Shopware 6 Migration – warum es sich lohnt und alles, was ihr zum Update wissen müsst

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Quelle: Ketut Subiyanto | pexels

Da das Ende des Supports für Shopware 5 im Juli 2024 unmittelbar bevorsteht, stehen viele Onlineshopbetreiber vor der Entscheidung, ihr aktuelles Shopsystem abzulösen und auf Shopware 6 zu migrieren.

Ein Umstieg ist daher aus technischen und sicherheitsrelevanten Aspekten sehr empfehlenswert: Nicht nur der Shopware-Support läuft aus, sondern auch die eingesetzte PHP 8.2 Version wird ab Dezember 2024 nicht mehr unterstützt.

So ist vor allem der Umstieg innerhalb der Shopware-Welt auf die Version 6 naheliegend und bietet deutliche Vorteile. Dazu gehört eine moderne skalierbare Architektur mit einem API-First-Ansatz und vielfältige Möglichkeiten, euren Kunden innovative Einkaufserlebnisse durch neue Features wie Spatial Commerce und AI anzubieten.

Der Artikel gibt tiefere Einblicke, warum das Update sinnvoll ist und bietet praktische Tipps zur Vorbereitung der Systemmigration.

Shopware 5 Support endet Juli 2024

Shopware stellt mit dem Ende des Supports für Version 5 im Juli 2024 die letzten Weichen auf Shopware 6.
Das bedeutet, dass keine weiteren Updates oder Sicherheitspatches für Version 5 bereitgestellt werden. Um die Sicherheit und Leistung eures Onlineshops zu gewährleisten, ist es also empfehlenswert, auf Shopware 6 zu migrieren.

Shopware 6 ist bereits seit Januar 2020 am Markt. Es ist ein Shopsystem mit einem hohen Reifegrad und breitem Feature-Umfang. Shopware 6 gibt es sowohl als kostenfreie Community-Version für den Einstieg in den E-Commerce als auch in kommerziellen Varianten für komplexere Onlineshop-Projekte. Erfahrt im Beitrag »Shopsysteme: E-Commerce-Software und -Abieter im Vergleich« mehr über die Funktionen und Vorteile der Software-Lösung.

Die neue Version geht über ein reines Funktionsupdate hinaus. Denn Shopware 6 bringt eine neue technische Architektur mit sich. Die Umstellung öffnet die Tür für ein hochmodernes flexibles und skalierbares Shopsystem, erfordert jedoch auch genaue Planung, für die ihr im Folgenden wertvolle Tipps erhaltet.

Welche Gründe sprechen für die Migration auf Shopware 6?

Neben der modernen Architektur ermöglicht euch Shopware 6 durch den API-First und Headless Ansatz, eure Systemumgebung flexibel zu erweitern und für die Zukunft skalierbar zu machen. Somit ist Shopware 6 ein umfassendes Shopsystem mit einer breiten, innovativen Feature-Basis im B2C- wie B2B.

Vor allem in den Bereichen KI, Automatisierung und neuen virtualisierten Einkaufserlebnissen punktet Shopware 6 gegenüber Shopware 5. Hier ist ein Überblick über die neuen Features:

Spatial Commerce

Schafft mit den neuen Features von Shopware 6 ein immersives Einkaufserlebnis. Mit 3D-Modellen oder virtuellen Darstellungen der Produkte im direkten Umfeld des Kunden, können Rücksendekosten klein gehalten werden und ihr spart zudem die Kosten für physische Showrooms oder Produktfotografien.

AI Copilot

Shopware steckt viel Aufwand in die Weiterentwicklung der KI-Funktionen. Neben vielen visionären Innovationen könnt ihr schon heute:
• Produktbeschreibungen generieren lassen,
• euren Support durch einen 24/7 Chatbot erweitern,
• Kunden segmentieren, oder
• euch bei personalisierten Marketingaktivitäten unterstützen lassen.

Automatisierte Workflows und regelbasierte Einkaufserlebnisse

Automatisierte Workflows vereinfachen die Abwicklung von Bestellungen, Kundenkommunikation und Lagerprozessen. Mit dem Rule Builder könnt ihr Einkaufserlebnisse für eurer Kunden zielgenau personalisieren.

Abo-Modelle

Neu hinzugekommen ist auch das Abonnement-Feature. Ab sofort könnt ihr den Kaufbedürfnissen von Kunden noch gezielter entgegenkommen und ihnen Abo-Modelle anbieten, sodass sie Produkte oder Dienstleistungen in regelmäßigen Abständen erhalten, ohne dafür einen neuen Bestellvorgang auszulösen.

