Mit KI bessere Entscheidungen treffen [5 Lesetipps]

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Quelle: pixabay

Heutzutage ist die Masse verfügbarer Daten, Studien und Nachrichten so groß, dass es immer schwerer wird, sie zu überschauen, zu verwalten und auszusortieren. Der US-amerikanische Soziologe und Zukunftsforscher Alvin Toffler prägte dafür bereits 1970 den Begriff „Informationsüberflutung“ in seinem Buch Future Shock. Schon damals erklärte er, welche Folgen die überwältigende Informationsflut für Menschen hätte. Die wachsende Menge an veröffentlichten Informationen und verfügbaren Kommunikationskanälen löse das Gefühl aus, man habe zu wenig geschafft, egal wie intensiv man sich anstrenge.

Informiert zu bleiben und fundierte Entscheidungen zu treffen, ist im Digitalzeitalter die Herausforderung schlechthin – und zwar für Unternehmen wie Bürger gleichermaßen. Künstliche Intelligenzen können da wertvolle Hilfe leisten, um Licht in den Information-Dschungel zu bringen. Das haben längst alle großen Software-Unternehmen erkannt. So etwa ebnet IBM in diesem Zusammenhang den Weg mit seinem Project Debate.

„Project Debate“: Eine süße Niederlage

Seit sechs Jahren arbeiten Wissenschaftler von IBM Research am nächsten großen Meilenstein der Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI): Project Debate. Eine Maschine, die wie ein Mensch argumentiert? Letzte Woche hatte das Projekt seine bisher größte Feuerprobe. Würde es der KI gelingen, Debattier-Champion Harish Natarajan zu schlagen?

Die Jury bestand aus hunderten eingeladenen Zuschauern. Und obwohl sie mit ihren Stimmen dafür sorgten, dass – noch – der Mensch gewann, hat die KI irgendwie auch gewonnen. Sie ist die erste intelligente Maschine, die ein überzeugendes Argument zu einem bestimmten Thema lieferte, für das sie nicht direkt programmiert war.

Project Debater hatte Zugang zu zehn Milliarden Sätzen in Hunderten Millionen von Dokumenten, während Herr Natarajan keinen Internetzugang, sondern nur sein Gehirn als Informationsquelle hatte. Hinzu kam menschliche Überzeugungskraft und höhere Sozialkompetenzen. Das Diskussionsthema lautete übrigens: „Sollen wir Kindergärten subventionieren?“.

Jeder der beiden Wettbewerber hatte 15 Minuten Zeit, um sich auf die Debatte vorzubereiten. Die Maschine hat sich pro Subventionieren ausgesprochen, während der Mensch sich dagegen positionieren musste.

Laut IBMs Forscher scannte die KI Millionen Dokumenten, holte die relevanten Botschaften zur Unterstützung ihrer Meinung ein und präsentierte zahlreiche Studien und empirische Forschungen, um ihre Argumente solide zu untermauern. Und was noch außergewöhnlicher war: die Maschine war in der Lage, sich Natarajans Argumenten anzuhören und sie zu widerlegen.

KI als Erweiterung der menschlichen Kompetenzen

Nun fragen sich viele, ob der Mensch durch solch rasante Entwicklungen nun langsam aber sicher ersetzt wird. IBM aber zielt auf etwas anderes: Auf Unterstützung und Erweiterung von Fähigkeiten. Tatsache ist, dass die Maschine keine Gefühle und keine gute Sozialkompetenzen hat, um sich mit dem Publikum zu verbinden. Sie kann jedoch helfen, Argumente vernünftig zu strukturieren, die durch eine große Menge Studien, Dokumenten und empirische Beweise gestützt werden. Natarajan ist der gleichen Meinung. Er bezeichnete die Argumente der Maschine als “nicely phrased and contextualized… better than most human. […]. It has incredible power to complement the human”.

Project Debater wird Menschen in Zukunft dabei helfen, mit fundierten Argumenten zu überzeugen. Denn durch das Mehr an Informationen kann der Einfluss von Emotionen und Vorurteilen minimiert werden. Das IBM-Projekt zeigt also vor allem, wie schnell sich der Markt des Natural Language Processing (NLP) entwickelt hat und was noch kommen wird.

KI als Content Creator

Übrigens spielt KI immer mehr eine größere Rolle bei der Content-Produktion und bei Content-Management-Aktivitäten. Künstliche Intelligenz wird ferner bereits dafür eingesetzt, um Inhalte zu generieren, wenn es um Bestandsaufnahmen und Sportberichte geht. Auch kurze Texte werden von smarten Tools geliefert, um schnell viel Traffic zu generieren. Das bedeutet aber nicht das Ende von Redaktionen, sondern vielmehr deren Entlastung. Wenn die KI das Tagesgeschäft managt, können Redakteure tiefgründiger und ansprechender schreiben.

Tatsächlich gibt es einige Produkte wie Frase.io, die bereits NLP-Software verwenden, um Autoren bei der Auswahl von Themen und SEO-Empfehlungen zu unterstützen, die Veröffentlichung in einem CMS zu automatisieren und automatische Zusammenfassungen zu ermöglichen. Deswegen ist für Unternehmen besonders wichtig, seine Software im Allgemeinen und sein CMS im Speziellen auf dem aktuellsten Stand zu halten.

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Eine Reaktion zu “Mit KI bessere Entscheidungen treffen [5 Lesetipps]”

  1. Also prinzipiell wird uns KI in Zukunft sicher dabei helfen nicht nur bessere sondern auch schneller Entscheidungen zu treffen, allerdings gibt es auch Bereiche in denen wir genau hinsehen müssen ob der KI-Einsatz wirklich gerechtfertigt ist. In den USA wird daran gearbeitet, das Richter durch KI in ihrer Entscheidungsfindung unterstützt werden. Dazu soll die KI mit den Daten von Fällen aus der Vergangenheit gefüttert werden. Wenn man bedenkt wie viele Fehlurteile dort schon gefällt wurden so gibt es mir zudenken, wenn eine KI mit diesen Urteilen “angelernt” wird. Das Ergebnis einer KI Entscheidung kann immer nur so gut sein wie die Daten die zum Lernen verwendet worden sind.

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