieren, kommt erstmal einiges an Arbeit auf euch zu, die sich mit der richtigen Planung und einem erfahrenen Projektteam meistern lässt.

Implementierung

Bestehende Systeme, APIs und Microservices müssen in die neue Headless Commerce Software integriert werden. Sollte euch selbst das notwendige technische Know-how fehlen, ist es durchaus sinnvoll, eine Digitalagentur hinzuzuziehen. So könnt ihr gemeinsam einen Projektplan aufstellen, Verantwortlichkeiten definieren und ausreichend personelle Ressourcen einplanen.

Sicherheit

Durch die Verwendung der APIs und die Untergliederung des Systems in mehrere Microservices steigt das Potenzial für Sicherheitslücken. Daher ist es wichtig, bei der Planung eures Headless-Projekts auch die Einführung von Sicherheitsmaßnahmen mitzudenken. Dafür könnt ihr beispielsweise Penetrationstests (Pentests) durchführen, bei denen realistische Angriffsszenarien auf eure IT-Systeme durchgespielt werden.

Der Pentest deckt somit Sicherheitslücken und Schwachstellen auf, die ihr schließen könnt, bevor die Szenarien zur Realität werden.

Datenmanagement

Neben der Sicherheit ist auch die Datenhaltung ein Thema, bei dem E-Commerce-Unternehmen durchaus mal den Kopf verlieren. Da bei Headless Commerce für die optimale Customer Journey verschiedene Daten aus unterschiedlichen Systemen integriert werden, ist das Datenmanagement durchaus komplex.

Daher ist es wichtig, dass Datenmanagementsysteme wie das PIM oder ERP in die Headless-Architektur integriert werden. So könnt ihr Datensilos auflösen und eure Kunden mit genauen und zuverlässigen Daten versorgen.

Bekannte Headless-Commerce-Softwares im Überblick

Neben spezialisierten Shop-Lösungen, die direkt auf den Headless-Ansatz setzen, gibt es auch große Softwareanbieter, die ihr Portfolio entsprechend dem Wunsch nach mehr Flexibilität anpassen.

commercetools

Commercetools ist der weltweit führende Anbieter von cloudbasierten Headless-Plattformen. Die Shop-Lösung setzt auf eine reine Microservices-Architektur mit APIs, die durch eine Cloud-native Saas-Lösung bereitgestellt werden. So könnt ihr als Unternehmen mit dieser Headless Commerce Software auf wechselnde Kundenbedürfnisse und neue Markttrends reagieren, ohne hohen Entwicklungs- oder Migrationsaufwand.

Intershop

Intershop ist ursprünglich als E-Commerce-Komplettlösung gestartet. Mit den Kundenerwartungen haben sich allerdings auch die Anforderungen der Unternehmen an eine Shop-Lösung verändert und somit auch die Technologie von Intershop. Aus dem On-Premise-Monolithen wurde ein cloudbasiertes Headless System. Durch die Entkopplung von Frontend und Backend bieten Intershop-Seiten insbesondere eine gute mobile Performance durch die integrierte Progressive-Web-App-Struktur (PWA).

Shopware

Auch der Softwarehersteller Shopware setzt auf API-first, damit ihr als Unternehmen eurer Zielgruppe zeitgemäße Kundenerlebnisse bieten könnt. Darunter Storytelling, Social-Shopping, virtuelle Showrooms, innovative Filter, Produkt-Konfigurationen. Die Open-Commerce-Philosophie ermöglicht außerdem maximale Flexibilität bei der Anbieteranbindung und somit die unbeschränkte Weiterentwicklung eurer Systemlandschaft.

Shopify

Die Headless-Commerce-Plattform von Shopify stellt eine leistungsfähige Storefront-API zur Verfügung. Diese kann entweder für die Erstellung von Customer Frontends verwendet werden oder für die Integration mit anderen Softwarelösungen. Im Zentrum stehen bei Shopify die Feature für die Bestell- und Zahlungsabwicklung sowie das Daten- und Produktmanagement. Diese lassen sich mittels entsprechender Buttons einfach in die entwickelten Frontends integrieren.

Headless Commerce B2B: Am Beispiel von TROX

Produkte und Services sind im B2B oftmals hochspezifisch und erfordern individuelle Konfigurationen. So auch bei TROX – dem weltmarktführenden Hersteller von Komponenten, Geräten und Systemen zur Belüftung und Klimatisierung.

Bevor sich TROX für die Headless-Commerce-Software von commercetools entschied, liefen Bestellprozesse teilweise noch manuell und somit weniger nutzerfreundlich. Da das Unternehmen bereits auf ein Headless Content-Management-System setzt, gestaltet es sich auch seine B2B-Commerce-Plattform headless. Das flexible API-First-Konzept von commercetools bietet TROX eine skalierbare und erweiterbare Systemarchitektur.

In diese neue B2B-Plattform wurde außerdem der Produktkonfigurator integriert, sodass Kunden mit »myTrox« ihre Produkte individuell erstellen und bestellen können – vollkommen digital.

Mehr über diese Erfolgsgeschichte erfahrt ihr unter »TROX E-Commerce-Plattform«.

Fazit: Mit Headless Commerce in die Zukunft?

Behaltet ihr mit den Headless-Commerce-Ansatz einen klaren Kopf und setzt ihr Entwicklungen schneller um als euer Wettbewerb, sichert ihr euch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Diese Flexibilität wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, da sich die Erwartungen der Kunden immer schneller verändern und die Kanäle, über die sie sich informieren immer zahlreicher werden.

Allerdings solltet ihr nicht außer Acht lassen, das Headless Commerce auch zahlreiche strategische Überlegungen, Entscheidungen und technisches Know-how erfordert. Unter Umständen ist eine Standardlösung, die euch alle notwendigen Features bereits zur Verfügung stellt für euch die passendere Lösung.

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