Von internationalen Touristen im eigenem Land profitieren [5 Lesetipps]

Verfasst am 30. Juli 2018 von .
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Photo by qi bin on Unsplash

China boomt in jeder Hinsicht. Der chinesischen E-Commerce-Markt ist der größte der Welt und einer der Innovativsten. Das Reich der Mitte ist ein Vorbild in puncto Internationalisierung. Für Marken und Händler, die weiter wachsen wollen, birgt China die Chancen schlechthin. Zugleich sind die chinesischen Konsumenten von ausländischen Marken und Produkten stark angezogen. Diese Begeisterung ist gerade auch auf Reisen besonders leicht zu entfachen.

Denn auch in München oder Paris informieren sich chinesische Touristen am liebsten über das mobile Internet. Ihre steigende Zahl in Europa macht es für Händler und Marken daher attraktiv, sich der mobilen Vorliebe ihrer potentiellen Kunden anzupassen. Welche Strategien sollten sie verfolgen, um die digital-affin Verbraucher aus Asien abzuholen?

Mobile Payments entsprechend umsetzen

Um sich erfolgreich zu internationalisieren, muss ein Unternehmen die Gewohnheiten und Präferenzen der Zielgruppe kennen und sie in den gewünschten Vertriebskanälen entsprechend umsetzten und anbieten. In diesem Zusammenhang sind die Sprache, die Währung sowie die beliebtesten Zahlmethoden unverzichtbar. Sonst werden sich kaum Käufer finden.

Das Kundenverhalten in China ist, wie bereits angedeutet, extrem mobil. Chinesen nutzen das Smartphone als integralen Bestandteil ihres täglichen Lebens: Während wir Deutschen beim online-Shopping noch immer am liebsten etwas auf Rechnung bestellen oder unterwegs bar zahlen, bevorzugen Chinesen es, via Barcode-Scan bargeldlos zu bezahlen. Mit in China sehr einflussreichen Apps wie Alipay oder WeChat, können die Nutzer nicht nur zahlen, sondern auch einkaufen, Nachrichten senden, spielen, Termine vereinbaren oder sich über Produkte und Services informieren oder inspirieren lassen.

Mobile Payments ist deshalb Alltag in China. Die meistgenutzten Zahlungsmethoden Alipay und WeChat Pay stehen seit letztem Jahr auch in Deutschland zur Verfügung. Händler und Marken, die diese Zahlungsmethoden anbieten, haben also größere Chancen, das Vertrauen der asiatischen Touristen zu gewinnen und somit ihre Umsätze deutlich steigern.

Das ist besonders auch vor dem Hintergrund interessant, dass die chinesischen Touristen im Schnitt 3.000 Euro pro Person und Reise für Einkäufe ausgeben. Luxuswaren wie Designer-Handtaschen, Schuhe und Bekleidung sind besonders gefragt. Einige Geschäfte in deutschen Großstädten haben dieses Potenzial bereits erkannt und gemeinsam mit dem führenden Spezialisten für Zahlungsabwicklung Wirecard eng zusammengearbeitet.

Wirecard hat das mobile Bezahlmethode Alipay bei Value Retail – dem Gründer und Betreiber der Luxus-Outler-Center „The Collection of Villages“ – eingeführt. Auch die Modehaus-Kette Breuninger hat sich einen WeChat-Account eingerichtet und mit Wirecard das chinesische Bezahlsystem WeChat Pay implementiert.

Kanalverknüpfung gilt als eine große Herausforderung

Aber Touristen bummeln nicht nur durch Innenstädte. Gerade an Flughäfen verbringen sie viel freie Zeit. Der Duty-Free-Händler Tripidi bietet daher derzeit gezielt in drei Läden am Frankfurter Flughafen sowie online „Made in Deutschland“-Produkte an: Kochzubehör von Fissler und WMF, hochwertige Schreibwaren etwa von Faber-Castell und sogar Baby-Produkte.

Da Chinesen ihr Smartphone für alles nutzen, stellt sich Tripidi der großen Herausforderung, nahtlose Einkaufserlebnisse zu liefern: So etwa können die Nutzer des Onlineshops Waren zur Abholung im Flughafen-Store reservieren oder online kaufen. Beides muss man aber nicht unbedingt selbst tragen: Tripidi bietet an, Online- oder Vor-Ort-Einkäufe weltweit nach Hause zu schicken.

Damit die chinesischen Kunden Transaktionen wie gewohnt auch im Urlaub mit dem Smartphone durchführen können, ist Tripidi Vorreiter bei der Einführung von Alipay als Zahlungsmittel. Mehr noch: Seit Anfang des Jahres können die Passagiere aus China auch mit WeChat bezahlen.

Die Strategie trägt Früchte: “Wir erwirtschaften circa 80 Prozent des Umsatzes in den Frankfurter Stores mit chinesischen Passagieren”, berichtete Tripidi-Geschäftsführerin Jennifer Noelle jüngst dem Fachportal Internet World Business.

Unsere 5 Lesetipps der Woche

Wie Tripidi mit chinesischen Touristen Geschäfte macht [Internet World Business]

Die Welt ist gerade genug: Leichter international verkaufen dank Online-Marktplätzen [ECommerce-News Magazine]

WeChat Pay to keep overseas focus on outbound tourism instead of offering more local wallets [South China Morning Post]

Konkurrenz aus China kommt: JD.com und Alibaba greifen den deutschen Onlinehandel an [t3n]

How China Out-Innovates: A Chat With Alibaba’s Strategy Chief Ming Zeng [Forbes]

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