Mondlandung und Digitalisierung: Was 50 Jahre Moonwalk für das Digital Business bedeuten [5 Lesetipps]

Mondlandung und Digitalisierung historisches Foto
Quelle: Pixabay
Vor einigen Tagen schauten wir alle ehrfürchtig in den Himmel: Erst eine partielle Mondfinsternis am 16. Juli, dann ein riesiger orangefarbener Mond am 19. Juli und am 22. Juli 2019: 50 Jahre Mondlandung! Ein kleiner Schritt für … ein großer Schritt für … ihr wisst schon.

Das Netz sprudelt seither nur so vor Moon-Content. Wir nehmen das zum Anlass, aus den Lesetipps heute Content-Tipps zu machen und ausnahmsweise auch auf Videos und Podcasts zu verweisen. Außerdem wollen wir den Zusammenhängen von Raumfahrt und Digitalisierung nachspüren.

Mondlandung und Digitalisierung: Von Apollo11 zu Amazon

Das Influencer-Video der Woche ist schwarz-weiß, die Tonspur knackt und die Menschen stecken in Ganzkörperanzügen: Die Rede ist vom Rebroadcast des Moonwalks, den die NASA auf Youtube eingestellt hat. Über drei Stunden ist das Filmdokument lang. Was hat es mit der Digitalisierung zu tun? Nun, die These ist gewagt, aber: Die Raumfahrt-Pionierleistung des Kalten Krieges hat eine ganze Generation für »Rocket Science« begeistert. Darunter Jeff Bezos, Jahrgang 1964. Der Amazon-Chef macht kein Geheimnis daraus, dass er Fan von Serien wie Star Trek ist. Bereits im Jahr 2000 gründete Bezos das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin.

Mondlandung und Digitalisierung: Die geniale Programmiererin

Mit einer beeindruckenden Installation würdigte Google zum Jubiläum die Mondmission: Mehr als 100.000 Spiegel reflektieren in der Mojave Wüste das Mondlicht und zeigen dabei das Gesicht eines Menschen. Neil Armstrong ist es nicht. Es ist das ikonisierte Konterfei von Margaret Hamilton, der Mathematikerin, die die Software für die Mondmission entwickelte.

Bisherige Mondlandungsjubiläen erwähnten ihre Arbeit zwar, doch erst mit diesem Jahrestag rückt sie in den Fokus der globalen Aufmerksamkeit und somit tritt eine zierliche Mathematikerin und junge Mutter, die am Boden blieb und mit der von ihr geschriebenen Software die Mission überhaupt erst ermöglichte, langsam an die Stelle des durchtrainierten männlichen Helden, der sich in eine Kapsel zwang und auf den Mond schießen ließ.

Wie das war, in dieser Mission als Programmiererin zu arbeiten und warum Hamilton nicht müde wird, die Teamleistung zu betonen, das lässt sich übrigens ganz wunderbar in einem Interview des Guardian mit ihr nachlesen. Wer lieber Code liest als Interviews: Hier entlang. Margaret Hamiltons Originalcode wurde zum 50. Jahrestag auch auf GitHub veröffentlicht.

Mondlandung und Digitalisierung: Mit einem Bruchteil unserer heutigen Technik

Eine der schönsten Websites rund um das Raumfahrtjubiläum ist die Site wehackthemoon.com, die die NASA mit der UX-Design-Agentur Draper umgesetzt hat. Klar, das ist official stuff. Niemand, der für die NASA arbeitet, würde bestreiten, dass es die Mondlandung gegeben habe.

Gerade der digitale Wandel und der Aufstieg von Social Media geben aber auch vielen eine Stimme, die mit offiziellen Narrativen ihre Probleme haben. Das kann mal aufklärerisch produktiv sein, mal nervig verschwörungstheoretisch. Im Falle der Mondlandung hält sich besonders im Netz hartnäckig das Gerücht, die Mondlandung sei ein »hoax«, eine Hollywood-Produktion.

Nun, nicht nur das mitgebrachte Mondgestein spricht dagegen – aber im aktuellen »Politics and more« -Podcast des New Yorker wird nicht nur nüchtern über Mondlandungs-Leugner gesprochen, sondern auch Kluges zu Social Media-Mechanismen an sich gesagt.

Mondlandung und Digitalisierung: Wohin geht die Reise?

Vor 50 Jahren betrat der erste Mensch den Mond – doch seit 47 Jahren hat ihn niemand mehr betreten. 2024 will die NASA das ändern und erneut dorthin aufbrechen – unterstützt von der privaten Digitalwirtschaft, die mit E-Commerce ihre Milliarden verdient hat. Denn pünktlich zum Jubiläum präsentierte Bezos seine neue Mondlandefähre »Blue Moon«. Er will sie der NASA zur Verfügung stellen, auf dass noch weitere Menschen auf dem Mond ihre Fußstapfen fotografieren können – vielleicht sind es sogar eines Tages die Abdrücke einer Astronautin.

Unsere 5 Lesetipps der Woche

Rebroadcast der Mondlandung [NASA]

Mondlandungs-Spezial [Google]

Die Programmiererin Margaret Hamilton im Interview [The Guardian]

Hamiltons Code im Original [GitHub]

Umfangreiches Mondlandungs-Spezial auf deutsch [DIE ZEIT]

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