Headless CMS: Was ist das und warum lohnt es sich? Ein Überblick für euer Unternehmen

Headless CMS: Was ist das und warum lohnt es sich? Ein Überblick für euer Unternehmen
Quelle: dotSource

Die ersten Content-Management-Systeme (CMS) in der Webentwicklung, auch als traditionelle oder klassische CMS bezeichnet, zählen bis heute zu den bekanntesten Lösungen. Dazu gehören beispielsweise TYPO3 und WordPress.

Mit technologischem Fortschritt und damit einhergehenden wandelnden Erwartungen der Kunden im Digital Business haben sich weitere CMS-Technologien aufgetan – darunter fällt auch das Headless CMS.

In diesem Artikel werfen wir einen umfassenden Blick auf den CMS-Typ Headless und zeigen, wie es euren Herausforderungen in der Digitalwelt begegnet.

Erfahrt anhand Best Practices, warum Unternehmen auf diese CMS-Technologie setzen und für welche Anwendungsgebiete sich diese Systemarchitektur besonders empfiehlt.

    1. Was ist ein Headless CMS?
    2. Headless CMS vs. traditionellen CMS
    3. Wie funktioniert ein Headless CMS?
    4. Headless CMS und die MACH Alliance
    5. Vorteile und Herausforderungen von Headless CMS?
    6. Welche Anbieter gibt es?
    7. Best Practice für headless CMS
    8. Für wen eignet sich ein Headless CMS?

Was ist ein Headless CMS?

Ein CMS ermöglicht die Erstellung und Bearbeitung von Inhalten über ein Backend. Diese Inhalte werden in einer Datenbank gespeichert und können dann über das Frontend, sprich eure Website, ausgespielt werden.

Doch Technologie und Kundenforderungen wandeln sich stets: Im Omnichannel-Zeitalter ist eure Webseite nur einer von mehreren Kanälen, auf denen ihr eure Inhalte platziert. Neben weiteren Kanälen, wie Soziale Medien, rufen User eure Inhalte auch über verschiedene Geräte auf. Darunter: Smartphones, Tablets, Wearables und IoT-Geräte.

Beim Bespielen mehrerer unterschiedlicher Kanäle kommt ein traditionelles CMS an seine Grenzen. Das liegt daran, dass solche CMS-Typen durch allein die Datenhaltung nicht dafür konzipiert sind, diese Daten außerhalb des eigenen Systems sauber bereitzustellen.

Ein Headless CMS hingegen besteht aus einem Backend, einer Datenbank und einer Schnittstelle, eine sogenannte API. Ein Frontend gibt es nicht. Dieser CMS-Typ verzichtet also auf sein »Gesicht«, wodurch auch der Begriff »headless« geprägt wurde.

Neue Daten und Inhalte werden über die Schnittstelle (API) ausgeliefert und können dadurch von unterschiedlichen Apps, Geräten und Webseiten mit jeweils unterschiedlichen Programmiersprachen abgerufen werden. Das bietet euch den Vorteil, dass euer Content nur einmal bearbeitet werden muss und anschließend an verschiedene Kanäle und Geräte ausgespielt werden kann.

Warum genau ist das so nützlich? Die Trennung von Frontend und Backend gibt euch die nötige Flexibilität und Freiheit, eure Inhalte auszuspielen. Das bedeutet, dass eure Marketing-Teams den Content eigenständig managen können, während eure Entwickler-Teams schnell und effizient große Mengen digitalen Contents automatisiert ausspielen. Ihr müsst euch also keine Gedanken um korrekte Darstellung, Platzierung von Inhalten und technische Abhängigkeiten machen.

Möchtet ihr also weitere Kanäle bespielen, müsst ihr keine Änderungen im CMS vornehmen, sondern nur die Inhalte an die API übermitteln. Dadurch reduziert ihr Content-Silos, da eure Inhalte zentral an einem Ort gepflegt werden. Headless CMS ist also euer Werkzeug für die Gestaltung zeitgemäßer digitaler Erlebnisse.

