Monatsarchiv für Juni 2009

Social-Commerce-Plattform Edelight.de veröffentlicht IVW-Zahlen

Verfasst am 10. Juni 2009 von Sebastian (Handelskraft).

edelightDie Stuttgarter Social-Commerce-Plattform edelight hat erstmalig Zahlen veröffentlicht. Laut der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) wies edelight.de bei der Burda-Beteiligung im Mai über eine Million Visits und ca. 2,57 Millionen Page Impressions auf.

ivw

Edelight.de, unter der Geschäftsführung von Peter Ambrozy, ist kein Online-Shop, sondern vielmehr eine Verweisseite zu Online-Shops und Versandhändlern anderer Betreiber.

[via deutsche-startups.de]

{lang: 'de'}

Quelle: Will der Versandhändler E-Commerce-Software-Dienstleister werden?

Verfasst am 9. Juni 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Quelle-Projektleiter Marc Schmid freut sich über mehr als 1000 Handelspartner, die in den ersten vier Tagen einen Quelle-QStore eröffnet haben, berichtete heute Peter Höschl von shopanbieter.de.

Diese Zahl ist ein Grund zur Freude, definitiv.

qstoreDenn – das scheint Schmids längerfristiges Ziel zu untermauern – Quelle möchte es nicht bei den QStores belassen und selbst als Dienstleister für E-Commerce-Software-Lösungen auftreten. Zielpublikum: Professionelle Onlinehändler.

Quelle könnte mit diesem Schritt auch das Hosting und die Logistik für andere Onlinehändler übernehmen. Quasi eine zweite Version von Amazon. Ebenfalls würde sich für Shop-Einsteiger anbieten, so schlussfolgert Höschl, auch die komplette Zahlungsabwicklung von Quelle übernehmen zu lassen.

Sollte der Versandhandelsriese diesen Schritt wirklich gehen? Mal ganz davon abgesehen, dass QStore ein beachtungswürdiges Projekt ist, hat Höschl ein paar wichtige Anmerkungen nachgeschoben, denen ich mich nur anschließen kann:

amazonWie viele von diesen 1000 Qstores sind (noch) aktiv? Wie viele von diesen 1000 QStores sind schon bestehende Quelle-Reseller? Behält man diese Fragen mal im Hinterkopf, dann kann man den Erfolg des an sich tollen Projekts QStore derzeit noch nicht messen und schon gar nicht nach vier Tagen.
Dass Amazon „seine” Onlinehändler über diesen Weg abmelkt, ist wahrlich kein Geheimnis. Quelle kann und wird nicht „neutral” agieren, weil man eben selbst ein Versandhändler ist. Von dem Nutzen (Hosting-Support, Logistik- und Zahlungsabwicklungsunterstützung), der durch die Entscheidung von Quelle E-Commerce-Software-Lösungen anzubieten, sollten sich Onlinehändler nicht blenden lassen bzw. sie sollten abwiegen, inwiefern aus Quelle wirklich ein zweites Amazon werden könnte.

Denn:

Bei Amazon wird ja immer mal wieder seitens der Onlinehändler die Befürchtung ausgesprochen, Amazon picke sich die gut laufenden Produkte seiner Dritthändler einfach raus, um sie dann selbst anzubieten.

Dass, so Höschl, sei nicht nur eine naheliegende Vermutung, sondern Realität:

Bestätigt wurde mir diese übrigens in einem Pausengespräch bei der ECOM Berlin-Veranstaltung. Hier berichtete mir ein durchaus erfolgreicher Onlinehändler, er sei sich sicher, dass dem so ist. Schließlich sei er schon des Öfteren von seinen Lieferanten darüber informiert worden, dass sie nun von den Amazon-Einkäufern angesprochen wurden. Und es betraf stets die Produkte die bei ihm am Besten auf dem Amazon-Marketplace liefen.”

Ob Quelle jenes ebenfalls im Sinn hat, bleibt anzuwarten. Vielleicht ist diese Idee auch nur Ergebnis überschwänglicher Freude. 1000 Handelspartner für QStore in vier Tagen, klingt ohne weitere Informationen ja auch in der Tat nicht schlecht. Eigentlich müsste Quelle ja andere Sorgen haben.

{lang: 'de'}

Handelskraft goes 1000

Verfasst am 9. Juni 2009 von Sebastian (Handelskraft).

feuerwerkMal in eigener Sache:

Handelskraft.de – das Branchen- und Firmen-Blog der Social-Commerce-Agentur dotSource – hat am heutigen Tag die Feedreader-Schallmauer durchbrochen und weißt mehr als 1000 Abonennten auf. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen aktiven (RSS-)Lesern bedanken, auch bei denen, die hier kommentieren und uns E-Mails schicken.

handelskraftwoo

Vielen Dank.

{lang: 'de'}

Fehler im E-Commerce

Verfasst am 8. Juni 2009 von Sebastian (Handelskraft).

