Die Digitalisierung von Schrot und Korn – Landwirtschaft 4.0

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Quelle: Pexels

Nicht nur die Industrie wird heute durch digitale Technik bestimmt. Auch die Landwirtschaft ist mittlerweile Hightech: Traktoren und Mähdrescher? Werden per GPS-Signal gesteuert. Bewässerungsplanung? Wird von KIs unterstützt. Auf dem Feld, im Weinberg, am Fischweiher: Überall werden Daten gesammelt und an Zentralrechner übermittelt. Der Landwirt kann so beispielsweise die Route der Fahrzeuge überwachen, auf Wettereinflüsse reagieren und schlicht Prozesse optimieren.

»Digital Farming«, »Precision Farming« und »Smart Farming« – sind keine Fremdworte mehr für Bauern. Doch was hält die Zukunft für die Landwirtschaft bereit?

Digitalisierung auf Feld und Flur

Folgende Szenarien sind nicht nur denkbar, sondern zum Teil auch schon Realität. Eine KI wertet durch Sensorik gesammelte Daten aus, ermittelt so selbstlernend die optimalen Futtermengen und Fütterungszeiten und passt die die automatisierten Prozesse entsprechend an.

Kleine Maschinen säen zur günstigsten Zeit aus, große Maschinen bestellen ohne menschliches Einwirken das Feld. Am Himmel fliegen Drohnen, die gezielt gegen Schädlinge vorgehen, statt die Felder breit mit Pestiziden zu bespritzen, und die die Aufgaben der automatisierten Landmaschinen am Boden überwachen.

Sensible Umweltdaten, etwa der Wasser- und Nährstoffgehalt im Boden und in den Pflanzen sowie aktuelle Wetterdaten werden von Sensoren erfasst und zur Weiterverarbeitung an die Cloud geschickt. In dieser sammeln sich alle möglichen Informationen als Big Data an.

Digitalisierung: Landwirte als Vorreiter

In der Landwirtschaft ergänzen sich Jahrtausende altes Wissen und die Bereitschaft, neue Technologien anzuwenden: Schon bei der Nutzung von GPS-Daten war die Landwirtschaft ein Vorreiter des autonomen Fahrens. Fahrwege konnten dadurch besser optimiert und selbstfahrende Fahrzeuge zum Einsatz gebracht werden.

Auch in puncto Digitalisierung sind die Landwirte Vorreiter – zumindest in Baden-Württemberg. Dort waren bereits 2015 etwa 30 Prozent der Wertschöpfungskette in der Landwirtschaft durch mit Sensorik und Software ausgestattet. Zum Vergleich: In der Automobilindustrie waren es damals nur rund zehn Prozent – und das im Ländle von Porsche und Benz.

Die Erwartungshaltungen sind hoch, denn durch verschiedene Sensoren können notwendige Daten wie etwa die Inhaltsstoffe im Boden in Echtzeit gemessen und Nährstoffe von automatisierten Maschinen an nährstoffärmeren Stellen auf dem Feld gezielt implementiert werden.
Andere Bodensensoren messen den Feuchtigkeitsgehalt im Boden und ermöglichen eine effizientere Bewässerung.

Eine KI mit Zugriff auf die Cloud in der sich die gesammelte »Big Data« befindet, analysiert die Daten und wertet diese aus. So kann sich der Landwirt die Entwicklungen dann etwa in einem Dashboard aufrufen und in kürzester Zeit auf wechselnde Umweltbedingungen reagieren.

Digitalisierung präzise und smart nutzen

Die drei wichtigsten Stichworte zum Thema Landwirtschaft 4.0 sind bereits gefallen:

– Precision Farming
– Smart Farming
– Digital Farming

Doch was versteht man genau darunter? Werfen wir mal einen Blick hinter die Buzzwords:

Precision Farming beschreibt die Optimierung von Wachstumsbedingungen mittels Sensorik und präziser Softwaretechnik.

Smart Farming baut auf Precision Farming auf, denn die Auswertung der Gesammelten Daten unterstützt die Landwirte bei ihren Entscheidungen.

Digital Farming schließlich fasst all diese Komponenten zusammen. Es beschreibt die angewandten Methoden des Precision- und Smart Farmings und die Vernetzung von internen und externen Knoten, sowie die Nutzung von Cloud-Diensten inklusive der Big Data Analyse.

Digitalisierung ist eine Frage der Infrastruktur

Wie bei jeder neuen Technologie gilt auch in der Landwirtschaft: Wer modernste Technik will, muss investieren. Doch können kleinere Betriebe sich das leisten? Oder führt der Boom der Digitalisierung langfristig zu »Landgrabbin«, einem Aufkauf von Agrarflächen durch Großbauern, und damit zu einer Verdrängung der Kleinbauern?

Die wohl größte Hürde für die Digitalisierung der Landwirtschaft, sind die Funknetze. Gerade in ländlichen Regionen werden sie oft nur schleppend ausgebaut.

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Quelle: p3-group

Vergleicht man den Ausbau des Netzes europaweit, hinkt Deutschland weit hinterher, was die 4G-Abdeckung im Inland betrifft. Nehmen wir zum Beispiel die Uckermark: Dort sind 7,5 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt – der bundesweite Durchschnitt liegt bei 4,5 Prozent. Zugleich sind hier Deutschlands langsamste Datenverbindungen. 5G auf den oft biodynamisch bewirtschafteten Feldern bei Gramzow, Grünow, Göritz? Undenkbar.

Auch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) bemängelt dies und fordert einen bundesweit flächendeckenden Ausbau guter Funknetze, weil sie für die Landwirtschaft von heute unerlässlich sind.

Daten nicht nur anbauen, sondern auch ernten

PIM Software Whitepaper CoverMit einem analogen Mähdrescher umzugehen, ist das Eine. Smarte Landmaschinen zu steuern und vor allem die von ihnen übermittelten Daten intelligent nutzbar zu machen, ist das Andere.

Die Zahl der Software, mit deren Hilfe sich gewonnene Daten schnell, einfach und ressourcenschonend verwalten lässt, ähnelt in ihrer Vielfalt Kartoffel- oder Apfelsorten. Welche passt zu welchem Betrieb am besten?

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