Design Sprints: In fünf Tagen zu erfolgreichem UX- und Usability Design [Teil 4]

 
Design Sprints UXD
Andrea Piacquadio | pexels

In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung erfordert die Erstellung und das Design von Websites oder Onlineshops viel Zeit. Und wie heißt es so schön: Zeit ist Geld. Gut, dass es innovative Ansätze wie Design Sprints gibt, die euch dabei unterstützen, komplette Designkonzepte schnell und effizient zu kreieren. Daher widmen wir uns im heutigen vierten Teil der Handelskraft Artikelserie Tipps für erfolgreiches UX- und Usability-Design, eben jenen Design Sprints und zeigen euch, wie
• ihr damit agil und nutzerzentriert zu schnellen Ergebnissen kommt
• motivierend Design Sprints auf das UX-Team wirken
• ihr Nutzerfeedback direkt in den Prozess einbindet.

Design Sprints für schnelle MVPs

Der klassische Design Sprint ist ein fünftägiger Prozess, bei dem innerhalb kurzer Zeit ein visuelles Konzept für ein schon existierendes oder komplett neu zu entwickelndes Produkt herausgearbeitet wird. Für den Design Sprint ist eine 40 Stunden Woche, zu je 8 Stunden pure Kollaboration in Workshop-Atmosphäre pro Tag üblich. Produktverantwortliche und Fachexperten arbeiten als Team, erörtern ein Problem, skizzieren verschiedene Lösungsmöglichkeiten und erstellen schließlich einen möglichst realitätsnahen MVP als Prototyp. Das allgemeine Vorgehen orientiert sich dabei an klassischen Usability Tests und modernen Kreativmethoden wie Design Thinking.

Design Sprints: In fünf Tagen zum Ziel

Bei Design Sprints ist das Ziel zum Greifen nah: Innerhalb von nur einer Arbeitswoche wird ein konkretes Problem vom Team bearbeitet, wie beispielsweise zu wenig Traffic auf der Landingpage oder eine schlechte Conversion-Rate. Dann wird eine Lösung dazu skizziert und anschließend ein Prototyp entwickelt. Dies geschieht an fünf Tagen, in fünf Phasen. Was man sich konkret unter diesen fünf Phasen vorstellen kann, erfahrt ihr jetzt:

Design Sprint Tag 1: Das Problem verstehen

Das Team arbeitet am ersten Tag auf ein gemeinsames Verständnis des zu lösenden Problems hin und definiert dabei das Ziel des Sprints. Um am Beispiel des geringen Traffic auf eurer Landingpage zu bleiben, bezieht ihr in die Analyse dieses Problems unter anderem folgende Punkte mit ein:
Customer Journey reproduzieren
• Langfristige(s) Ziel(e) und Sprint-Fragen definieren
• Interviews mit Experten führen, um noch mehr Insights zu erreichen
• Probanden für Usability Test einladen (je nach Tool)

Design Sprint Tag 2: Ideen generieren & visualisieren

Das Team entwirft erste Lösungsskizzen. Dafür recherchiert vorerst jeder für sich, warum der Traffic einer Landingpage zu gering ausfällt. Damit können Inspirationen gesammelt und anschließend in einem mehrstufigen Prozess, zusammen Ideen für Verbesserungen auf der Website generiert werden.
Ideen sammeln und anschließend bewerten
• Ideen visualisieren
• Einen fertigen Solutions Sketch, also eine Lösungsskizze erarbeiten

Design Sprint Tag 3: Die Entscheidung

Die zuvor erarbeiteten Lösungsskizzen werden im Team bewertet und in die Customer Journey eingeordnet. Danach werden die Ideen gewählt, welche als Prototyp auf der Landingpage bzw. als neue Website umgesetzt werden sollen. Für die Planung eines Prototyps gilt:
• Solution Sketch betrachten und bewerten
• Finale Version auswählen
• In Customer Journey einarbeiten bzw. Storyboard erarbeiten
Usability Test vorbereiten und Fragen ableiten