Headless CMS vs. traditionellen CMS

Im Vergleich bilden traditionelle CMS also eher eine solide Grundlage für klassische Website-Projekte. Sie sind besonders geeignet, wenn ihr eine statische Website erstellt, die hauptsächlich aus Texten und Bildern besteht. Solche CMS-Lösungen bieten euch meist eine benutzerfreundliche Oberfläche und sind daher einfach zu handhaben. Somit eignen sie sich insbesondere für weniger technikaffine Anwenderinnen und Anwender.

Ein Headless CMS hingegen eignet sich, wenn ihr vielfältige digitale Erlebnisse auf verschiedenen Plattformen und Geräten liefern möchtet. Wenn euer digitaler Auftritt nicht nur aus Webseiten besteht, sondern auch zukünftig mobile Apps, oder IoT-Geräte einschließt. Für anspruchsvollere Anforderungen und die Notwendigkeit, Inhalte auf verschiedene Arten und Kanäle zu verteilen, ist ein Headless CMS also die geeignetere Wahl für euch.

Um euch den Auswahlprozess zu erleichtern, erfahrt ihr in den nächsten Abschnitten mehr zur Funktionsweise, den Vorteilen und zu Herausforderungen eines Headless CMS.

Wie funktioniert ein Headless CMS?

Da ein Headless vielfältige Möglichkeiten hat, bekommt ihr hier einen genaueren Blick auf die Funktionsweise eines Headless CMS und die technischen Aspekte, die diesen CMS-Typen ausmacht.

Architektur und Aufbau

Die Architektur eines Headless CMS zeichnet sich durch eine klare Trennung von Backend und Frontend aus. Ihr seid dadurch in der Content-Erstellung und Strukturierung sehr flexibel, da ihr diesen unabhängig von der späteren Darstellung verwalten könnt.

API-first-Ansatz und Datenbereitstellung

Der »API-first-Ansatz« ist ein entscheidender Faktor in der Funktionsweise eines Headless CMS. Hierbei werden die Inhalte über Schnittstellen bereitgestellt, was eine nahtlose Integration mit anderen Systemen innerhalb eurer Systemlandschaft ermöglicht. Dadurch ist euer Content jederzeit und überall eure Kanäle erreichbar.

Content-Organisation

Euren Content verwaltet ihr in einem Headless CMS auf anpassungsfähige Art und Weise.
Stichwort: Single Source Publishing. Bedeutet, dass ihr Änderungen eurer Inhalte von zentraler Stelle an die einzelnen Kanäle ausrollen könnt und ihr effizienter mit größeren Content Blöcken arbeitet. So lassen sich eure vielfältigen Assets wie Texte, Bilder, Videos auch übersichtlicher organisieren. Damit sorgt ihr für eine abwechslungsreiche Erfahrung bei euren Nutzergruppen.

Unterstützte Content-Typen

Ein Headless CMS bietet euch die Möglichkeit, eine breite Palette von Content-Typen zu verwalten, von einfachen Texten bis hin zu komplexeren Datenmodellen.

Solche Datenmodelle definieren, welche Arten von Inhalten gespeichert werden können und welche Attribute oder Eigenschaften diese Inhalte haben. Diese Modelle können einfach aufgebaut sein, wie beispielsweise ein Datenmodell für Blogbeiträge mit Titel und Text. Oder sie können komplexer aufgebaut sein, um zum Beispiel Produktdaten mit vielen Eigenschaften und Variationen zu verwalten.

Diese Flexibilität ermöglicht es, den Content präzise an eure ganz individuellen Anforderungen anzupassen und spezifische Datenmodelle zu erstellen. Das Ganze funktioniert in der Regel ohne Programmieraufwand, wodurch eurer Headless CMS auch zukünftig Upgrade-fähig bleibt.

Die Funktionsweise eines Headless CMS ist also modular und anpassungsfähig. Es eignet sich besonders, wenn ihr vielfältige digitale Inhalte auf unterschiedlichen Plattformen bereitstellen möchtet.

Headless CMS und die MACH Alliance

Die MACH Alliance ist ein Zusammenschluss führender Technologieanbieter, die sich für flexible und moderne digitale Lösungen einsetzen. Die Vereinigung stärkt die technologischen Ansätze: Microservices, API-First, Cloud-Native und Headless – daher das Akronym MACH.

