Der Status quo des deutschen Onlinehandels: Omnichannel im Visier [5 Lesetipps]

Verfasst am 17. September 2018 von .
visier, blick, fernglass

Quelle: Photo by Freddy Marschall on Unsplash

Nach der Sommerpause startet der September mit frischem Input und neuen Zielen. Veranstaltungen wie die #dmexco helfen Unternehmen und Entscheidern, das Ohr ständig am Markt zu haben, und geben so eine Orientierungshilfe für das letzte Quartal des Jahres. Auch Marktzahlen dienen als Grundlage, um die eigenen Geschäftsstrategien zu intensivieren oder auch anzupassen.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie fit der deutsche Onlinehandel derzeit ist, welche Onlineshops an der Spitze stehen und welche Lehren daraus gezogen werden können.

Mithilfe der Ergebnisse der jährlichen Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2018“ von Statista und dem EHI Retail Institute geben wir Antworten.

Eine sichere Wahl: online sein

Der Spruch „da sein wo die Kunden sind“ bedeutet für Unternehmen mehr denn je die Pflicht, eine starke digitale Präsenz zu haben. Online zu sein eröffnet derzeit die Möglichkeit, 59,14 Mio. deutsche Internetnutzer zu erreichen. Davon kaufen mehr als zwei Drittel online ein.

Doch nicht nur auf Konsumentenseite integriert sich das Internet stetig weiter in den Alltag. Auch die Konkurrenz ist digital: Der deutsche E-Commerce-Markt boomt und wächst rasant von Jahr zu Jahr. Laut der erwähnten Studie haben die Top 100 der deutschen E-Commerce-Händler im vergangenen Jahr 30,5 Mrd. Euro generiert, was einem Anstieg von 11,3 Prozent entspricht.

Doch es geht nicht bloß darum, diesen Vertriebskanal ernst zu nehmen und zu bedienen. Um sich im digitalen Wettbewerb Erfolge zu sichern, bedarf es vor allem gut informierter Entscheidungen.

Ein Wettbewerbsvorteil: Omnichannel-Services zahlen sich aus

Es ist wichtig zu wissen, was den Markt wirklich bewegt und wie das eigene Business davon profitieren kann. Unternehmen sind nicht nur mit möglichen KI-Anwendungen oder der Schaffung einer ganzheitlichen Customer-Experience beschäftigt. Auch die effektive Vernetzung des zunehmenden Omnichannel-Angebots stellt eine große Herausforderung dar.

Vor allem, weil Omnichannel-Services im Handel an Terrain gewinnen. Insgesamt sind 68 der 100 größten Onlinehändler auch stationär aktiv. Von diesen haben allerdings die meisten (57) ihre Wurzeln im stationären oder im Versandhandel. Nur elf von ihnen sind ehemalige Online-Pureplayer.

Obwohl der Schritt von stationär zu online offensichtlich häufiger gegangen wird als andersherum, erkennen die Unternehmen mit digitaler DNA in letzter Zeit zunehmend die Vorteile der Filiale und wie mit ihr ein ganzheitliches Omnichannel-Ökosystem aufgebaut werden kann. Nicht nur Amazon, Alibaba oder Google gehen offline. Mytoys.de hat 17 Läden, Cyberport 13 und Misterspex.de 10. Auch Zalando und Check24 habenkürzlich Outlet-Formate eröffnet.

Die Strategie der beiden Vertriebskanäle funktioniert also. Gute Beispiele dafür sind Mediamarkt.de, Saturn.de und Ikea.de, die mit über 30 Prozent von einem wesentlichen Umsatzwachstum im E-Commerce profitieren.

Eine Inspirationsquelle: Die Spitzenreiter zum Vorbild nehmen

Infografik: Die Top 10 Online-Shops in Deutschland | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Mittlerweile bauen die Top-3-Onlinehändler Amazon, Otto.de und Zalando ihre Positionen aus. Zusammen erzielten sie einen Umsatz von 13,1 Mrd. Euro und beherrschen damit fast die Hälfte (43 Prozent) des Rankings. Obwohl das natürlich im Interesse der Onlineriesen liegt, ist es doch wenig ermutigend für die KMU.

Mit einem eigenen Retail-Umsatz von 8,8 Mrd. Euro führt Amazon weiterhin den deutschen E-Commerce-Markt an und behält einen hohen Vorsprung zum Zweitbesten, Otto.de, und zum Drittenbesten, Zalando.de.

Was macht die führenden Unternehmen so attraktiv und wie kann der Rest aus ihnen lernen?

  • Amazon zeichnet sich besonders durch seine enorme Kundenzentrierung und seine robuste und starke Kapazität in Sachen Logistik und letzte Meile. Tatsächlich baut das Unternehmen seinen eigenen Zustelldienst auf, da die Paketdienste überlastet sind und es ihnen an Zustellern mangelt. Analog dazu können auch Händler aller Größen das Potenzial ihrer Filialen voll ausschöpfen und sich mittels Local-Lieferungen und Same-Day-Delivery von DHL & Co. unabhängig machen.
  • Die Otto Group ist nach Amazon der größte Onlinehändler in Deutschland. Diese Entwicklung ist ebenfalls stark technologiegetrieben und die Tochtergesellschaft About You hat damit viel zu tun. Durch das revolutionäre Open-Commerce-Konzept können Händler ihre Produkte bei About You anbieten, Developer eigene Apps für den Onlineshop entwickeln und Influencer eigene Profile einrichten, um Empfehlungen zu schreiben.
  • Zalando feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Das Erfolgsrezept liegt hier besonders in der Technologie, um den Kunden einen mühe- und reibungslosen Einkaufsprozess zu bieten. Außerdem hat man bei Zalando verstanden, dass es in Zukunft entscheidend ist, über eine Plattform zu verfügen. Deshalb arbeitet das Berliner Unternehmen seit 2015 an seinem plattformbasierten Geschäftsmodell, in dem Kunden, Infrastruktur und Partner die drei Säulen des Erfolgs sind.

Technologie ist also entscheidend, doch für sich allein genommen ist sie noch keine Antwort auf die komplexen Anforderungen des digitalen Wandels. Ohne die passenden Workflows und das entsprechende Mindset bleibt der Erfolg aus.

Das gesamte Ranking der 100 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland wird am 10.10.2018 veröffentlicht.

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