Die Welt der Social Networks oder auch Welcome to the Jungle

Verfasst am 1. Juni 2016 von .
magicatwork

Grafik: magicatwork

Facebook, Twitter, Vine, Snapchat – im Mai gab es viel Bewegung bei der strategischen Ausrichtung etwaiger sozialer Medien. Während Facebook seinen Dienst FBX Ad Exchance einstampfen will, schafft Twitter den Buy-Button ab und Vine geht es zunehmends schlechter. Snapchat hingegen hat gut lachen und kann durch eine Investition von 1,8 Milliarden US-Dollar den Unternehmenswert auf 20 Milliarden US-Dollar steigern.

Nicht nur mit sondern auch bei Spotify gibt es Bewegung*: Der Streaming-Dienst testet nach und nach gesponserte Playlists – Native Advertising für die Ohren. Der Dschungel für Online-Marketer wird also wieder ein wenig unübersichtlicher. Welche Entwicklungen gibt es also in den Weiten der Social-Media-Welt?

*Delling-Überleitung

Facebook & Instagram – La familia

Für rund eine Milliarde US-Dollar akquirierte Facebook Instagram im Jahr 2012. Seitdem wächst das Foto-Portal stetig weiter – im September 2015 waren 400 Millionen Nuzter aktiv. Im Vergleich: Im Januar 2013 waren es lediglich 90 Millionen. Am Prinzip hat sich bis heute allerdings wenig geändert: Foto hochladen und Hashtags en masse hinzufügen. Um dem Video-Dienst Vine mit dessen 6-Sekunden-Videos Paroli zu bieten, zog Instagram mit einer eigenen Videofunktion nach. Und während man bei Facebook, Twitter oder Pinterest über den Buy-Button nachdenkt, will man Instagram-Nutzern die direkte Kontaktaufnahme mittels Contact-Button ermöglichen, die für die neuen Business-Profile vorgesehen sind.

Grafik:Later.com

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Instagram geht damit einen Schritt weiter in Sachen “Kundenservice”. Nutzer könnten so in Zukunft den Support von Unternehmen direkt über Instagram kontaktieren. Ein weiterer Faktor, der für die Nutzung von Instagram spricht – insbesondere B2C-Unternehmen sollten auf dem Online-Dienst vertreten sein. Content-Marketing mit Hilfe von Emotionalisierung ist dabei eine der Strategien, die Unternehmen sich zu Nutze machen können.

Auch Facebook entwickelt sich in Sachen Online-Marketing immer weiter: Hat man bisher nur direkt an Facebook-Nutzer Werbung ausgespielt, sollen in Zukunft auch nicht bei Facebook registrierte Internet-User in den Genuss der Facebook Ads kommen. Über Code-Schnipsel, die auf Websites und in Apps integriert sind, erhält der Social-Media-Riese auch Informationen über User, die Facebook gar nicht benutzen. Facebook tritt damit immer weiter in direkte Konkurrenz mit dem Google-Werbenetzwerk. Für Werbetreibende stellt sich dann in Zukunft die Frage, welches der beiden Unternehmen die qualitativ hochwertigeren Kundendaten liefert: der Suchmaschinenbetreiber Google oder das soziale Netzwerk Facebook?

Twitter & Vine – Die Kurzen

140 Zeichen beziehungsweise 6 Sekunden Video – das sind Twitter und Vine. Der Kurznachrichtendienst mit dem Vogel im Logo versucht nun schon seit Jahren auf einen grünen Zweig zu kommen. Neben der Idee von Buy-Buttons, von der man sich verabschiedet, wird nun auch die 140-Zeichenregel allmählich aufgeweicht. Das passt in das Twitter-Bild der letzten Jahre: Trial and Error mit viel Error.

Wie es weitergeht bei Twitter weiß, wohl niemand so genau. Das Problem ist die Monetarisierung des Dienstes. Ähnliche Probleme plagen Vine, das Videoportal von Twitter. Der aufgrund seiner kurzen Videos von Twitter akquirierte Dienst steht Gerüchten zufolge vor dem Aus, da keine Monetarisierung der Inhalte stattfindet. Dabei kann Vine in Händen einer kreativen Marketing-Abteilung für originelle Clips sorgen, die auch viral gehen können.

Ob sich Vine und Twitter als Kanal für Onlinehändler noch lohnen? Schwierig zu beantworten – ein Start von null Followern an ist sicherlich kein leichtes Unterfangen. Und gerade Features wie der Buy-Button haben Twitter noch zuletzt attraktiver für Onlinehändler gestaltet … Da hilft auch die Integration von Spotify-Streams nicht wirklich weiter.

