Yet another Commerce Cloud? Adobe launcht eigene E-Commerce-Lösung auf Magento-Basis

Commerce Cloud Adobe
Quelle: pexels

Letztes Jahr im Mai wurde Magento von Adobe für schlappe 1,68 Milliarden Dollar übernommen. Jetzt, knapp ein Jahr später, macht der Softwarehersteller aus San Jose Nägel mit Köpfen und launcht Adobe Commerce Cloud. Na endlich, heißt es beispielsweise im ShopTechBlog. Und ja, dieser Schritt war nur eine Frage der Zeit. Werden die Commerce-Karten im Plattform-Zeitalter jetzt neu gemischt?

Adobe Commerce Cloud – Experience Management mit Kaufen-Button?

Es ist kein Geheimnis, dass Adobe in puncto Digital-Experience-Plattform in hartem Konkurrenzkampf steht. Was Adobe bisher fehlte, gerade im Vergleich zu SAP, Salesforce und IBM, war eine eigene Commerce-Lösung. Zwar pflegt man intensive Partnerschaften mit commercetools und Intershop, aber ein umfassendes Suite-Portfolio boten bisher nur die Anderen.

Die frisch veröffentliche Adobe Commerce Cloud basiert auf Magento Commerce und ist zukünftig Kernbestandteil der Adobe Experience Cloud. Wenig überraschend verspricht der Hersteller eine tiefe Integration der Analytics Cloud, Marketing Cloud und Advertising Cloud. Die neue Lösung verkauft Adobe als Managed Cloud Service und greift so auch Agenturen und Hosting-Dienstleister an, die bisher Magento via Managed Cloud anbieten, indem man den Betrieb der Infrastruktur gleich mitverkauft. Für Cloud-Skeptiker mit Plattformbedarf dürfte es zukünftig noch schwieriger werden, eine geeignete Lösung zu finden.

Neben dem Cloud-Ansatz setzt Adobe auf noch mehr zeitgemäße Technologie. Mit APIs, Microservices, Enterprise-Systemintegrationen und headless deployments sollen hippe IT-Verantwortliche und ihre Entwicklungsabteilungen glücklich gemacht werden. Für die operativen Einheiten aus Sales und Marketing werden KI-gestützte Commerce-Dashboards inklusive Businessprognosen, bekannt als Predictive Analytics, angeboten.

Adobe goes Amazon – Marktplatzintegration als USP

Adobe setzt, wenn auch wenig überraschend, voll auf Experience-Management. Nicht der Onlineshop steht im Mittelpunkt, sondern die gesamte Kauf- und Serviceerfahrung. Die Marke als Erlebnis sowie die Beziehung zum Kunden sollen an den individuellen Touchpoints im Mittelpunkt stehen, nicht der schnöde Produktkauf. Der wirkliche Gewinn liegt so weniger in der Integration des Kaufen-Buttons im – wie auch immer gearteten – Frontend, sondern vielmehr in der Integration der Commerce-Prozesse in das Experience-Management-Backend.

In Adobes Welt der digital Experience ist es daher nur konsequent, dass man die nahtlose Anbindung an Amazon betont. Auch wenn es vielen Shopbetreibern nicht schmeckt, Amazon ist die Produktsuchmaschine Nummer Eins! Händler, die dort nicht stattfinden, vergeben ein enormes Potential, ihre Zielgruppe in die eigene Erlebniswelt zu lotsen und dort langfristig an sich zu binden. Hier hat Adobe aktuell – bleibt man in der Suite-Denke und lässt Add-Ons sowie Lösungen von Drittanbietern außen vor – ein Alleinstellungsmerkmal.

Beschleunigt Magento Adobes Erfolg?

Wie Salesforce, SAP und IBM bietet Adobe nun ein vollständiges Digital-Experience-Portfolio für B2C und B2B. Das könnte der lang erwartete Hebel sein, um Adobe mehr Marktanteil zu verschaffen. Dafür spricht zum einen, dass Magento ein etabliertes Werkzeug im E-Commerce ist. 28 Prozent der Onlineshops weltweit nutzen die Lösung. Über 300.000 Menschen umfasst die Entwickler- und Partner-Community. Dieses Ökosystem will Adobe weiter nutzen, denn Magento-Extensions sollen auch im Rahmen der Commerce Cloud funktionieren.

Zum anderen weist Magento das höchste Suchvolumen aller Shopsysteme auf. Diesen Traffic kann Adobe nun für sich nutzen und endlich Commerce-Anfragen auch mit einer Commerce-Lösung bedienen.

Ich bin gespannt, ob das neue Angebot auch beim Kunden überzeugt.

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