Für euer Unternehmen wiederum bedeuten Abonnements, sichere und geregelte Einnahmen zu erhalten und einen treuen Kundenstamm aufzubauen. Außerdem spart ihr so auch Kosten für die Neukundengewinnung.

Spezifische B2B-Preisgestaltung

Im Bereich B2B bringt Shopware die kundenspezifische Preisgestaltung, erweiterte Bestellverfahren und automatisierte Prozesse mit. Durch den API-First Ansatz könnt ihr mühelos weitere Systeme, wie CRM, PIM und ERP integrieren.

Märkte und Internationalisierung

Shopware 6 rüstet euch für eure Wachstums- und Internationalisierungsstrategie durch das Multi-Inventory Feature. Damit könnt ihr mehrere Lager über verschiedene Standorte hinaus verwalten. Mit dem Feature Multi-Storefronts und Catalogs habt ihr die Möglichkeit, individuelle virtuelle Schaufenster und spezielle Produktkataloge an eure Zielgruppen auszuspielen.

Digital Sales Room

Insbesondere im Retail-Bereich kann der Digital Sales Room spannend sein. Mit dieser Funktion könnt ihr euren Kunden interaktive und personalisierte Live-Shopping-Sessions anbieten.

Dafür verknüpft ihr auf eine smarte Art eure unterschiedlichen Point of Sales miteinander und gebt euren Mitarbeitenden ein Werkzeug an die Hand, um offline und online die Kundenbeziehung zu stärken.

Vorbereitung für die Shopware 6 Migration

Eine Migration eines Softwareprojekt bedeutet immer auch eine Art Neuanfang. Heißt gleichzeitig also auch Aufwand und Planung. Bevor ihr zu Shopware 6 wechselt, ist es sinnvoll, folgende Dinge zu beachten:

Zunächst müsst ihr euch entscheiden, welches Shopware 6 Produkt ihr in Zukunft verwenden wollt. Ihr könnt, egal für welche Version ihr euch entscheidet, später unkompliziert upgraden. Eine Übersicht zu den unterschiedlichen Versionen findet ihr direkt bei Shopware.

  • Systemvoraussetzungen eures Servers checken: Stellt sicher, dass euer System den neuen Anforderungen von Shopware 6 entspricht.
  • Benötigte Plug-ins überprüfen: Verifiziert, dass eure Plug-ins, die ihr für Shopware 5 nutzt, auch für Shopware 6 vorhanden sind oder schaut nach vielversprechenden Alternativen.
  • Migrationsplan aufstellen: Entwickelt einen Plan, der euch durch den gesamten Migrationsprozess leitet.

Migrationsprozess zum Shopware 6 Update – Schritt für Schritt

Seid ihr vorbereitet auf die Migration und habt einen Plan geschmiedet, könnt ihr den eigentlichen Migrationsprozess angehen. Dafür empfiehlt es sich, diese Schrittfolge einzuhalten:

  1. Datensicherung anlegen: Sichert euren Shopware 5-Shop vollständig durch ein Back-up ab
  2. Beachtet bereits bei der Datensicherung, dass manche Informationen, wie individuell angepasste Shopware-Templates, z.B. ein Farbschema, nicht übertragen werden und für Version 6 nachgepflegt werden müssen
  3. Installiert Shopware 6 auf euren Servern und achtet darauf, die aktuelle Version einzusetzen
  4. Um eure beiden Systeme verbinden zu können, installiert das Migration Connector Plug-in in Shopware 5 und das Migration Assistent Plug-in in Shopware 6
  5. Sobald die Verbindung steht, könnt ihr auswählen welche Daten ihr übertragen wollt
  6. Zur Verfügung stehen: allgemeine Daten, Produkte, Bestellungen, Kunden, Websites, SEO URLs, Promotion, Medien oder auch Newsletter Empfänger
  7. Führt nun die Datenübertragung aus und prüft im Download Log, ob alle Daten erfolgreich übertragen wurden
  8. Passt die Basiseinstellungen im Shopware 6 Shop nach Bedarf an, um den neuen Shop nach euren Bedürfnissen zu konfigurieren
  9. Jetzt müsst ihr noch die für eure Business Cases notwendigen Shopware 6 Plug-ins installieren und konfigurieren
  10. Nun ist es an der Zeit, den neuen Shop gründlich zu testen, um sicherzugehen, dass alles reibungslos läuft
  11. Geht anschließend mit eurer modernen Lösung live

Nach erfolgreichem Wechsel behaltet diese Dinge im Blick:

  • Marketingaktionen starten: Informiert eure Kunden mit gezielten Marketingaktionen über den neuen Shop
  • Führt regelmäßige Systemupdates durch und nutzt die neuen Features, die Shopware mit jedem Update mit sich bringt, um wettbewerbsfähig zu bleiben – die Roadmap von Shopware sieht vielversprechend aus

Migration im E-Business WhitepaperNeben den spezifischen Shopware To-dos gilt es, auch allgemeine Migrationsthemen zu beachten, beispielsweise nach Livegang des Projektes SEO-Einstellungen anzupassen. Findet dazu im Whitepaper »Migration im E-Business« weitere Hinweise.

