Migration Step by Step: In acht Schritten zum erfolgreichen System-Update [Teil 3]

Migration Step by Step
Quelle: Omar Prestwich | Unsplash

Mal eben schnell euren Onlineshop migrieren? Ist nicht! Planung und Vorbereitung sind essenziell für eine erfolgreiche Migration. Bevor es an den Umzug der Daten geht, muss erst eine Migrationsstrategie entwickelt , ein Dienstleistungspartner gefunden und die gewünschten Funktionen skizziert werden. Wir geben euch eine Step by Step Anleitung, wie auch euch die Migration erfolgreich gelingt.

Migration: Nur acht Steps vom Erfolg entfernt

1.ZEITPUNKT PLANEN: Den einen richtigen Zeitpunkt für eure Migration gibt es nicht, sondern er muss in enger Abwägung zwischen Unternehmensinteressen, technischer Entwicklung und verfügbaren Ressourcen geplant werden.

Oft geben Lösungsanbieter – beispielsweise SAP, Salesforce, Magento, commercetools – Empfehlungen. Die Saisonalitäten, in denen die Lösung stärker genutzt wird, geben auch Hinweise – euren Onlineshop etwa in der bestellungsintensiven Vorweihnachtszeit zu migrieren ist nicht sinnvoll.

Als Digitalagentur gehört es zum täglichen Tun, Systeme von Kunden zu evaluieren, Informationen und Gegebenheiten einzuschätzen und eine Empfehlung zu geben, wann ein kluger Zeitpunkt für eure Migration ist und welche Vorbereitung nötig ist.

2.SMARTE ZIELE DEFINIEREN: Keine Migration ohne Migrationsstrategie! Wichtiger Bestandteil einer solchen sind Ziele, um bestehende Prozesse und Funktionen nicht einfach nur erneut in einer anderen Version oder einem anderen System abzubilden, sondern die Migration zur Optimierung zu nutzen.

Projektmanager sollten darauf achten, dass diese Ziele SMART sind. Das bedeutet, sie sollten spezifisch (S) auf das Unternehmen zugeschnitten sein, sie sollten sich messen (M) lassen (wie etwa mehr Traffic oder schnellere Performance), sie sollten für die Akteure attraktiv (A) sein, um die Motivation hoch zu halten, sie müssen aber realistisch (R) bleiben und sich zeitlich terminieren (T) lassen.

3.VORHANDENE DATEN SONDIEREN: Obwohl so viele Unternehmen sich vor Migrationen fürchten und sie herauszögern, macht die eigentliche Migration der Daten nur wenige Prozent des Projektvolumens aus.

Zunächst muss euer vorhandenes System gespiegelt werden. Dann geht es ans Sortieren, das heißt: Die vorhandenen System-, Stamm- und Bewegungsdaten werden unter Berücksichtigung ihrer Spezifikation sondiert, bereinigt und für den Export vorbereitet.

4.UMZUZIEHENDE DATEN MAPPEN: Die Qualität des Datenmappings ist von kaum zu überschätzender Bedeutung. Denn die Daten eures alten Systems müssen an die neuen Strukturen angepasst, das heißt Quell- und Zielpunkte verknüpft, jeder einzelne Eintrag aus dem alten System dem passenden Pendant im neuen zugeordnet werden.

Dies geht meist nicht 1:1, sonst wäre es ja keine Migration, sondern ein Update ohne Optimierung der Prozesse. Es lässt sich auch praktisch nicht automatisieren, da die Aufgabe stets individuell ist und Know-how erfordert. Datenmapping ist mühsam und technisch anspruchsvoll zugleich, deswegen sollte genügend Zeit dafür eingeplant werden, sodass Aufwandsschätzung und Realaufwand nicht zu sehr auseinanderklaffen.

5.DATENAUSTAUSCH DURCHFÜHREN: Der Moment des Datenaustauschs ist der Moment der Wahrheit. Wie gut war die Vorbereitung? Welche Herausforderung warten noch auf das Team? Generell ist es sinnvoll, die Migration in Teilbereiche einzuteilen, also Datenbereinigung, Datenmapping und Datentransfer zunächst für einen Bereich durchzuführen, dann zu testen, dann andere Bereiche nachzuziehen, wieder zu testen.

Der Austausch selbst wird von den Lösungsanbietern durch bereitgestellte Middleware erleichtert. Bei SAP beispielsweise steht mit der SAP Cloud Platform Integration Suite ein wertvolles Toolset bereit, um Datentransfers sicher und elegant zu managen und auch Schnittstellen zu anderen Systemen funktionsfähig anzubinden.

6.NEUE VERSION TESTEN: Mit Daten angereichert, kann die neue Version gestartet werden. Nun heißt es: testen, testen, testen. Bei der Migration eines E-Commerce-Systems etwa werden typische Bestellvorgänge durchgespielt. In dieser fundierten Analysephase müssen konkrete Bugs behoben und weiteres Optimierungspotential identifiziert werden. Ohne ausgiebiges Testing sollte kein migriertes System live gehen – also müsst ihr auch hierfür genügend Zeit einplanen, um langfristig leistungsfähig zu sein.

7.FEHLER BEHEBEN: Nach der Fehleranalyse ist vor der Fehlerbehebung. Auch hier ist Feingefühl und Feinabstimmung gefragt, denn nicht alle Bugs lassen sich schnell beheben. Zum Glück verfügen die meisten Entwickler nicht nur über Humor, sondern auch über Geduld und Akribie.

8.LIVE GEHEN: Sind die Fehler nach mehreren Testphasen behoben und für alle Teilbereiche alle Migrationsschritte erledigt, kann man live gehen. Trotzdem bleibt es wichtig, das Projekt nicht nur in der ersten Zeit weiter aufmerksam zu betreuen, sondern ggf. Fehler und Learnings der Vergangenheit zu dokumentieren, um sie bei weiteren Migrationen zu vermeiden. Trotzdem sollte nach einem erfolgreichen Livegang auch das Feiern nicht zu kurz kommen.

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