Design Sprint Tag 4: Prototyping

Basierend auf dem zuvor erstellten Storyboard, baut das Team gemeinsam nun einen Prototyp, der am Ende den Traffic steigern soll. Die ausgewählte Idee, beispielsweise neue Features zur Bedienung eurer Website, soll möglichst realitätsnah erfahrbar für den Nutzer bzw. Probanden sein.
• Einen Prototyp auf Basis des Storyboards und des Solution Sketches erarbeiten
Use Cases für den Usability Test betrachten
• Aufgaben an Teammitglieder aufteilen
• Prototyp für Probanden im Usability Test bereitstellen

Design Sprint Tag 5: Usability Test & Debriefing

Am letzten Tag testen echte Nutzer den Prototyp und werden zu ihrer User Experience befragt, also wie in unserem Beispielfall die Bedienung der Website umgesetzt wurde. Die Ergebnisse werden schließlich vom Team gemeinsam ausgewertet:
• Max. eine Stunde für jeden Probanden
• Interviews und Tests werden von einem Moderator begleitet, Beobachter dokumentieren
• Fragen und Notizen der Beobachter werden geordnet und kategorisiert

Zum Schluss des Sprints hat das Team ein klares Bild und ausreichend Feedback gesammelt, um die zuvor aufgestellten Hypothesen und kritischen Fragestellungen zu bestätigen oder zu verwerfen. Zudem wurden neue Erkenntnisse gewonnen und eine Basis zur Weiterentwicklung des Prototyps geschaffen.

Design Sprints mal anders

Neben der klassischen Variante eines Design Sprints ist es auch möglich, diesen einfach auf sein Unternehmen und die eigene Verfügbarkeit anzupassen und individuell durchzuführen. Zwar hat man bei der klassischen Variante bereits nach einer Woche Produktentwicklung einen Prototyp vorzuweisen, doch ist dabei die Zeit für das normale Tagesgeschäft nur schwer aufzubringen.

Für die Kundenprojekte der dotSource werden die Design Sprints regelmäßig auf den Auftraggeber angepasst. So strecken sich die Sprints mal auf zehn Tage oder sogar mehrere Wochen. Zudem können sie remote durchgeführt werden. Alle Beteiligten haben somit noch genügend Zeit für das parallele Tagesgeschäft. Natürlich ist das Sprint-Zeitfenster individuell anpassbar, sollte jedoch nicht zu sehr in die Länge gestreckt werden. Zusätzlich bietet die Remote-Variante weitere Vorteile wie die hohe Flexibilität der Teilnehmer oder geringere Aufwandskosten.

Design Sprints: So viel Gutes

Design Sprints bieten klassisch oder individuell, vor Ort wie auch remote viele Vorteile. Zum einen können schnell Ergebnisse erzielt werden. Stakeholder erhalten dabei wertvolle Erkenntnisse sowie Entscheidungsvorlagen für Produkte, bei denen sie aktiv mitwirken und entscheiden können.

Zum anderen werden Produktvisionen gemeinsam im Team realisiert und können mithilfe eines Prototyps vorgezeigt werden. Das steigert zusätzlich die Motivation aller Beteiligten. Weiterhin ist die Methode kostengünstig und spart Ressourcen. Der Design Sprint liefert seinem Anwender daher echten Mehrwert bei der Ideenfindung und Produktentwicklung. Ein großer Vorteil des Design Sprints ist auch die direkte Einbeziehung der Nutzer in die Produktentwicklung und die Verbesserung von Design-Konzepten anhand ihres Feedbacks.

Design Sprints: Lohnt sich das?

Wir sagen ja! Bei einem Design Sprint steht der Kunde, seine Customer Journey und das zu lösende Problem im Vordergrund. Die Methode liefert schnell und nutzerzentriert innovative Ideen, um Konzepte und Features zu entwickeln oder zu optimieren.

Sie lässt Platz für individuelle Herangehensweisen und vereint dabei Teamarbeit mit User-Feedback und vor allem schnellen Lösungsansätzen. Tägliche Zielvorgaben spornen zusätzlich zur zielgerichteten Arbeit an, was das Ergebnis und die gewonnenen Erfahrungen eines Design Sprints am Ende erst möglich macht. Probiert’s am besten einfach mal selbst aus 😉 Unsere UX- und Usability Experten unterstützen euch gern. Nehmt hier direkt Kontakt auf.

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