Tracking ohne Cookies – Welche Alternativen gibt es in Zukunft für Onlinehändler?

Tracking ohne Cookies Alternativen für Onlinehändler
Quelle: iStock

Eine Welt ohne Cookies? Naja, zumindest im Internet. Jetzt ist es an den Onlinehändlern, eine für sich passende Lösung zu finden. Doch wieso gibt es in Zukunft keine Cookies mehr und viel wichtiger, welche Alternativen gibt es gegenüber den klassischen Cookies zum Tracken von Kunden? Das und mehr erfahrt ihr heute exklusiv auf Handelskraft.

Tracking ohne Cookies: Wie kam’s?

Das Inkrafttreten der DSGVO hatte es bereits angekündigt, das Urteil des BGH im Mai 2020 bestätigte es: Cookies sind ein Auslaufmodell. Denn das Speichern von Nutzerinformationen ist rechtlich nur noch dann erlaubt, wenn der Besucher der Webseite über die Nutzung informiert wird und ihr freiwillig zustimmt. Onlinehändlern bieten sich nun zwei Möglichkeiten: Ein Consent-Management-Tool einsetzen oder auf cookiefreie Methoden umsteigen.

Consent-Management-Plattformen (CMP) wie Didomi, TagCommander oder Usercentrics informieren Nutzer mithilfe eines Cookie-Banners darüber, welche Cookies gesetzt und wofür diese verwendet werden.

Onlineshop-Betreiber können diese Tools nutzen, um ihren Kunden plausibel zu erklären, warum gewisse Cookies sinnvoll sind: Sie empfehlen den Nutzern individuelle Produkte, sie speichern den Inhalt des Warenkorbs.

Diese Transparenz erhöht die Chance, dass User auch nicht notwendigen Cookies zustimmen. Der Versandhändler Bader zum Beispiel nutzt eine CMP, um seine Nutzer datenschutzkonform zu empfangen und darüber zu informieren, wofür die Cookies aus den verschiedenen Kategorien wie zum Beispiel »Werbung« oder »Analyse« genutzt werden, und gibt ihnen die Möglichkeit, diese an- und abzuwählen.

Es sind jedoch nicht nur die Gesetzgeber, die das Sterben der Cookies vorantreiben, sondern auch die Browser-Anbieter selbst.

Nach Firefox und Safari will auch Googles Browser Chrome ab 2022 Third-Party-Cookies automatisch blockieren. Auf kurz oder lang sollte man sich als Onlineshop-Betreiber daher auch mit Alternativen zu klassischen Cookies auseinandersetzen.

Tracking ohne Cookies: Alternativen

Eine Möglichkeit ist es, Login-Allianzen beizutreten – der deutschen Stiftung EnID zum Beispiel, die sich mit netID als die europäische Alternative zu den US-amerikanischen Single-Sign-on-Anbietern etablieren will. Nutzer können sich bei allen Partnern von netID mit nur einem Klick anmelden, sobald sie einmal ihre Nutzerdaten hinterlegt haben. Viele der großen deutschen E-Commerce-Player, darunter Zalando, Conrad oder Otto, haben sich der Allianz bereits angeschlossen.

Eine weitere Methode des Trackens ohne Cookies ist das sogenannte »Fingerprinting«. Dabei wer-den unterschiedliche Parameter genutzt, um Kunden mithilfe von Betriebssystem, Browser-Version oder verwendeten Plugins so eindeutig wie möglich zu identifizieren.

Auch Advertising-IDs sind eine vieldiskutierte Alternative zu traditionellen Cookies. Solche IDs sind sowohl auf androidbasierten Geräten (AdIDs) als auch für iOS-basierte Geräte (IDFAs) verfügbar, sind nativ in den Endgeräten ver-baut und funktionieren somit auch browser- und appübergreifend.

Alternativen gibt es also einige. Ob sie den klassischen Cookies das Wasser reichen können, wird sich noch zeigen. Es liegt nun an den Unternehmen selbst, sich auszuprobieren, um für die Zukunft die passende Lösung zu finden.

Tracking, Tracing, Trending

digitale freiheit trendbuch handelskraft 2021 cover ctaDoch Data-Driven Business ist viel mehr als nur Cookies. Im aktuellen Trendbuch Handelskraft 2021 steht »Digitale Freiheit« im Fokus. Hier gelangt ihr nicht nur mit weiteren Themen wie z.B. Big Data und Bots einen umfassenden Einblick in das Data-Driven Business, sondern auch in viele weitere spannende digitale Trendthemen für euer Business. Das Trendbuch steht hier exklusiv für Händler, Hersteller und Verlage zum kostenlosen Download bereit.

(6 Bewertung(en), Schnitt: 5,00 von 5)
Loading...

4 Reaktionen zu “Tracking ohne Cookies – Welche Alternativen gibt es in Zukunft für Onlinehändler?”

  1. Nachdem ich den title gelesen habe hoffte ich auf Anbieter oder praktische Anwendungsbeispiele. Lediglich die Auflistung der Methoden find ich persönlich zu wenig. Schade. 

  2. Hallo Dennis,
    Danke für dein Feedback. Gern werden wir in einem Folgeartikel auf konkrete Beispiele eingehen. Liebe Grüße.
    Das Handelskraft Team.

  3. Bitte ändert bei CMP den Text in ConSent … Consent Managemet Tool, das ist ein Content Management System (CMS) und auch kein Customer Relationship Managementtool (CRM) :) – Danke