Die Verbindung der MACH-Philosophie und Headless CMS ist deutlich: So steht das »H« für Headless-Technologien und gleichzeitig setzen solche CMS-Typen auf einen API-First-Ansatz, was mit einem weiteren MACH-Grundsatz, dem der API-orientierten Architektur übereinstimmt.

Durch die Kombination von Headless CMS und Teilen der MACH-Prinzipien arbeitet ihr mit einem System, das euch flexibel und agil hält, um in der Digitalwelt erfolgreich zu sein.

Vorteile und Herausforderungen von Headless CMS?

Um besser abwägen zu können, welches CMS für euch infrage kommt, erfahrt ihr in diesem Abschnitt mehr zu Vorteilen und Herausforderungen einer Headless-Lösung.

Die Vorteile

  • Flexibilität:
    Da die Inhalte unabhängig vom Frontend erstellt werden, seid ihr sehr flexibel, um eure Inhalte auf nahezu jedem digitalen Kanal darzustellen. Ihr könnt eure Website, mobile Apps und IoT-Geräte problemlos versorgen.
  • Schnelligkeit und Effizienz:
    Eure Entwicklerteams können den Content unabhängig vom gewünschten Kanal automatisiert ausspielen und aktualisieren, was die Bereitstellung beschleunigt und Änderungen ohne Aufwand ermöglicht. Die strukturierte Aufbereitung des Contents ermöglicht eine effiziente technische SEO-Integration auf allen Kanälen.
  • Personalisierung:
    Über die API ist ein Headless CMS mit allen digitalen Kanälen verbunden. So versorgt es nicht nur mit Content, sondern kann auch Daten von allen Touchpoints einsammeln. So könnt ihr alle Nutzerdaten zentral in einer Lösung sammeln und auswerten. Eure Datenbasis wird dadurch größer und hochwertiger im Vergleich zu getrennten Datenspeichern. Mithilfe der Daten könnt ihr Marketing- und Vertriebsmaßnahmen optimieren und eure digitalen Angebote mit dem Content des Headless CMS personalisieren.

Die Herausforderungen

  • Komplexität:
    Die hohe Flexibilität eines Headless CMS kann zu einer komplexen Content-Struktur führen, die sorgfältige Planung und Organisation erfordert. Da verschiedene Kanäle eure zentral gepflegten Inhalte verwenden, solltet ihr Content-Struktur gut aufeinander abstimmen.
  • Know-How:
    Die Einrichtung und Verwaltung eines Headless CMS erfordert in der Regel mehr technisches Know-how und Entwicklungskompetenz im Vergleich zum traditionellen CMS. Ihr müsst in der Lage sein, die Daten aus verschiedenen Quellen zu verbinden, damit diese im Frontend bestmöglich dargestellt werden können. Man muss sich also in Summe nicht nur um das CMS, sondern auch im Projekt um die einzelnen Kanäle kümmern.
  • Kosten:
    Einige Headless CMS-Lösungen können durch entwicklungsseitigen Aufwand zu mehr Kosten führen, besonders im Vergleich zu traditionellen CMS oder Open Source Lösungen. Dadurch, dass ihr aber weitere Kanäle erschließt und somit neue Zielgruppen erreichen könnt, kann sich die Investition rentieren. In der Regel ist es später günstiger und deutlich überschaubarer nur das Frontend anzupassen als das gesamte CMS.

Welche Anbieter gibt es?

Wenn ihr vor der Entscheidung steht, ein geeignetes CMS für eure Bedürfnisse zu finden, gibt viele Lösungen von verschiedenen Anbietern. Aber welche passt wirklich zu euren individuellen Anforderungen?

