Roboter SEMMI – Die Rettung für alle genervten Bahnreisenden? [Netzfund]

Reisende interagiert mit dem Roboter Semmi.
Quelle: Deutsche Bahn

Eigentlich ist die Deutsche Bahn nicht wirklich dafür bekannt, ein Vorreiter des digitalen Wandels zu sein. Neben unpünktlichen Zügen und kaputten Klimaanlagen ist natürlich auch die Digitalisierung für den Staatskonzern ein wichtiges Thema. Und siehe da, die Bahn hat direkt eine neue Mitarbeiterin angeheuert: die künstliche Intelligenz SEMMI, die am Berliner Hauptbahnhof den Kundenservice unterstützen soll.

Roboter SEMMI beantwortet die Fragen der Reisenden

Immer mehr Menschen steigen der Umwelt zuliebe vom eigenen Auto auf öffentliche Verkehrsmittel um. Die steigenden Fahrgastzahlen führen bei der Deutschen Bahn zugleich aber auch zu einer höheren Auslastung der Servicemitarbeiter und damit zu genervten Kunden, die für eine kurze Auskunft am Schalter scheinbar endlos Schlange stehen müssen. Da erscheint es doch nur logisch, Roboter einzusetzen, die all die wiederkehrenden Standardfragen beantworten können. So hat das menschliche Servicepersonal mehr Zeit, sich auf komplizierte Fälle zu konzentrieren, die eine KI noch nicht beantworten kann. »Kommt mein Zug pünktlich?«, »Zu welchem Gleis muss ich?« oder »Wo kann ich einen Kaffee kaufen?« – bei solchen Anliegen können sich Reisende zukünftig an SEMMI wenden. Mit jeder Frage soll der Roboter dazulernen und schlauer werden.

Der Teil von SEMMI, der in Form eines Roboterkopfes mit den Kunden interagiert, ist aber eigentlich ziemlich dumm:, der smarte Kern steckt in dem dahinterliegenden cloudbasierten Sprachdialogsystem mit künstlicher Intelligenz. Die von der Deutschen Bahn entwickelte Software soll auch nicht zwangsläufig nur für Roboter verwendet werden, sondern auch in einer eigenen App und dem DB Navigator integriert werden. Der Einsatz der Technologie beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Zugverkehr: Bereits im letzten Jahr testete die Bahn einen Prototypen des Roboters am Frankfurter Flughafen.

Beim Test am Berliner Hauptbahnhof wurde dem System die Abhängigkeit von der Cloud dann aber direkt zum Verhängnis. Bei der Vorführung konnte der Roboter auf Fragen zeitweise nur mit »Wie bitte?« oder »Entschuldigung« antworten. Als Grund nannte die Bahn eine schlechte WLAN-Verbindung – die ist immerhin für DB-Kunden nichts Neues..

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