In dem kürzlich erschienenen Artikel „Vetrauen in E-Commerce: Deutschland mit Abstand die Nummer 1” habe ich einleitend geschrieben:

„[...] ist festzuhalten, dass man insbesondere in Europa dem E-Commerce skeptisch und mit Hemmungen gegenüberstand. Hemmnisse waren vor allem traditionelle Zahlungswege, auf denen man beharrt hat, sowie das mangelnde Vertrauen bezüglich der Sicherheit im Online-Handel.

b2c

Das spricht nur sehr vage die Position der Konsumenten an und ignoriert einen wichtigen Punkt, einen Bremsfaktor im E-Commerce, der in der Vergangenheit selten Teil von Studien oder Untersuchungen war. Inwiefern wurden Entwicklungen im E-Commerce von der Branche selbst über- und unterschätzt? Welche Konsequenzen hatten Fehleinschätzungen in der Vergangenheit? Zusammenhängend mit diesem folgendem Zitat, gibt es ein paar Ansätze, die in einer Schweizer Studie analysiert worden sind und für den deutschen Raum ebenfalls von Gültigkeit ist:

„[...] hierzulande [...] wurden oben genannten Hemmnissen bereits in der Vergangenheit mit Entwicklungen entgegengewirkt, die in anderen Staaten erst viel später entwickelt wurden.

Was kann der europäische E-Commerce von Deutschland lernen? Mit welchen Problemen sah sich das Marketing hierzulande konfrontiert?

Die Studie beantwortet solche Fragen partiell.

Von den Unternehmen, die zu diesem Zwecke befragt wurden (bezüglich der vergangenen fünf Jahre), gab eines an, man habe die Gesamtentwicklung des E-Commerce überschätzt. Zwei weitere gaben an, sie seien überrascht gewesen, wie hoch die Bereitschaft der Kunden ihre Produkte im Internet zu kaufen war. Mobile-Commerce, Web-2.0 und 3D-Welten wurden nach Angaben anderer ebenfalls überschätzt. Völlig gegensätzliche Positionen, deren Handeln in der Vergangenheit sicherlich auch zu Hemmungen beim Konsumenten geführt hat. Steckt eine Branche im Entwicklungsprozess, am Beginn, dann kann man davon ausgehen, dass Konsumenten wesentlich verunsicherter mit solchen Entwicklungen umgehen, als die Branche selbst.

b2c1Was wurde branchenintern unterschätzt?

1. Ein Problem, das ich mal vorsichtig als zeitlos bezeichnen möchte, ist vor allem eine widerspenstige und beharrliche Branchen-Community, die anbieterübergreifende Zusammenarbeit bezüglich eines Konzeptes ausbremst, so die Studie. Die Communities erfahren zurzeit einen erheblichen Aktivierungsschub, was man derzeit bei Magento beobachten kann, allerdings sehen sich anbieterübergreifende Communities als Konkurrenz.
2. Auch Probleme in der Kooperation mit Herstellern und Lieferanten ist ein genannter und sehr wichtiger Punkt, den der E-Commerce unterschätzt hat. Arge Schwierigkeiten ergab das für unerfahrene Player:

Wer online zögerte, von den Prinzipien seiner Offlinekanäle abzuweichen, musste bisweilen die Erfahrung machen, dass die Lücke dann von Wettbewerbern geschlossen wurde.

3. Aussagekräftigen Reportings für Optimierungsmaßnahmen wurde zuwenig Bedeutung beigemessen. Wer jenes nicht mit in seiner Planung einkalkuliert, der wird hinterher bei der Schadensregulierung den Blick für die schnelle Marktentwicklung verlieren.
4. Preise sind dynamisch, Wettbewerber spionieren sich gegenseitig im Web aus. Das ist ein Gesetz, das man in der Vergangenheit so kaum beachtet hat.
5. Die Relevanz, Wirkung und Rolle von Nutzerbewertungen, User Generated Content und Preisvergleichdiensten. Heute sind diese Dinge Alltag und ein Muss. Wer hier nicht mitspielt, bleibt auf der Bank sitzen. Ganz einfach.
6. Der wohl wichtigste Punkt, in dem Amazon wohl Vorbild geworden ist: Geduld, Mut und Investitionen in Innovationen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig hervorzuheben wie sehr Unternehmen in der Vergangenheit (und auch noch heute) den Zeitbedarf für die Marktdurchdringung unterschätzt haben. Damit zusammenhängend innovative Angebote und der erforderliche Marketingaufwand.

Wo sind die Gründe für die oben genannten Fehleinschätzungen der Vergangenheit zu suchen? Hier ein interessanter Ansatz:

„[...] das mangelhafte Verständnis der Non-E-Commerce-Fraktion im Unternehmen, die das Potenzial des ECommerce für die Ausdehnung des Marktanteils nicht verstanden hat.