Außerdem unterstützt euch die offizielle Shopware Migrations-App bei der Übertragung von Daten aus verschiedenen anderen Shopsystemen, einschließlich Magento, Shopify und WooCommerce.

Wie läuft das Hosting bei Shopware 6?

Durch die Shopware 6 Migration stehen euch drei Hosting-Optionen zur Wahl: On Premises, SaaS und PaaS (Platform-as-aService).

On Premises bedeutet, Shopware auf eurem eigenen Server einzurichten. Das verschafft euch maximale Flexibilität und Kontrolle. Allerdings erfordert diese Hosting-Option mehr Zeit und Fachwissen für die Einrichtung und Wartung. Hier kann euch ein Partner wie dotSource im gesamten Prozess unterstützen.

Bei einer SaaS-Lösung, hostet Shopware euren Shop in der Cloud. Ihr steigt schnell und unkompliziert ein, da ihr über eine Weboberfläche auf den Shop zugreift. Diese Variante nimmt euch viel Arbeit ab, begrenzt aber manche Anpassungsmöglichkeiten. So steht euch nur ein begrenzter Umfang von Drittanbieter-Erweiterungen zu Verfügung.

In der PaaS-Variante wird euer Shop auch in der Cloud betrieben. Ihr genießt aber mehr Einflussmöglichkeiten als bei SaaS und profitiert von Flexibilität und Skalierbarkeit. Es ist eine ausgewogene Option zwischen Kontrolle und Benutzerfreundlichkeit.

Wie hoch sind die Kosten von Shopware 6?

Die Kosten der Migration auf Shopware 6 variieren und hängen von der Größe und Komplexität eures Shops sowie von der Wahl des Migrationstools ab. Ein größerer und komplexerer Shop führt in der Regel zu einem höheren Aufwand. Allgemein empfiehlt sich der Ansatz »standardnah zu denken«.

Die Migration ist ein guter Zeitpunkt, um sich von der ein oder anderen Sonderlocke, die man im Laufe der Zeit angesammelt hat, zu trennen. Damit seid ihr langfristig nicht nur deutlich günstiger hinsichtlich der Migrationskosten, sondern auch für zukünftige Shopware Updates kostenseitig besser aufgestellt.

Die Gesamtkosten setzen sich dann zusammen aus:

  • den Gebühren für das Migrationstool
  • den Aufwänden zur Durchführung der Migration selbst
  • den Lizenzkosten von Shopware 6, solltet ihr euch für eine kostenpflichtige Variante entscheiden
  • ggf. den Einrichtungskosten eines Servers (je nach Hosting Variante) den Entwicklungskosten, falls ihr das System codeseitig anpassen möchtet

Shopware 6 Migration oder Wechsel zu einem anderen Shopsystem?

Euer Shopsystem ist Teil einer sich stetig verändernden digitalen Landschaft. Eine bevorstehende Migration ist ein idealer Zeitpunkt, um zu evaluieren.

Ihr könnt genau prüfen, welche Lösung jetzt und für die Zukunft am besten zu euch passt. Einen Überblick über verschiedene Shopsysteme findet ihr im Guide-Arikel »Shopsysteme: E-Commerce-Software und -Abieter im Vergleich« .

Shop-Anbieter im Vergleich – Jetzt E-Commerce Whitepaper kostenlos downloaden

Whitepaper_E-Commerce Software auswaehlen WhitepaperSeid ihr noch nicht sicher, ob ihr die Systemmigration zu Shopware 6 macht oder auf ein neues System wechselt, unterstützt euch das Whitepaper »E-Commerce-Software Auswählen – Anbieter und Technologien im Vergleich«. Dort werden verschiedene Softwarelösungen für unterschiedliche Unternehmensgrößen vorgestellt.

Die Shopsysteme sind dort in Hinblick auf Funktionalität, Usability, Integration, Kunden- und Projektscope sowie Kosten evaluiert.

Auf einen Blick könnt ihr die Ergebnisse in übersichtlichen Grafiken einsehen. Außerdem gibt es einen Fragenkatalog und die dotSource Vendor-Matrix, die euch bei der Auswahl eures Systems helfen.

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