Snapchat, Pinterest & Reddit – Welcome to the Jungle

Mit Facebook, Twitter, Vine und Instagram ist es aber noch lange nicht getan. Neue soziale Medien haben sich in den vergangenen Jahren etabliert und verlangen – zumindest für bestimmte Zielgruppen – auch eine gewisse Aufmerksamkeit. Da wäre beispielsweise Snapchat: User verschicken Bilder, die nur für wenige Sekunden sichtbar sind. Manche Unternehmen bauen so allerdings komplette Story-Kampagnen auf. Die Idee hinter Snapchat ist sogar so erfolgreich, dass die App mittlerweile 20 Milliarden US-Dollar wert ist und als “Hot Thing” für die nächste US-Präsidentschaftswahl gehandelt wird. Snapchat kann durch die Videofunktion übrigens auch erfolgreich im B2B-Bereich eingesetzt werden.

Ähnlich wie bei Twitter scheint man sich auch bei Pinterest noch nicht auf eine einheitliche Monetarisierungsstrategie geeinigt zu haben. 2015 starteten zumindest die Buyable Pins auch für Android und iOS, die den Kauf von Produkten direkt im sozialen Netzwerk erlauben. Einen erneuten Strategiewechsel vollzog das Unternehmen allerdings bei der Nutzung von Affiliate-Links: Während Nutzer diese in die eigenen Posts hinzufügen konnten, wurde dieses Vorgehen im Februar 2015 verboten – nun will Pinterest die Verlinkungen allerdings wieder erlauben. Mit über 100 Millionen Nutzern hat Pinterest viel Potenzial und könnte für die Renaissance des Social Commerce maßgeblich mit beitragen.

Etwas rustikaler als bei Snapchat und Pinterest geht es bei Reddit zu, der Startseite des Internets – zumindest für Digital Natives. Reddit ist ein riesiges Forum, welches durch sogenannte Subreddits jegliches Thema bedient. Native Advertising über diese Subreddits – beispielsweise /r/diy – ist eine hohe Kunst, da Reddit-User von offensichtlicher Werbung abgeschreckt werden. Nichtsdestotrotz ist Reddit auch eine gute Möglichkeit, direkt auf Kundenwünsche und Feedback einzugehen.

Spotify & Live-Events – The Future

(Kurz-)Texte, Videos und Bilder – diese Content-Formate dominieren noch soziale Netzwerke. Mit dem Aufkommen diverser Streaming-Dienste wird sich in Zukunft auch Audio-Werbung dazugesellen. So führt Spotify gesponserte Playlists ein. Damit können sowohl der Sponsor als auch zusätzliche Werbekunden die Nicht-Premium-Mitglieder beschallen. Dass diese Form der Werbung funktioniert, muss sich erst zeigen. Eine hohe Reichweite ist mit einer abwechslungsreichen Playlist allerdings garantiert.

Neben Schore für die Ohren zeichnet sich ein weiterer Social-Media-Trend ab: Live Events. Was Gamer schon lange von Twitch gewöhnt sind, nimmt nun auch im Nicht-Gaming-Bereich an Fahrt auf. Ähnlich wie in YouTube-Videos ist auch bei Live-Events viel Platz für Native Advertising. Anbieter von Live-Streams, wie Facebook oder Twitter, erhoffen sich ein größeres User-Engagement. In Kombination mit der Virtual Reality könnten User in Zukunft auf ihrem Schreibtischstuhl im trauten Heim sitzen und sich doch wie in der ersten Reihe eines Taylor-Swift-Konzerts fühlen – Technik sei Dank.

Nur nicht die Übersicht verlieren!

Hach ja, früher war es mit 2-3 Sätzen auf Facebook und 140 Zeichen inklusive Hashtags auf Twitter getan, um von sich behaupten zu können, dass man in der Social-Media-Welt aktiv ist. Heutzutage ist das Ganze etwas diffuser und deutlich komplexer. Quasi jede Zielgruppe hat ihr eigenes Netzwerk, sei es Snapchat für die Generation Z oder das größtenteils dominierte Portal Pinterest – jedem sein soziales Netzwerk. Für Social-Media- und auch für Online-Marketing-Manager (man denke an das Facebook-Advertising-Netzwerk) wird die Welt an möglichen Marketinginstrumenten so immer unübersichtlicher.

Da hilft nur ein mit gesundem Menschenverstand verfasstes Trial-&-Error-Prinzip: Social Network auswählen, auf Cat-Content verzichten, (Miss-)Erfolge auswerten und optimieren. Denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

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