Secondhand als Geschäftsmodell: Wie man als Unternehmen vom steigenden Konsumentenbewusstsein profitiert [5 Lesetipps]

Secondhand als Gecshäftsmodell
Quelle: Artificial Photography / Unsplash

In der Fashion-Welt folgt eine Kollektion auf die nächste – und das in rasantem Tempo. Besonders aufgrund der Auswirkungen auf die Umwelt ist das für immer mehr Verbraucher ein Grund, ihr Kosumverhalten zu überdenken. Die Alternative, von der jeder schon einmal gehört hat, heißt: Secondhand-Mode. Deren Beliebtheit hat so immens zugenommen, dass selbst Modegiganten wie Zalando sich dazu entschieden haben, eigene Secondhand-Plattformen ins Leben zu rufen. Welche anderen Unternehmen erfolgreich in diesem Geschäftsfeld agieren, warum es sich lohnt, auf Secondhand zu setzen, und wie man den Trend am besten in die eigene Geschäftsstrategie integriert, erfahrt ihr heute in den Lesetipps der Woche.

Secondhand online: Welche Anbieter gibt es bereits?

Zunächst einmal gibt es C2C-Plattformen wie Vinted, eBay Kleinanzeigen und momox, auf denen Mitglieder ihre Kleidung zum Verkauf anbieten können. Vinted, früher als Kleiderkreisel bekannt, war eines der ersten erfolgreichen Portale für Secondhand-Fashion und vertreibt im Gegensatz zu eBay Kleinanzeigen und momox ausschließlich Modeartikel. Vom Prinzip her ist Vinted wie ein Flohmarkt aufgebaut und einfach zu bedienen, was maßgeblich zu dessen Popularität beiträgt. momox wiederum zählte bereits im Jahr 2019 zu den größten Secondhand-Anbietern Deutschlands und erweiterte sein Sortiment erst kürzlich um einen Modebereich, der weitere Marktanteile sichern soll.

Mit dem steigenden Erfolg von Secondhand-Fashion kommt es wenig überraschend, dass auch andere Unternehmen versuchen, in diesem Geschäftsfeld Fuß zu fassen. Zwei Beispiele hierfür sind ASOS Marketplace und ABOUT YOU, eine Tochtergesellschaft von OTTO. ASOS, der größte britische Online-Versandhandel im Bereich Fashion und Beauty, bietet privaten Anbietern auf seiner »Marketplace«-Plattform die Möglichkeit, sich für eine virtuelle Boutique zu bewerben, um dort Secondhand-Fashion zu verkaufen.

Junge Onlineshops wie NA-KD haben ebenfalls das Potenzial von Secondhand erkannt und eine separate Kategorie für genau diese Art von Mode eingeführt. Wie man sehen kann, ist die Secondhand-Branche bereits sehr breit aufgestellt, und in Zukunft werden sicherlich auch noch weitere Unternehmen dazukommen.

Secondhand: Warum rentiert es sich, in den Trend zu investieren?

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es überhaupt Sinn ergibt, auf diesen Zug aufzuspringen, wenn es ohnehin schon so viele Anbieter gibt. Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Denn die Studie »Fashion 2030 – Sehen, was morgen Mode ist«, welche von der Unternehmensberatung KPMG und dem Kölner Handelsforschungsinstitut durchgeführt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Secondhand-Fashion das Potenzial dazu hat, in den kommenden zehn Jahren einen Marktanteil von 20 Prozent einzunehmen – eine beeindruckende Zahl.

Das reicht euch noch nicht? Die Studie fand zudem heraus, dass circa ein Drittel der Verbraucher in Deutschland (34 Prozent) bereits Secondhand-Kleidung kauft – und dieser Prozentsatz wird mit Sicherheit in naher Zukunft weiter ansteigen, da 28 Prozent der Befragten angaben, sich den Kauf gebrauchter Kleidung zumindest vorstellen zu können. Jetzt überzeugt?

Darüber hinaus spielt die Nachhaltigkeitsdebatte, die derzeit vehementer geführt wird als je zuvor, auch in der Modeindustrie eine elementare Rolle. Dies spiegelt sich in einer von momox im Jahr 2020 durchgeführten Umfrage zu den Gründen für das Shoppen von Secondhand-Kleidung in Deutschland wider: 86 Prozent der Befragten begründeten ihre Entscheidung damit, dass Secondhand-Kleidung gut für die Umwelt sei. Nachvollziehbar, denn Secondhand kommt der Entwicklung in Richtung Circular Economy, zu Deutsch Kreislaufwirtschaft, definitiv zugute. Für Unternehmen ist es also essenziell, das bewusste Konsumverhalten in der eigenen Geschäftsstrategie zu berücksichtigen. Doch wie gelingt das am besten?

Secondhand: Wie sollten Unternehmen vorgehen?

Wie die oben erwähnten Beispiele gezeigt haben, muss es nicht unbedingt der komplette Umschwung auf Secondhand-Fashion sein. Bereits eine eigenständige Kategorie im Onlineshop zeigt dem Kunden, dass man sich der steigenden Nachfrage nach gebrauchter Kleidung bewusst ist und ein vollumfängliches Einkaufserlebnis bieten möchte.

Was den An- und Verkauf von Secondhand-Ware betrifft, gibt es zwei Optionen: Entweder man kauft Secondhand-Fashion von unterschiedlichen Quellen an und vertreibt diese dann eigenständig weiter, oder man ermöglicht es Nutzern, ihre gebrauchte Kleidung selbst auf der Plattform anzubieten. Zahlreiche etablierte Anbieter verlangen für diesen Service auch eine Provision; hier sollte man aber natürlich nicht übertreiben.

Genau wie bei herkömmlichen Onlineshops sollte man zudem einen übersichtlichen Aufbau gewährleisten – ein Feature, das vor allem Vinted viel positives Feedback eingebracht hat. Grundsätzlich gilt es für Unternehmen, sich das steigende Konsumentenbewusstsein zunutze zu machen und Kunden auf ihrem Weg zum Minimalismus zu unterstützen. Worauf wartet ihr noch?

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