Anbieter Sweet Spot
Contentful intuitive Bedienung und schlankes Interface, besonders für Content-Autorinnen und -Autoren eine angenehme User Experience
Magnolia bietet gute Skalierfähigkeit, daher geeignet für umfangreiche Websites und Vielzahl an Kanälen, Inhalte einer Seite direkt bearbeitbar und mit HTML-Vorschau
Adobe Experience Manager einige Features für kollaboratives Arbeiten, deckt Vielzahl an Kanälen ab, verfügt über KI unterstützte Inhaltserstellung
Craft CMS Übersichtliches Backend, gute Möglichkeiten Inhalte zu strukturieren mit gleichzeitigem Fokus auf Content-Erstellung

Best Practice für headless CMS

Zahlreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben ihre Content-Strategie mithilfe einer geeigneten Headless-Lösung erfolgreich umgesetzt. Lasst euch hier von Best Practices inspirieren und erfahrt, anhand konkreter Use Cases, wie ihr euer Digital Business voranbringt.

Ottobock

Ottobock, ein international führendes Unternehmen im Bereich Prothetik und »Wearable Human Bionics«, optimiert die Verwaltung seiner länderspezifischen Webseiten auf fünf Kontinenten mithilfe eines Headless CMS.

Die intuitive Benutzeroberfläche und der API-first-Ansatz von Contentful bieten den Mitarbeitenden ein effizientes Werkzeug, um die internationalen Kanäle zu unterstützen.

Erfahrt in diesem Artikel, wie Ottobock in Zusammenarbeit mit dotSource das passende CMS identifiziert und implementiert hat, und warum die Wahl auf den deutschen Anbieter Contentful gefallen ist.

Villeroy & Boch

Der Hersteller von Keramik und Porzellan, Villeroy & Boch, hatte nicht nur im Blick, den Onlineshop zu modernisieren, sondern auch die Produktwelt erlebbar zu machen.

Durch verschiedene Leistungsverbesserungen des Shops, darunter eine DSGVO-konforme Cookie-Lösung ermöglicht die Lösung von Magnolia dem Unternehmen eine nahtlose digitale Kundenerfahrung über diverse Touchpoints.

Entdeckt in diesem Video, wie Villeroy & Boch seine Content-Commerce-Strategie optimiert hat, um Kunden gezielter anzusprechen.

Für wen eignet sich ein Headless CMS?

Das Architekturprinzip eines Headless CMS bietet euch zahlreiche Vorteile. Es hängt jedoch von den individuellen Anforderungen und Bedürfnissen eurer Kunden, Teams und anderen Nutzergruppen ab, ob ein Headless CMS zu euch passt. Es ist besonders empfehlenswert, wenn ihr:

  • Flexibel und agil agieren wollt: Möchtet ihr vor allem Inhalte auf verschiedenen Kanälen und Touchpoints bereitstellen, bietet euch dieser CMS-Typ viel Freiheit. Ihr könnt so den Content einmal erstellen und dann auf vielfältige Weise auf verschiedenen Plattformen ausspielen.
  • Reibungslos und skalierfähig sein wollt: Möchtet ihr mit eurem Geschäft besonderes wachsen und eure digitalen Touchpoints ausbauen, kann ein Headless CMS die passende Wahl für euch sein, um diese Anforderungen zu bewältigen.

Headless CMS Wrap-Up

Insgesamt bieten Headless CMS-Systeme euch die Möglichkeit, digitale Inhalte auf einfache Weise zu verteilen und damit effizient verschiedene Kanäle zu bedienen.

Ein geeignetes CMS optimiert eure Content-Strategie und verbessert das Usererlebnis eurer Mitarbeitenden, da sie produktiver arbeiten können. Zudem optimiert ihr mit einem CMS das digitale Erlebnis eurer Zielgruppe über alle Touchpoints hinweg und steigert damit auch eure Conversions.

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Anbieter mit technisch fortschrittlichen und innovativen Lösungen. Da eure Anforderungen individuell sind, gibt es keine pauschale Empfehlung. Wägt bei der Wahl eines geeigneten CMS sorgfältig ab, behaltet dabei die spezifischen Anforderungen eurer Nutzergruppen und eure Geschäftsziele im Blick.

Da sich der Auswahlprozess aufwendig gestalten kann, lohnt es sich oftmals, Unterstützung von Expertinnen und -Experten zu holen. Als erfahrene Digitalagentur berät euch dotSource und gibt euch einen umfassenden Blick über den Markt für CMS-Systeme. Auch bei der Auswahl eines geeigneten Hostings des Frontend werdet ihr unterstützt.

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