Ein bündiges und abgestimmtes Marketing konnte auf dieser Grundlage nicht fruchtbar seine Wirkung entfalten. Hinzu kommen die vorausgegangenen internen Kanalkonflikte (On- und Offline), die jenes bewirkt haben.

Was kann also wichtiger sein, als seinen Fokus im Unternehmen auf die Onlineentwicklung und die Synchronisation der internen Kanäle?

{lang: 'de'}

Ein Schönes Wochenende und noch ein Paar Ratschläge

Verfasst am 6. Juni 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Für jeden Berufseinsteiger sei jenes Video wärmstens empfohlen:

Handelskraft wünscht allen ein schönes Wochenende.

{lang: 'de'}

Produkt der Woche: Gedrucktes Wikipedia auf 5000 Seiten

Verfasst am 5. Juni 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Dem Nerdcore sei Dank wurde ich heute noch auf eine wirklich coole Sache aufmerksam gemacht, die auch gleich mal unser Produkt der Woche wird, offensichtlich aber nicht kaufbar: Wikipedia ausgedruckt und zwischen zwei Buchdeckel gepresst.

5_wikipedia-1

Wäre vermutlich auch kaum bezahlbar. Rob Matthews hat alle featured Artikel von Wikipedia auf 5000 Seiten zusammengequetscht und ein (!) Buch daraus gemacht. Wirklich skurril. So sieht das dann in Relation aus:

5_wikipedia-2

{lang: 'de'}

Vertrauen in E-Commerce: Deutschland mit Abstand Nummer 1

Verfasst am 5. Juni 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Die Umsätze im Segment E-Commerce steigen seit Jahren kontinuierlich an. Dennoch ist festzuhalten, dass man insbesondere in Europa dem E-Commerce skeptisch und mit Hemmungen gegenüberstand. Hemmnisse waren vor allem traditionelle Zahlungswege, auf denen man beharrt hat, sowie das mangelnde Vertrauen bezüglich der Sicherheit im Online-Handel.

Diese Position scheint nun mehr und mehr zu schwinden. Wie bereits berichtet, hatte der elektronische Handel lauf Untersuchung des GfK Ende 2008 in Deutschland einen Gesamtumsatz von 13,6 Milliarden Euro zu verzeichnen. Die Deutschen gewinnen mehr und mehr an Vertrauen und machen Deutschland in Europa zu einem Vorzeigeobjekt für die Entwicklung des E-Commerce.

tns-infratest-shopper-eu1

[Grafik: Studie „Digital World, Digital Life" von TNS Global]

Knapp 73 Prozent der deutschen Internetnutzer zwischen 18 und 55 Jahren sind gleichzeitig auch Onlineshopper. Deutschland ist hier mit Abstand führend. Das liegt zum einen daran, dass hierzulande die größte Internetbevölkerung Europas lebt, zum anderen wurden oben genannten Hemmnissen bereits in der Vergangenheit mit Entwicklungen entgegengewirkt, die in anderen Staaten erst viel später entwickelt wurden. Mit dieser Studie kann man Deutschland nicht nur in Europa, sondern auch weltweit als führend betrachten (zumindest gilt das für die Staaten, die in dieser Studie untersucht worden waren). Großbritannien liegt auf Platz 2 (66 Prozent) und Japan auf Platz 3 (64 Prozent).

Zu eingangs genannten Vorurteilen und Ängsten deutscher Netznutzer wurde auch ein Paper von Karin von Abrams, Marktbeobachterin und Analystin bei eMarketer, veröffentlicht, das wirklich sehr interessante Erkenntnisse und Bewertungen über die derzeitige Situation im deutschen Online-Handel offenlegt: Die Antipathie der deutschen Konsumenten gegenüber dem Onlineshoppen hat stark abgenommen.

2008:
- 89 Prozent der 16- bis 74-jährigen männlichen Deutschen kaufen online ein (Vgl.: bei den 25- bis 54-Jährigen waren es sogar 93 Prozent)
- bei den deutschen Frauen sind es 87 Prozent

Diese Daten zeigen, laut von Abrams, auf, dass „die Größe des Landes und seiner Webgemeinde [...] die Etablierung von Online-Märkten [unterstütze][...]“.

Allerdings (keine Erkenntnis von Karin von Abrams):

Dass die Händler viel ausliefern, SEO vorantreiben und auch ausländischen Umsatz erzielen, ist bekannt. Was aber wirklich interessieren würde, wären mal Einsichten in die Rentabilität von Online-Shops im Vergleich zum Aufwand. Leider gibt es hierzu noch wenig Auskunft durch die Onlineshop-Betreiber. Oder auch Zahlen zu der Verlagerung von Offlineshopping nach Onlineshopping… egal ob aus User oder Shopbetreibersicht.

Ein interessanter Punkt, dessen Umsetzung sich hierzulande schwer gestalten wird, hält man sich doch sehr gerne bedeckt. Dass Deutschland so gut dasteht, hat damit allerdings nichts zu tun. Grund zur Freude besteht allemal.

{lang: 'de'}